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DuPont-Gelände: Noch einmal 500 Wohnungen

Von In den nächsten Jahren sollen 500 zusätzliche Wohneinheiten auf dem Südcampus entstehen. Investor Rock Kapital hat das Gelände jetzt an eine Wüstenrot-Tochter verkauft. Die will zügig in die Planung einsteigen.
Diese Visualisierung zeigt, wie das DuPont-Gelände einmal aussehen könnte. Unten links die Hewlett-Packard-Straße, rechts unten angeschnitten das temporäre Finanzamt, am rechten oberen Bildrand die Arbeitsagentur. Diese Visualisierung zeigt, wie das DuPont-Gelände einmal aussehen könnte. Unten links die Hewlett-Packard-Straße, rechts unten angeschnitten das temporäre Finanzamt, am rechten oberen Bildrand die Arbeitsagentur.
Bad Homburg. 

Erst Anfang dieser Woche verkündete Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), dass es nun auf dem Vickers-Gelände in der Innenstadt weitergehe. Jetzt gibt es in Sachen Wohnraumentwicklung in Bad Homburg schon wieder eine gute Nachricht zu vermelden: Auch auf dem ehemaligen DuPont-Gelände in Ober-Eschbach (Südcampus) soll bald etwas passieren. Das Gelände war zuletzt im Spätsommer im Gespräch: Die Nachricht machte die Runde, dass der Investor, die Rock Capital Group, das Gelände verkauft habe. Die Politik wähnte Landbanking, also Spekulation mit Grund und Boden.

Jetzt teilt die Wüstenrot Haus- und Städtebau (WHS) mit, dass sie das 4,4 Hektar große Areal gekauft habe, um dort 500 „moderne Wohneinheiten“ zu bauen. Die WHS mit Sitz in Ludwigsburg ist ein Tochterunternehmen des Finanzdienstleistungskonzerns Wüstenrot & Württembergische (Stuttgart). Sie hat nach eigenen Angaben mehr als 23 000 Häuser und Wohnungen erstellt und verwaltet derzeit rund 10 000 Miet- und Eigentumswohnungen.

Kita muss gebaut werden

Für das DuPont-Gelände gibt es seit Dezember 2016 einen rechtskräftigen Bebauungsplan, der die Umwandlung des einstigen Gewerbestandorts in ein Wohngebiet vorsieht. Diesen will die WHS als Basis für ihre Planungen nehmen. War damals noch von geschätzten rund 400 Wohneinheiten die Rede, sind es nun 100 mehr. Auch der Name steht schon fest: Es soll als Lenné-Quartier vermarktet werden. In dem städtebaulichen Vertrag, den die Stadt mit Vorbesitzer Rock Capital geschlossen hat, war auch festgehalten, dass der Investor eine Kindertagesstätte bauen muss. 100 der Wohnungen müssen barrierefrei sein.

Rund 50 000 Quadratmeter Geschossfläche dürfen auf dem Areal zwischen Hewlett-Packard-Straße und U-Bahn-Trasse entstehen. Die Ludwigsburger wollen 200 Millionen Euro in das ganze Projekt investieren. „Wir freuen uns, an einem so lebenswerten Standort innerhalb der Rhein-Main-Region aktiv zu werden und attraktiven neuen Wohnraum zu schaffen“, sagt WHS-Geschäftsführer Alexander Heinzmann. Doch zunächst muss das seit Jahren leerstehende Gebäude verschwinden. Für Anfang Februar ist ein erstes Gespräch mit der Bad Homburger Stadtverwaltung terminiert.

Kein Zeitplan

Wann dann die Bagger rollen, weiß man weder bei der WHS noch bei der Stadt. „Wir hatten noch keinen Kontakt zu dem Käufer und wollen das erste Gespräch abwarten“, erklärt Rathaus-Sprecher Andreas Möring. Marcus Ziemer, ebenfalls Geschäftsführer der WHS, verspricht, „zügig“ in die Planung und Vorbereitung einzusteigen, damit dieses „im Frankfurter Raum einmalige Bauvorhaben so bald wie möglich“ beginnen könne.

Nun, da das Areal veräußert ist, meldet sich auch Rock Capital noch einmal zu Wort. „Wir hatten Oberbürgermeister Alexander Hetjes zugesagt, darauf zu achten, einen soliden und seriösen Käufer auszuwählen“, lässt sich Geschäftsführer Christian Lealahabumrung zitieren. Und sein Kollege Peter G. Neumann ergänzt, mit der WHS sei ein „solider Partner“ gefunden, „bei dem wir sicher sind, dass er die weitere Abstimmung mit der Stadt Bad Homburg positiv umsetzen wird“. Nur „schweren Herzens“ habe sich Rock Capital von diesem Grundstück getrennt. Doch man habe zuletzt sehr umfangreiche Projekte akquiriert und sich darauf konzentrieren wollen.

Wechselvolle Geschichte

Sollten die Pläne jetzt umgesetzt werden, so wäre es das Ende einer leidvollen Geschichte. 2008 hatte die Computerfirma DuPont das Ober-Eschbacher Gewerbegebiet verlassen. Die Stadt versuchte anschließend vergeblich, das Areal zu vermarkten. Mitte 2013 erwarb die Stadt das DuPont-Areal. Ein städtebauliches Konzept wurde beschlossen, das die Umwidmung zum Wohngebiet vorsah. Im Sommer 2014 legte die Stadt – noch zu Ex-OB Michael Korwisis (Grüne) Zeiten – dem Ober-Eschbacher Ortsbeirat einen B-Plan-Entwurf zur Diskussion vor. Damals war noch von 600 Wohnungen und 60 000 Quadratmetern möglicher Geschossfläche die Rede. Die Ober-Eschbacher befürchteten ein Verkehrschaos im Stadtteil und lehnten ihn ab. Nach einer Überarbeitung und diversen Sondersitzungen wurde im Sommer 2016 einstimmig der B-Plan beschlossen, der seit einem guten Jahr rechtskräftig ist.

Die WHS will alle Wünsche der Stadt erfüllen, wie sie jetzt noch einmal betonte. Mit dem Bauantrag muss sie drei Vorschläge einreichen, wie die Fassaden der Wohnhäuser aussehen sollen; die Stadt wird dann eine auswählen. Zur U-Bahn hin sind bis zu vier Geschosse plus Staffelgeschoss erlaubt, zur Kalbacher Straße hin ein Stock weniger.

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