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Vereine für Willkommenskultur: Oberursel zeigt sich bereit

Von Drei Tage, bevor die ersten Flüchtlinge in der Brunnenstadt ankommen werden, hatte die Stadt zum Tag des Flüchtlings auf dem Epinayplatz eingeladen. Viele Vereine und Institutionen, die in den kommenden Tagen und Wochen für die Flüchtlinge da sein werden, hatten rund um eine Bühne Stände aufgebaut.
Auf der Bühne in der Mitte des Epinayplatzes kamen am Tag des Flüchtlings Politiker und Vereinsvertreter zu Wort. Foto: Jochen Reichwein Auf der Bühne in der Mitte des Epinayplatzes kamen am Tag des Flüchtlings Politiker und Vereinsvertreter zu Wort.
Oberursel. 

Die Oberurseler Bürger, die Vereine und Kirchen und natürlich die Stadt werden den Flüchtlingen, die ab Montag in der Brunnenstadt erwartet werden, mit aller Freundlichkeit begegnen. Diesen Eindruck gewann, wer am vergangenen Freitag den „Tag des Flüchtlings“ auf dem Epinayplatz besuchte. Er stand unter dem Motto „Refugees welcome“.

Stände wie etwa der St.-Ursula- Gemeinde, der Freien evangelischen Kirche Bommersheim, der Internationalen Fraueninsel, des Ausländerbeirates, von Amnesty International, dem Weltladen oder der Mosaik Kirche Frankfurt durften da nicht fehlen.

Vor drei Jahren geflohen

Auf der großen Bühne meldeten sich Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD), die Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD), Fritz Rickert vom Hessischen Flüchtlingsrat, Dr. Tobias Krohmer, Koordinator beim Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Hochtaunuskreis, Annegret Huchler, Beauftragte Willkommenskultur vom Bistum Limburg, und Mustafa aus Somalia zu Wort. Wie der Somalier berichtete, war er vor drei Jahren aus seiner Heimat geflohen, nachdem sein Vater umgebracht worden war und ihm das gleiche Schicksal drohte.

Fritz Rickert vom Flüchtlingsrat beklagte, dass die Politik viel zu spät aktiv geworden sei, dass die vielen ehrenamtlichen Helfer „ausbrennen würden“. Annegret Huchler stellte ein vom Bistum zusammengestelltes Nachschlagewerk für Haupt- und Ehrenamtliche vor, in dem es wichtige Hinweise zu Aufnahmeverfahren, zur Erlangung von Kita-Plätzen und zur Trauerbetreuung von Flüchtlingen gebe.

Offener begegnen

Mustafa lebt seit zwei Jahren mit vielen anderen Flüchtlingen in Bad Homburg und würde gerne die deutsche Sprache erlernen und einen Integrationskurs beginnen, er stecke aber im Asylverfahren fest, erfuhren die Besucher. Mustafa wünschte sich noch eindringlich, dass alle Flüchtlinge gleich behandelt werden sollen und dass man ihnen offener begegnen solle.

Zur Frage aus dem Publikum, warum die Verfahren so lange dauerten, antwortete Katrin Hechler: „Das Personal kommt einfach nicht nach bei dieser Anzahl von Menschen, die zu uns kommen.“ Wieder jemand von den Zuschauern wollte wissen: „Wenn jemand bereits sehr lange auf sein Aufnahmeverfahren wartet, kann er dann einfach hierbleiben?“ Das hielt Brum für bedenklich. Natürlich laufe vieles noch nicht rund, aber alle demokratischen Parteien Deutschlands stünden hinter dem Konzept, „und in den Kommunen tun wir unser Bestes.“

Rickert entgegnet, die Flüchtlinge seien „doch nicht vom Himmel gefallen“ und die „Krise sei handgemacht“. Hechler war anderer Meinung: „Wir haben doch schon ganz viel geschafft, und die Zahlen der Menschen, die kommen würden, waren vor einem halben Jahr noch nicht klar.“ Rickert sah das anders: „Dass die Konflikte in den entsprechenden Ländern andauern, dürfte jeder wissen, dass immer mehr Menschen kommen werden, war absehbar.“

Vor der Bühne hüpften derweil Mädchen und Jungen aus aller Herren Länder mit bunten Luftballons umher. Sie waren einfach fröhlich und genossen das Fest.

Einige der Luftballons mit der Aufschrift „Refugees welcome!“ wurden später mit Helium befüllt und gemeinsam auf die Reise geschickt. Doch zuvor hatte die Internationale Fraueninsel noch einen Zumbaworkshop mit Trainerin Justina organisiert, bei dem viele Flüchtlingsfrauen gerne mittanzten.

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