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Palliativteam Hochtaunus: Krankheit und Sterben ins Leben integrieren

Von Nicht Karneval oder St. Martin, sondern schwere Krankheit und Tod standen am 11.11. bei einer Info-Veranstaltung im Rathaus im Mittelpunkt. Hierzu hatte der Seniorenbeirat zwei Referentinnen eingeladen.
Friedrichsdorf. 

Einen schlichten, silbernen Esslöffel hatte Dr. Elisabeth Lohmann, Geschäftsführerin des Palliativteams Hochtaunus, in den großen Sitzungssaal mitgebracht. Und es sollte nicht lange dauern, bis die Anwesenden das Besteck mit der Redewendung „den Löffel abgeben“ in Verbindung brachten. „Das ist zwar eine saloppe, aber bildliche Umschreibung für das Sterben. Früher hat die gesamte Familie aus einer Schüssel gegessen, die in der Mitte des Tisches stand“, betonte Lohmann und ergänzte: „Mit dem Sterbeprozess ändert sich etwas ganz Grundlegendes, denn Sterbende können mit Lebensmitteln nichts mehr anfangen.“ Der Seniorenbeirat um den Ersten Vorsitzenden Dr. Dieter Hondelmann hatte am vergangenen Dienstag zu einem Informationsabend über die Palliativ- und Hospizversorgung im Hochtaunuskreis eingeladen. Neben Dr. Elisabeth Lohmann stellte auch Anja Born vom Hospizdienst Friedrichsdorf den rund 20 Zuhörern ihr Tätigkeitsfeld vor.

Schmerzen lindern

„Viele schwer kranke Menschen bekommen von ihrem Arzt den Satz zu hören: Wir können nichts mehr für Sie tun. Das stimmt aber nicht, denn die palliative Medizin kann Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern“, erklärte Lohmann den Anwesenden und fügte hinzu: „Statt Hightechmedizin setzen wir auf High Touch, das heißt bei unserer Arbeit steht die menschliche Begegnung im Mittelpunkt. Wir bezeichnen uns auch als Hebammen am Lebensende, denn die Berührung steht am Anfang und Ende des Lebens im Mittelpunkt.“ Im vergangenen Jahr gründeten Dr. Elisabeth Lohmann und Dr. Robert Gaertner das Palliativteam Hochtaunus, das eine spezialisierte, ambulante Palliativversorgung (SAPV) anbietet; mittlerweile ist das Team in der Daimlerstraße 12 in Bad Homburg ansässig.

Die Mitarbeiter, darunter Ärzte und Pflegefachkräfte, arbeiten in wechselnden Schichten an sieben Tagen pro Woche, sind 24 Stunden für Patienten sowie deren Angehörige erreichbar und im gesamten Hochtaunuskreis aktiv. Ziel sei es, die Patienten zu Hause zu versorgen und ungewollte Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. Krankheit und Sterben sollen ins Leben integriert werden, so Dr. Lohmann.

Angehörige entlasten

Die Zusammenarbeit im hospizlich-palliativen Netzwerk funktioniert bestens – sei es mit dem Hospiz Arche Noah in Schmitten, der Palliativstation in den Hochtaunuskliniken oder aber mit Pflegediensten und dem Hospizdienst.

„Wir setzen früher an als das SAPV-Team“, berichtete Anja Born vom Hospizdienst Friedrichsdorf. „Die Pflege von schwerkranken Angehörigen ist ein 24-Stunden-Job. Da ist es ganz wichtig, die Angehörigen durch geschulte, in unserem Fall ehrenamtliche Mitarbeiter, zu entlasten und Freiräume zu schaffen. Auch die Betroffenen profitieren davon, können sie doch mit einer Person, die nicht zur Familie gehört, über ihre Ängste sprechen.“

Am Ende ihres Vortrags hielt Dr. Elisabeth Lohmann einen Dessertlöffel in die Höhe, der im Volksmund auch als „kleiner Prophet“ bezeichnet wird. „Wenn ein Dessertlöffel auf dem Tisch liegt, dann weiß man, dass nach dem Hauptgang noch ein Nachtisch folgt. Es macht Sinn, sich unabhängig vom Lebensalter mit dem Thema Tod zu beschäftigen, auch was Patientenverfügungen betrifft“, so Dr. Lohmann abschließend.

Das Palliativteam Hochtaunus ist während der Bürozeiten von 9 bis 15 Uhr unter Telefon (0 61 72) 49 97 63–0 oder per E-Mail unter info@palliativteam-hochtaunus.de zu erreichen. Weitere Infos gibt es auch im Internet unter www.palliativteam-hochtaunus.de.

Die nächste Info-Veranstaltung findet im Februar 2015 statt. Weitere Details gibt der Seniorenbeirat im Dezember öffentlich bekannt.

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