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Neue Veranstaltungsreihe: Museumsbesucher geben die Themen vor

Von Das Interesse an der Oberurseler Geschichte ist ungebrochen. Und wenn man im Vortaunusmuseum gezielt Fragen stellen und die Tour für die Stadtführung mitbestimmen kann, ist das noch spannender. Die Veranstaltung „Sie fragen, wir antworten – was Sie schon immer einmal über Oberursel wissen wollten“ kam an und soll wiederholt werden.
In der Abteilung für Stadtgeschichte stellten die Besucher ihre Fragen, die Museumsleiterin Renate Messer beantwortete. Foto: Jochen Reichwein In der Abteilung für Stadtgeschichte stellten die Besucher ihre Fragen, die Museumsleiterin Renate Messer beantwortete.
Oberursel. 

Im Vortaunusmuseum am Marktplatz kann man Stunden verbringen – bei der Fülle an Exponaten und Informationen. Und auch bei Oberurseler Stadtführungen wird viel Wissenswertes zur Geschichte vermittelt. „Lassen wir doch mal die Teilnehmer fragen, was sie schon immer über Oberursel wissen wollten“, hatten sich Museumsleiterin Renate Messer und Stadtführerin und Vorsitzende des Geschichtsvereins Marion Unger gedacht und luden zu einer besonderen Führung ein. Aus den geplanten eineinhalb Stunden wurden zum Schluss drei Stunden, gefüllt mit detaillierten Betrachtungen zu bestimmten Themen und ausgiebigen Gesprächen.

Renate Messer widmete sich zunächst ausführlich der Frühgeschichte. Das interessierte vor allem Karlheinz Meder aus Oberreifenberg. Er erfuhr zum Beispiel, dass über die wesentlich ältere Keltensiedlung am Altkönig weniger bekannt ist als über das Heidetränk-Oppidum – und dass Geld für weitere Grabungen fehlt. Seine Idee: Man müsste einen Verein gründen und Spenden sammeln, um Fundstücke für die Forschung sicherzustellen.

Ein Problem ist laut Messer, dass Privatleute mit Metalldetektoren nach alten Münzen suchen. Diese Funde seien der Wissenschaft nicht zugänglich – nach dem Motto „Mein Schatz gehört mir“. Selbst wenn die Schätze bekanntgegeben würden, ließen sich die Fundorte nicht mehr zuordnen und in einen Zusammenhang stellen.

Die Kelten und das Gold

Haben die Kelten im Oppidum Gold verarbeitet? Nach Messers Erkenntnissen eher nicht. Obwohl eine Anhöhe über dem Oppidum als „Goldgrube“ bezeichnet wird, stammten Schmuckstücke aus Gold und Bernstein wohl aus Handelsbeziehungen. Die Siedlung soll damals ein bedeutender Handelsort auf dem Weg zu den Bad Nauheimer Salinen gewesen sein.

Besonderes Interesse zeigten die rund zehn Besucher auch an der Ausstellung über Hans Thoma. Der Maler lebte lange in Frankfurt und verbrachte die Sommer in Oberursel. Zu seinem Nachlass gab es doppelte Schenkungsverträge mit der Stadt Oberursel und dem Frankfurter Städel. Ein besonders schönes Landschaftsbild hat Oberursel für 80 000 D-Mark erworben.

Die Bedeutung des Urselbachs war Schwerpunkt der Stadtführung mit Marion Unger. Nirgendwo sonst gab es in Deutschland eine so hohe Mühlendichte. Auf 14,5 Kilometer Gewässersystem wurden einst 42 Mühlen betrieben, zum Mahlen von Getreide und Ölfrüchten und zur Energiegewinnung. An der Herrenmühle schauten sich die Teilnehmer an, wie die Konstruktion funktioniert. Ein Abstecher zu Oberursels Wahrzeichen – die Kirche St. Ursula – war trotz der Hitze auch noch gewünscht. Dort erfuhren die Teilnehmer, dass die Stadt den ehemaligen Wachturm 1938 an die Kirche verkauft hat, damit die Nationalsozialisten ihn nicht für ihre Zwecke nutzen konnten.

Die nächste Führung

„Sie fragen, wir antworten – was Sie schon immer einmal über Oberursel wissen wollten“, heißt es wieder am 25. November um 15 Uhr.

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