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Registrierung der Flüchtlinge beginnt: Notunterkünfte für Flüchtlinge: Landrat sieht "Soll erfüllt"

Von Bevor heute Abend die Bürger-Info im Kurhaus beginnt (19.30 Uhr), will der Kreis die Halle an der Frölingstraße für die Flüchtlinge fertig vorbereitet haben.
Bad Homburg. 

Sofern man in einer Krise, die die Flüchtlingssituation ohne Frage darstellt, von Routine sprechen kann, darf man diese den Verantwortlichen in der Kreisverwaltung im positiven Sinne attestieren. Nachdem die Notunterkunft in Oberursel innerhalb weniger Tage hergerichtet und in Betrieb genommen wurde, scheinen sich die Abläufe in der neuen Notunterkunft in Bad Homburg beinahe schon automatisiert zu haben. Heute Abend soll die Unterkunft in der Turnhalle in der Frölingstraße einsatzbereit sein. Ob dann allerdings die ersten Flüchtlinge wie zunächst vermutet am Wochenende eintreffen, ist allerdings noch fraglich.

Mit der Halle in der Frölingstraße sieht Landrat Ulrich Krebs (CDU) „unser Soll zunächst“ als erfüllt an. Anfang Oktober hatte der Kreis vom Land den Auftrag erhalten, 1000 Plätze für eine Notunterkunft zu stellen. Die stellt man jetzt in Oberursel und Bad Homburg zur Verfügung. Allerdings könne niemand ausschließen, dass noch vor Weihnachten eine weitere Flüchtlingswelle auf Deutschland zurolle, so Krebs weiter.

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Doch zurück in die Gegenwart – und die hat gute Neuigkeiten parat. Der Sportunterricht der Humboldtschule (HUS), der bislang in der Frölingstraße stattgefunden hat – 52 Schulstunden – kann mehr oder weniger komplett in die Hallen an der Gesamtschule am Gluckenstein verlegt werden. Der Transport der Schüler erfolgt mit Bussen. „Und auch was die Sportvereine angeht – hier handelt es sich um 24 Wochenstunden –, suche man nach einer Lösung. „Alles, was wir nicht in der Halle an der Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) oder in der Hochtaunus-Halle unterbekommen, können wir eventuell in die Hallen in Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach verlagern“, so der Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU). Auch für die in den Wintermonaten an den Wochenenden in der Halle stattfindenden Jugend-Fußballturniere sei eine Lösung gefunden. Bad Homburgs OB Alexander Hetjes betonte, dass auch der Fokus der Stadt darauf liege, sicherzustellen, dass es für die Vereine keine Einschnitte gibt.

Die Kreisbeigeordnete Katrin Hechler ist zuversichtlich, dass der Ablauf in Bad Homburg ähnlich gut vonstatten geht wie in Oberursel – dort habe man auf eine große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung bauen können. Gestern wurde in Oberursel endlich auch mit der Registrierung der Flüchtlinge durch mobile Einsatzteams der Erstaufnahme in Gießen begonnen. Im Main-Taunus-Kreis ist dies bereits geschehen – obwohl die Flüchtlinge dort eine Woche später angekommen sind. Dennoch hält Hechler daran fest, dass es richtig gewesen sei, nicht wie im Nachbarkreis den Katastrophenfall auszurufen. „Das war eindeutig ein falsches Signal“, so die SPD-Politikerin.

Landrat Krebs warb derweil noch mal dafür, nicht nur die Registrierung der Flüchtlinge in den Notunterkünften vorzunehmen, sondern dort auch die Asylanträge entgegenzunehmen. Krebs: „Das würde für einen schnelleren Abfluss aus den Notunterkünften sorgen.“ Für die Antragstellung müssen die Flüchtlinge bislang noch warten, bis sie in ein Erstaufnahmelager verlegt werden. Allerdings ist das für den Hochtaunuskreis zuständige Lager in Gießen überfüllt.

Wohin mit der Erstaufnahme?

Nicht zuletzt deshalb sucht das Land händeringend nach Orten, in denen Außenlager der Erstaufnahme eingerichtet werden können. Dass eine solche Einrichtung in den Hochtaunuskreis kommt, gilt als sicher. Die Frage ist nur: wohin? Nach wie vor stehen die alten Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg und das ehemalige Schulungszentrum der Deutschen Bank in Kronberg im Fokus. Allerdings gibt OB Hetjes zu bedenken, dass ein Erstaufnahmelager unter den jetzigen Begebenheiten in Bad Homburg nicht zu machen sei. Schließlich würden zurzeit das Haus Berlin für Flüchtlinge hergerichtet und ein weiteres Gebäude auf dem Areal geprüft. „Dann ist auch mal gut auf diesem Grundstück“, sagt Hetjes. Prinzipiell könne es nicht sein, dass außer einer Notunterkunft auch eine Erstaufnahme in Bad Homburg angesiedelt werde. Das sieht der Landrat genauso – und ist zuversichtlich: „Bislang hat das Land auf unsere Argumente gehört und nicht an uns vorbei entschieden.“

Aktuell wurden im Hochtaunuskreis rund 1900 Flüchtlinge aufgenommen – 500 davon in Bad Homburg, was dem regulären Verteilerschlüssel entspricht. Hinzu kommen die 1000 Menschen, die demnächst in den Notunterkünften in Oberursel und Bad Homburg untergebracht werden. Die Verantwortlichen gehen übrigens davon, dass die Notunterkünfte spätestens dann geschlossen werden, wenn es im Hochtaunuskreis eine Erstaufnahme gibt. Das, so Krebs, sei bislang gängige Praxis gewesen.

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