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Schwimmkurs für unbegleitete Flüchtlinge: Mirullah lernt schwimmen

Mit Unterstützung erfahrener Schwimmer des Homburger Schwimmclubs (HSC) und im Rahmen eines Landesprogramms wurden Schwimmkurse für unbegleitete Flüchtlinge ins Leben gerufen. Innerhalb der nächsten zehn Wochen sollen sie das Bronze-Abzeichen erwerben. Nicht nur zum Spaß. Vor allem die Sicherheit in Gewässern ist Ziel dieser Kurse im Seedammbad, die im Kreis Vorbildfunktion haben.
Mirullah Ansari gehört zu den besseren Schwimmern, weil der bereits in seinem Heimatland Afghanistan das Schwimmen gelernt hat. Deshalb wird der 15-Jährige wohl auch bald das Schwimmabzeichen machen können. Mirullah Ansari gehört zu den besseren Schwimmern, weil der bereits in seinem Heimatland Afghanistan das Schwimmen gelernt hat. Deshalb wird der 15-Jährige wohl auch bald das Schwimmabzeichen machen können.
Bad Homburg. 

Die zehn Jugendlichen haben sichtlich Spaß im Wasser. Kaum haben sich die Jungs im Alter zwischen 16 und 18 Jahren umgezogen, sind sie auch schon im Übungsbecken des Hallenbades im Seedammbad und ziehen die ersten Bahnen. Beim ersten Schwimmkurs-Treffen am Montag für unbegleitete Flüchtlinge, jugendliche Flüchtlinge also, die ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte nach Deutschland gekommen sind, ging es zunächst darum zu klären, was die jungen Leute schwimmerisch so drauf haben.

„Das ist ein bisschen wie eine Überraschungstüte heute Abend, denn wir wissen nicht genau, was sie schon können“, sagte dazu Sina Dommermuth. Die Ethnologiestudentin, die schon Wettkampfgruppen der Homburger DLRG trainiert hat und Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit hat, ist eine von rund acht versierten Schwimmern, die die vier Kurse für insgesamt 40 Teilnehmer leiten. Alle anderen kommen vom Bad Homburger Schwimmclub 1927 (HSC). Der hatte sich nach einer Anfrage der Stadt kurzfristig dazu bereiterklärt, diese Schwimmkurse mit eigenen Leuten an vier Abenden in der Woche durchzuführen.

Sicherheit geben

„Wir konnten dabei in eine Lücke stoßen, denn bis Mitte September bietet das Seedammbad selbst keine Schwimmkurse an“, so die erste Vorsitzende des HSC, Ute Landsiedel. Und obwohl das Schwimmniveau unter den Teilnehmern von absoluten Nichtschwimmern, die noch eine Weile im Übungsbecken bleiben werden, bis zu guten Schwimmern, die bereits an diesem Abend im großen Schwimmerbecken ihre Bahnen zogen, sehr unterschiedlich ist, ist sich Landseidel sicher, das alle das Schwimmabzeichen in Bronze bekommen werden. „Wenn ich mir die Jugendlichen so ansehe, dann sind das alles kräftige Kerle, die das gut schaffen werden. Und sobald die ersten ihr Abzeichen haben, können wieder neue dazustoßen.“

Darüber freute sich auch Erwin Paske. Der ehemalige Leiter der Homburger Polizeistation, der sich als Sportcoach für Flüchtlinge in Homburg engagiert, macht deutlich, warum gerade die Schwimmkurse so wichtig sind. „Das Wichtigste ist, den Jugendlichen Sicherheit in Gewässern zu geben. Das hat Haftungsgründe, denn die Jugendlichen sind unbegleitet, das heißt ohne ihre Eltern, hier.“ Damit sie auch mal auf eigene Faust ins Bad können, ist es wichtig, dass sie zuvor die Prüfung ablegen, zu der auch die Kenntnis von Baderegeln gehören.

„Diese Kurse, die der HSC im Seedammbad begleitet, haben Vorbildfunktion“, lobte Wieland Speer, der Koordinator für Flüchtlingssport im Hochtaunuskreis. Man habe im Kreis schon öfter versucht, solche Kurse zu etablieren. „Hier hat es jetzt mit allen dafür nötigen Akteuren von Stadt, Schwimmclub und Seedammbad geklappt“, freute er sich.

Die vier Kurse, von denen jeder an zwei Tagen in der Woche für je eine Dreiviertelstunde stattfindet, laufen im Rahmen eines Landesprogramms für die Integration von Flüchtlingen durch Sport, das eventuelle Aufwandsentschädigungen und Materialkosten – zum Beispiel für Badebekleidung – finanziell deckt. Das Sportbüro der Stadt Bad Homburg ist in die Koordination der Kurse eingebunden.

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