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Fotos und Textilbilder: Neue Ausstellung in der Galerie Artlantis eröffnet

Von Die Spuren im Stoff, aus dem das Leben ist. Die Ausstellung „Traces of Time“ verbindet Fotos von Sabine Dächert mit Textilbildern von Annita Romano in der Galerie Artlantis.
Die Bilder von Sabine Dächert und die Textilbilder von Annita Romano korrespondieren miteinander. Besucher sollten sich daher Zeit nehmen, um die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Foto: Jochen Reichwein Die Bilder von Sabine Dächert und die Textilbilder von Annita Romano korrespondieren miteinander. Besucher sollten sich daher Zeit nehmen, um die Eindrücke auf sich wirken zu lassen.
Bad Homburg. 

Die beiden gleichgroßen Tücher wehen dem Betrachter entgegen, als hätten sie etwas auf dem Herzen, als müssten sie unbedingt ihre Geschichte loswerden, erzählen, was es mit dem weißblauen Leinen mit den feingestichelten Zeichnungen auf sich hat, mit den Gesichtern, die sich in diesem Konvolut aus Stoffteilen offenbaren, in deren Falten eingenähte Fotos sitzen, steifige Aufnahmen aus einer Zeit, in der ein Foto noch ein Staatsakt in gestärkter Sonntagskleidung war.

„Traces of Time“ sei nicht ein-fach ein englischer Titel, wie er häufig verwendet würde, sondern stamme aus dem Idiom, in dem sich die deutsche Künstlerin Sabine Dächert und die Brasilianerin Annita Romano unterhalten, wie Stefanie Blumenbecker in ihrer belebenden Einführung erläuterte. „Die Harmonie ist spürbar und sichtbar, nicht nur beim Diptychon im Entrée. Die Künstlerinnen haben ein Jahr gemeinsam auf diese Ausstellung hingearbeitet“, sagte die Kunsthistorikerin. Ihre Korrespondenz in dieser am Freitagabend in der Galerie Artlantis eröffneten Schau sei deswegen auch stärker als das Zusammenspiel anderer Künstler, die gemeinsam ausstellen.

Maschinen verpönt. Jeder Stich in den Textilbildern von Annita Romano ist von Hand gemacht. Bild-Zoom Foto: Jochen Reichwein
Maschinen verpönt. Jeder Stich in den Textilbildern von Annita Romano ist von Hand gemacht.

Farbe, Textur, Stofflichkeit, Transparenz springen über. Die Anverwandlung zeigt sich etwa in der Fotografie eines filigranen Farbgewebes, das seinen stofflichen Ausdruck im korrespondierenden Bild „Warm Soul“ aus altem Stoff, der wie freihändig in einem Rahmen schwebt, findet. „Annita Romano näht jeden Stich mit der Hand“, sagte die Rednerin, „jeder Stich ist mit der Hand genäht. Die Nähte wirken wie klassische Zeichnungen, es ist ein langsamer Prozess der Bildfindung.“

Aber auch die Dekonstruktion gehört zum Schaffensprozess. Die Stoffe würden wieder auseinandergerissen. Nähte als Spuren der Existenz.

Surreal und abstrakt

Ein erdiges Ziegelrot, das auch in ein schreiendes Rostrot umspringen kann, ein Wollweiß. Die Ausstellung lebt aber auch von einem interessanten farblichen Kontrast, den das starke Blau der Cyanotypien Sabine Dächerts verbreitet. Eine Flucht von Cyanotypien im großen Raum bilden Landschaften, surreale wie abstrakte, ab. Schemen und Figuren verlangen Phantasie.

Der sogenannte photochemische Blaudruck „Cyanotypie“ ist eine der ältesten Fototechniken. Landschaften in dieser Farbe abzubilden, war damals indes undenkbar. Beide Künstlerinnen collagieren.

Pariser Chansons

Die Pariser Chansons, gesungen von Petra Bytchkov mit Alexandre Bytchkov am Akkordeon, verleihen dem Abend eine sommerliche Leichtigkeit, die man liebt, besonders wenn Erinnerungen daran hängen. Diese gelungene Ausstellung wird die schönen Erinnerungen mehren.

Die Schau läuft noch bis zum 2. September in der Galerie Artlantis, Tannenwaldweg 6. Geöffnet ist sie freitags von 15 bis 18 Uhr, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr.

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