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Straßenwahlkampf in Bad Homburg: Mit Rosen fängt man Wähler

Von Mit roten Rosen ausgerüstet, suchten gestern Thorsten Schäfer-Gümbel („TSG“), Chef der Hessen-SPD, und der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Joachim Schabedoth das Gespräch mit potenziellen Wählern. Eine Aktion, die das Unbewusste ansprechen soll.
<span></span> Foto: Jochen Reichwein
Bad Homburg. 

Dräuende Regenwolken, eine weitgehend fußgängerarme Fußgängerzone am Nachmittag. Entschlossen geht Thorsten Schäfer-Gümbel auf zwei Frauen mittleren Alters zu, streckt ihnen zwei rote Rosen entgegen und beugt sich aus geschätzten 1,90 Meter Lebendgröße etwas hinab. „Damit Sie nicht vergessen, am 24. September zur Bundestagswahl zu gehen“, sagt der Chef der hessischen SPD nach ein paar Worten Geplänkel. „Vergessen wir auf keinen Fall“, sagt die eine und wirkt erfreut über die unerwartete Begegnung. „Ich bin aus Sachsen, aber da gibt es die SPD ja auch“, so die andere, sie hält die Blume hoch wie eine Trophäe.

Auch Genosse Dr. Hans-Joachim Schabedoth ist mit Rosen unterwegs; er sitzt für den Wahlkreis 176 (Hochtaunus) im Bundestag und will dort bleiben. Er hat einen Mann angesprochen, der auf einer Bank in der Louisenstraße sitzt. Der lehnt das Blumengeschenk ab und outet sich als Nichtwähler. „Bleibt ja eh alles gleich“, mault er. Genau deswegen solle er ja zur Wahl gehen, damit sich etwas ändern könne, argumentiert Schabedoth geduldig, verteilt sein Faltkärtchen mit Wahlwerbung sowie dem Konterfei des bärtigen Kanzlerkandidaten – und muss auch schon weiter.

„TSG“ lässt keine Passantin aus. In seinem adretten, mittelblauen Anzug umweht ihn eine unerklärbare Aura der Wichtigkeit; Schabedoth in seinem bequemen grauen Sakko fällt unterdessen erst einmal nicht so auf.

Rosen verteilt man bei der SPD normalerweise zum Weltfrauentag; gestern aber boten die Wahlkämpfer auch Männern Blumen an – schließlich wird die SPD bei der Wahl jede Stimme brauchen. Umfragen sehen sie auf mageren 24 Prozent. Bei den männlichen Passanten schieben die Wahlkämpfer stets ein „darüber würde sich Ihre Frau bestimmt freuen“ hinterher.

250 Rosen wollen die Genossen heute verteilen. „Es geht darum, Präsenz zu zeigen“, erläutert Waldemar Schütze, Ombudsmann des Kreises und Gonzenheimer SPD-Urgestein. Bei der Wahl laufe vieles unbewusst. Er trägt eine signalrote Jacke, passend zu den roten Mänteln von Elke Barth und Nada Stojkovic aus dem Homburger Parteivorstand. Sie flankieren die beiden Bundesgenossen; durch ihre Bekanntheit fungieren sie auch als Türöffner.

Eine Boutique in den Louisen-Arkaden, es duftet nach Kaffee. „Tote Hose“, klagt der Verkäufer entschuldigend. Schäfer-Gümbel erkundigt sich, wie lange er das Geschäft schon hat; man spricht über den Internethandel. Wieder draußen und diverse Kurzbegegnungen weiter kommt der Wahlkämpfer ins Gespräch mit einer jungen Frau, händigt ihr schließlich seine Karte aus. Die Frau findet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zu unkonkret; dazu will „TSG“, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD ist, ihr direkt etwas schreiben.

Vor fünf Jahren seien die Menschen der Politik gegenüber viel distanzierter gewesen, resümiert er. „Heute aber wollen die Leute Orientierung.“ Schabedoth erntet derweil wieder einen dankbaren Blick einer mit einer Rose beschenkten Dame, die verspricht, zur Wahl zu gehen. Ob sie es tatsächlich tut, bleibt ihr Geheimnis.

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