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21-Jährige führt vermeintlicher Rivalin erhebliche Verletzungen zu: Pfefferspray-Attacke aus Eifersucht

Von Der Angriff kam plötzlich, ohne Vorwarnung: Eine Friedrichsdorferin hat eine junge Frau verletzt, weil sie dachte, diese habe sich an ihren Freund herangemacht. Vor Gericht stritt die 21-Jährige zunächst alles ab. Die Richterin gab der Angeklagten allerdings eine Chance sich umzubesinnen.
Symbolbild Foto: dpa Symbolbild
Friedrichsdorf. 

Ihre Eifersucht kostet eine 21 Jahre alte Friedrichsdorferin nun 500 Euro. Diesen Betrag muss sie als Schmerzensgeld an eine andere junge Frau zahlen, der sie am 26. Oktober vergangenen Jahres gegen 2 Uhr in Friedrichsdorf aus nächster Nähe Pfefferspray ins Gesicht gesprüht hatte.

Mit diesem wegen gefährlicher Körperverletzung ergangenen Urteil kam die Angeklagte gut weg. Obwohl sie zur Tatzeit 20 Jahre und 11 Monate alt war, wurde wegen ihrer Reifeverzögerung das Jugendstrafrecht angewandt. Ansonsten beträgt die Mindeststrafe bei einem solchen Delikt für eine erwachsene Person 6 Monate Haft.

Und das war geschehen: In jener Nacht hatte sich eine Gruppe von etwa 15 Personen außerhalb des Stadtkerns getroffen. Unter ihnen befanden sich auch die jetzt Angeklagte, ihr Freund und die junge Frau, die Opfer der Attacke wurde. Offenbar war die Friedrichsdorferin eifersüchtig auf die Frau gewesen. Diese habe sich an ihren Freund „rangemacht“, glaubte sie. Doch statt die vermeintliche Rivalin zu befragen, ließ sie sich von einem Bekannten nach Hause fahren, um dort ihre Pfefferspray-Dose zu holen. Danach kehrte sie zurück, um ohne Ankündigung und Vorwarnung der anderen Frau den Reizstoff ins Gesicht und damit auch in die Augen zu sprühen. Eine schmerzhafte Attacke. Bei Gericht war auf Bildern eine erhebliche Schwellung im Gesicht der jungen Frau zu erkennen.

Zunächst bestritt die Angeklagte allerdings die Tat ab. Sie habe sich mit anderen Personen bei ihrem Freund aufgehalten und Karten gespielt, behauptete sie vor Gericht. Hierzu hatte sie zwei Zeugen aufgeboten, die ihre Aussage bestätigen sollten und offenbar auch wollten. Hätten diese beiden Männer im Gericht ausgesagt und der Angeklagten somit ein falsches Alibi gegeben, wäre die Strafe für diese Zeugen wesentlich höher als für die Angeklagte ausgefallen. Doch zum Glück für die Angeklagte und ihre Entlastungszeugen kam es anders.

Hierzu trug die von der Richterin verlesene Aussage einer anderen Zeugin bei, die wegen einer Ferienfreizeit nicht zur Gerichtsverhandlung in Bad Homburg kommen konnte. Diese junge Frau hatte in ihrer Aussage vor der Polizei den wahren Sachverhalt geschildert und dabei den Anklagevorwurf der gefährlichen Körperverletzung bestätigt.

Mahnung der Richterin

Danach belehrte die Jugendrichterin nochmals die Angeklagte ausführlich über die Folgen von falschen Zeugenaussagen bei Gericht. Sie räumte der Angeklagten eine kurze Verhandlungspause ein, damit sie mit ihrer Mutter sowie der Vertreterin des Jugendamtes das weitere Verhalten absprechen konnte. Diese Pause zeigte Wirkung: „Ich gebe alles zu“, sagte die Angeklagte nun. „Da haben Sie aber gerade noch die Kurve bekommen“, meinte die Jugendrichterin. Die beiden „falschen“ Zeugen wurde danach nicht mehr angehört. Zwei vorgeladene, aber unentschuldigt fehlende Zeugen müssen für ihr Nicht-Erscheinen je 50 Euro zahlen.

Für die Angeklagte, die sich momentan im dritten Lehrjahr befindet und demnächst über ein normales Gehalt verfügt, gab es gemäß Jugendstrafrecht eine Verwarnung. Außerdem muss sie in zwei Raten den Gesamtbetrag von 500 Euro als Schmerzensgeld an die durch Pfefferspray verletzte Frau zahlen.

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