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Ehrenamt: Oberurseler Feuerwehr pocht auf hauptamtliche Leitung

Die Feuerwehrleitung für die gesamte Stadt kann ehrenamtlich kaum noch gestemmt werden. Das ist die Botschaft, die Oberursels Feuerwehren Stadtrat Thorsten Schorr mit auf dem Weg gaben. Bei der Jahreshauptversammlung der fünf freiwilligen Wehren Oberursels gab es zudem einen ganz besonders bewegenden Moment.
Feuerwehr Foto: M. Christians/Archiv Foto: Malte Christians (dpa) Feuerwehr Foto: M. Christians/Archiv
Oberursel. 

Eine wachsende Stadt mit mehr Wohnhäusern, Tiefgaragen und Firmenansiedlungen fordern von den fünf freiwilligen Feuerwehren Oberursels und ihrer ehrenamtliche Gesamtleitung einen immer höheren Einsatz beim Brandschutz und den damit verbundenen Verwaltungs- und Koordinierungsaufgaben. Deshalb war jetzt bei der Jahreshauptversammlung (JHV) in der Stadthalle die Forderung von Stadtbrandinspektor Holger Himmelhuber und seinem Stellvertreter Andreas Ruhs deutlich: Das Ehrenamt Feuerwehr müsse entlastet werden und zwar durch mehr hauptamtliche Kapazitäten inklusive einer hauptamtlichen Führung. Eine entsprechende Möglichkeit könnte das neue Hessische Brand- und Katastrophenschutzgesetz (HBKG) bringen, das zurzeit erarbeitet wird. Es soll den Weg für einen hauptamtlichen Leiter der Feuerwehr in Städten mit eigener Brandschutzdienststelle frei machen.

779 Mal ausgerückt

Dass so eine Stelle nötig ist, zeigt schon ein Blick auf die Einsatzzahlen für das vorige Jahr: 779 Mal rückten die insgesamt 254 Einsatzkräfte aus, um Brände zu bekämpfen, Hilfe beispielsweise bei Unfällen zu leisten und Menschen zu retten. Hinzu kommen Brandsicherheitsdienst bei Veranstaltungen, Vorbeugung, Ausbildung und Unterricht.

Rein zahlenmäßig waren das rund 130 Einsätze weniger als in 2016, aber, so betonte Himmelhuber, „immer noch auf einem sehr hohen Niveau“. Dabei habe der bei der Stadt angesiedelte und mit acht hauptamtlichen Mitarbeitern besetzte Stab „Brand- und Zivilschutz“ bei kleineren Einsätzen nicht die erhoffte Entlastung für die ehrenamtlichen Kräfte gebracht. Nichtsdestotrotz betonte Stadtrat und Feuerwehrdezernent Thorsten Schorr (CDU) die gute Zusammenarbeit, und den intensiven Austausch zwischen Stadt und Feuerwehr gerade auf dieser Ebene.

Um weiterhin einen reibungslosen Einsatzablauf gewähren zu können, müsse man außer der Instandhaltung und Erneuerung der Feuerwehrgebäude und der technischen Ausstattung auch beim Thema „Digitalfunk“ schneller weiterkommen, so Himmelhuber und Ruhs. Die unglückliche Mischung von Analog- und Digitalfunk, wie sie zurzeit in der Leitstelle bei der Koordination von Einsätzen zu stemmen sei, behindere den schnellen Informationsfluss zwischen den Rettungsorganisationen erheblich.

Seltene Auszeichnung

Einen sehr emotionalen Moment erlebten die Besucher als der Weißkirchener Hauptbrandmeister Martin Jung für seine jahrzehntelangen Verdienste erst mit dem Ehrenkreuz in Silber am Band geehrt wurde und dann die seltene Auszeichnung der Goldenen Ehrennadel des Landes Hessen verliehen bekam. Mit Standing Ovations bedankten sich die Feuerwehrleute bei einem sichtlich gerührten Jung, der 45 Jahre der Einsatzabteilung angehörte und als Jugendwart und Wehrführer aktiv war. Unter seiner Führung sei der Förderverein der Weißkirchener Wehr zum mitgliederstärksten im Kreis geworden, wie Himmelhuber betonte. Außerdem habe sich Jung nachhaltig für die Partnerschaft unter den Oberurseler Wehren eingesetzt.

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