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Ohne Latein geht nichts

Die ZING-Reporter der Klasse 4D aus der Montessorischule Kronberg zog es mit ihrer Lehrerin Beatrix Eckendorff auf die Saalburg im Taunus. Die Reporter hatten sich für das spannende Thema Römer entschieden und wollten mehr über die Lebensweise der Menschen damals erfahren.
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Bad Homburg. 

An der Saalburg trafen wir den Museumspädagogen Rüdiger Schwarz. Der 45-Jährige kennt sich auf der Saalburg richtig gut aus und konnte alle unsere Fragen genau beantworten. Er ist Archäologe und hat in früheren Jahren auch den Beruf des Tischlers ausgeübt. So kennt er sich gut mit dem Handwerk aus.

Auf einem Römerkastell ist es sehr wichtig, dass man Latein versteht und das konnte der Museumspädagoge auch. Er übersetzte uns lateinische Inschriften und schaffte es tatsächlich, dass wir ein bisschen Latein verstehen konnten. Dazu gab er uns lateinische Anweisungen, die wir kurze Zeit später auch ausführen konnten. Wenn man als Soldat in die Saalburg wollte, war das auch sehr wichtig, denn die gesprochene Sprache war damals hier im Taunus Latein!

Rüdiger Schwarz erzählte uns, dass die Saalburg vor ungefähr 1800 Jahren von den Römern gebaut wurde. Sie liegt unweit des berühmten Limes – dem Grenzwall, der römische Gebiete von den germanischen Stammesgebieten teilte.

In der Saalburg lebten 600 Soldaten, 120 davon waren Soldaten auf Pferden. Wir erfuhren weiter, dass die Soldaten mit 18 Jahren ihren Dienst auf der Saalburg begannen und ihn für die nächsten 25 Jahre erfüllen sollten. Die Soldaten durften nicht heiraten, aber ihre Frauen und Familien wohnten im Lagerdorf, welches außerhalb der Mauern der Saalburg lag. So waren sie wenigstens nicht allzu weit weg.

Soldat in einer Schlacht zu sein, war natürlich sehr gefährlich. Aber es waren die Römer, die von den anderen Völkern gefürchtet waren. Nach und nach wurde ihr Reich immer größer, da sie eine Schlacht nach der nächsten gewannen. Ihre Formationen waren gefürchtet, und auf dem freien Feld waren sie nahezu unbesiegbar. Außerdem hatten sie sehr gute Waffen.

Einige Katapulte konnten wir uns in der Saalburg anschauen. In diesem Raum steht auch eine lebensgroße Römerfigur. Rüdiger Schwarz stellte sie uns als Claudius Faulus vor. Claudius, weil dies ein typisch römischer Name ist, und Faulus, weil sich dieser Soldat noch nie bewegt hat. Viel schleppen muss er trotzdem, wie dies alle römischen Soldaten früher tun mussten. Allein das Kettenhemd wog schon 15 bis 20 Kilo, hinzu kamen noch Schild, Waffen, Helm und Proviant. Auch Werkzeug und Kochgeschirr trugen sie an einer Stange auf ihren langen Märschen.

Auf der Saalburg wurden die Römer nicht angegriffen, diese war viel zu gut geschützt.

Wie viel man eigentlich als Soldat verdient habe, wollte Franka wissen. Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, da die Münzen zu unterschiedlichen Zeit-Epochen unterschiedlich viel wert waren. Aber eins sei sicher, klärte uns Rüdiger Schwarz auf, den Soldaten ging es nicht schlecht auf der Saalburg. Als Soldat bekamen die Männer dreimal im Jahr ihren Lohn ausgezahlt. Außerdem gab es dreimal am Tag eine Mahlzeit, und sie hatten ein Dach über dem Kopf.

Rüdiger Schwarz führte uns zu den Mannschaftsbaracken, wo wir uns selber ein Bild über die Unterkünfte machen konnten. Hinter einer Glaswand war eine Unterkunft für acht Soldaten nachgebaut. Diese wohnten zusammen in einem Raum, der ungefähr 15 Quadratmeter groß war. Es gab ein Stockbett, in dem vier Soldaten oben und vier Soldaten unten schliefen und eine Kochnische, ebenso Stauraum für die Kleidung und Ausrüstung. Das sah schon sehr eng aus. Aber die Römer auf der Saalburg hielten sich sowieso meistens nur zum Schlafen oder Kochen dort auf. Einige von ihnen hatten Berufe wie Maurer oder Schmied und arbeiteten tagsüber auf der Burg, oder sie hielten Wache. Neben ihrem Dienst hatten die Soldaten aber auch Zeit, zusammen Spiele zu spielen. Beliebt waren Gesellschaftsspiele. Interessant fanden wir, dass die Römer schon „Mühle“ kannten, ein Spiel, das heute noch gerne gespielt wird. Eine Auswahl einiger dieser Spiele ist ebenfalls in der Saalburg ausgestellt, und man kann diese auch ausprobieren.

Das Fahnenheiligtum ist eine besondere Halle in der Saalburg. Sie ist immer abgeschlossen, aber Rüdiger Schwarz ließ uns eintreten und erklärte, wieso dieser Ort für die Römer so wichtig war. Es sind dort nämlich Fahnen ausgestellt, die den Römern in ihren Schlachten Glück bringen sollten. Ohne eine solche Fahne zogen die Römer nicht in den Kampf.

Am Ende unseres Ausflugs durften wir einen Film anschauen, bei dem Rüdiger Schwarz mitgewirkt hatte. In diesem Film erfuhren wir noch mehr über die Saalburg, vor allem über unser Thema, wie die Römer früher gelebt haben. Wir können die Saalburg als Römermuseum nur empfehlen. Wir haben einen spannenden und sehr informativen Tag mit einem sehr netten Museumspädagogen verbracht, und auch das Arbeiten wie echte Reporter hat uns richtig gut gefallen.

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