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Kriminalität durch Flüchtlinge: Polizei: Kein Anstieg der Kriminalität durch Flüchtlinge

Sind Flüchtlinge ein Sicherheitsrisiko? Diese Frage trieb viele Besucher der Bürgerinfo im Kurhaus um. Die Polizei gab erst mal Entwarnung.
Rund 400 Bürger waren am Mittwoch zur Bürgerinfo zum Thema Flüchtlinge ins Kurhaus gekommen. Rund 400 Bürger waren am Mittwoch zur Bürgerinfo zum Thema Flüchtlinge ins Kurhaus gekommen.
Bad Homburg. 

Bei dieser Besetzung des Podiums blieb keine Frage offen. Die Organisatoren der Bürgerinfo zur Notunterkunft für Flüchtlinge in Bad Homburg hatten das ganz große Besteck aufgefahren. Der Landrat und seine beiden Kreisbeigeordneten, der OB von Bad Homburg, der Katastrophenschutz, die Polizei, das Gesundheitsamt, ein Vertreter der Kirche und der Geschäftsführer des DRK – sie alle versorgten die rund 400 Zuhörer im Kurhaus mit jeder Menge Informationen. Entlockt wurden ihnen diese von hr-Moderatorin Susanne Schierwater.

Wer allerdings in den vergangenen Tagen aufmerksam die TZ gelesen hatte, dem waren die allermeisten Fakten bereits vertraut: 350 Flüchtlinge werden bis auf weiteres in der Turnhalle an der Frölingstraße untergebracht. Die Humboldtschüler, die dort ihren Sportunterricht haben, werden mit Bussen zur Gesamtschule am Gluckenstein transportiert. Und auch für die Sportvereine will man eine schnelle Lösung finden.

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Es gab sie beide auf der Bürgerinfo – die Fraktion derer, denen die Flüchtlingssituation Ängste bereitet, und diejenigen, die die anstehenden Probleme mit Optimismus und mehr oder weniger frei jedweder Sorgen angehen.

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Nachdem die Offiziellen auf dem Podium gesprochen hatten, durften die Bürger Fragen stellen. Da meldeten sich zunächst Vertreter der HUS zu Wort – nicht unbedingt mit Fragen, doch aber mit interessanten Statements. So beklagte der Vorsitzende des Schulpersonalrats, Hans-Joachim Weller, die Informationspolitik. „Wir haben eine kurze Mail von der Schulleitung erhalten, gefragt hat uns niemand“, so Hans-Joachim Weller. Allerdings sei man an der HUS bereit, die Belastungen, die sich aus der Unterbringung der Flüchtlinge in der Turnhalle ergeben, zu akzeptieren. Schließlich sei seine Schule bekannt für ihr soziales Engagement. So hätten Schüler bereits Geld gespendet und etliche Lehrer seien bereit, Flüchtlingen Deutschunterricht zu erteilen. Der Kritik an der Informationspolitik schloss sich im Anschluss auch Matthias Hering vom Schulelternbeirat an.

Kurzfristiger Einsatzbefehl

„Der Einsatzbefehl aus Wiesbaden kam sehr kurzfristig“, warb Landrat Ulrich Krebs (CDU) um Verständnis. Man habe nur wenig Zeit gehabt, eine geeignete Liegenschaft zu finden, habe auch andere Möglichkeiten wie das Du-Pont-Gebäude in Ober-Eschbach geprüft. Da der HUS noch die Hochtaunushalle zur Verfügung stehe, habe man sich dann kurzfristig für die Frölingstraße entschieden.

Auch das Thema Sicherheit interessierte viele Bürger. Da konnte Kriminaldirektorin Antje van der Heide Rede und Antwort stehen. „Wir sorgen für eine erhöhte Polizei-Präsenz“, erklärte die Chefin der Polizeistation Bad Homburg. Allerdings sei dies eher eine „prophylaktische“ Maßnahme. Zwar wisse sie aus anderen Landkreisen, dass es hin und wieder zu Vorfällen komme, „für uns ist das allerdings blanke Theorie“. Sie habe Verständnis für die Besorgnis der Bürger, allerdings sei diese für den Hochtaunuskreis bislang völlig unbegründet. „Diese Angst vor dem Unbekannten ist halt ein Bauchgefühl“, so van der Heide.

In der Notunterkunft in Oberursel sei es bislang nur zu drei Delikten gekommen – ein handgreiflicher Streit zwischen Flüchtlingen und zwei Diebstähle in der Unterkunft. Van der Heide: „Die Lage ist absolut ruhig, daher beschränken wir uns bislang auf die Prävention.“ Dabei gehe es nicht um die Sicherheit der Bürger, sondern auch um die der Flüchtlinge. „Unsere Bestreifung beginnt daher schon vor dem Einzug der Flüchtlinge“, so die Kriminaldirektorin weiter. Es gelte nämlich auch, fremdenfeindliche Aktionen zu unterbinden.

Prognosen schwer

Wie lange die Hallen in Bad Homburg und Oberursel als Notunterkünfte genutzt werden, war eine weitere Frage aus dem Publikum. Der Landrat geht momentan davon aus, dass die Hallen noch bis zum Schulhalbjahr als Unterkünfte genutzt werden. Allerdings könne man dies nicht versprechen. „Eine Prognose ist da schwer.“ Krebs erinnerte daran, dass es bislang gängige Praxis gewesen sei, die Notunterkünfte abzubauen, wenn ein Landkreis eine Erstaufnahme errichtet.

Warum man die Halle in der Frölingstraße und nicht etwa die Albin-Göhring-Halle genutzt habe, konnte OB Alexander Hetjes (CDU) erklären. Unter anderem werde die Halle in Ober-Eschbach durch Vereine wesentlich intensiver genutzt.

(col)
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