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Fastnacht in Orschel: Prinz Rüdiger I.: "Ich geb' Gas, ich will Spaß"

Von Die Durststrecke ist überwunden, und das wurde gestern ordentlich begossen – trifft es doch gleich in doppelter Hinsicht zu: Zum einen startete die neue Fastnachtssaison, zum anderen herrscht nach dem Prinzenmangel endlich wieder eine Tollität übers Orscheler Narrenvolk, und was für eine: Rüdiger Koch schwingt fortan als Prinz Rüdiger I. das Zepter. Heimatvereine hat der umtriebige Bommersheimer gleich zwei, den BCV und den Frohsinn, und auch das Motto seiner Kampagne verspricht alles andere als Langeweile.
Prinz Rüdiger I. strahlt übers ganze Gesicht. Ihm zur Seite stehen in der Kampagne: Hofmarschall Benjamin Müller, Daniela Dobbertin und Sandy Mohr (von links). Bilder > Foto: Jochen Reichwein Prinz Rüdiger I. strahlt übers ganze Gesicht. Ihm zur Seite stehen in der Kampagne: Hofmarschall Benjamin Müller, Daniela Dobbertin und Sandy Mohr (von links).
Oberursel. 

Darauf ein dreifach donnerndes „Orschel – helau!“: Gestern starteten die Karnevalisten der Brunnenstadt bestens gelaunt in die fünfte Jahreszeit, haben sie doch auch endlich wieder einen Prinzen, der fortan übers närrische Volk regiert: Gestatten, Prinz Rüdiger I.!

Am gestrigen Abend wurde Ihre Tollität feierlich inthronisiert. Aber auch am Vormittag ging es schon rund, da stellte der Prinzenanwärter nämlich sich, seinen Hofstaat und sein Wappen im Alt-Oberurseler Brauhaus vor, um danach am Fastnachtsbrunnen – natürlich pünktlich um 11.11 Uhr – ganz gemäß der Tradition lautstark die neue Karnevalssaison einzuläuten.

Rüdiger Koch, so sprach ihn alle Welt da noch an. War er doch noch Prinz in spe – und was für einer: Der 41 Jahre alte Geschäftsführer der Autohaus Koch GmbH und waschechte Orscheler, der künftig die fünf brunnenstädtischen Karnevalsvereine vertreten wird, entspringt gleich zwei Heimatvereinen, nämlich dem Bommersheimer Carneval Verein (BCV) und dem Karnevalverein Frohsinn. „In meiner Brust schlagen zwei karnevalistische Herzen“, sagt Rüdiger I., der mit Ehefrau Zaklina zwei Kinder hat, Annabel (7) und Marc (8). Zunächst war er Senator beim Frohsinn und Sponsor des BCV gewesen, seit vier Jahren ist er in beiden Vereinen auch im Elferrat aktiv. Jetzt freut er sich, wie er erzählt, auf „seine“ lange Kampagne und die vielen Menschen, die er in den kommenden Monaten kennenlernen darf.

Bilderstrecke Helau, ihr Narren! Prinz Rüdiger I. inthronisiert
Endlich! Es herrscht wieder eine Tollität übers Orscheler Narrenvolk: Rüdiger Koch schwingt fortan als Prinz Rüdiger I. das Zepter. Hier zeigen wir Fotos von seiner Inthronisation!Oberursel,Inthronisation von Rüdiger I.Oberursel,Inthronisation von Rüdiger I.,Übergabe Zepter an Rüdiger I.

„Ich geb Gas – ich will Spaß!“ Das Kampagnenmotto von Rüdiger I., das seinem Beruf, seiner Leidenschaft fürs Automobil, aber auch seinem Fahrstil geschuldet ist, wie er verrät, verspricht ein turbulentes närrisches Treiben. „Mit Vollgas“ will die neue Tollität durchregieren: „Zu lange Zeit in Orschel ohne Prinz verstrich, Orschels Narren wollten dies nicht, jetzt ist er zur Stelle bei Tag und bei Nacht und grüßt in voller Prinzenpracht!“, heißt es in der Proklamation.

Hochkarätig besetzt

Und Pracht ist kein Superlativismus – das Ornat von Prinz Rüdiger I. ist ein Traum aus weißem Satin, dunkelblauem Samt und silbrig funkelnden Pailletten. Die Tollität und ihr Hofstaat sehen einfach fabelhaft aus, das war gestern einhellige Meinung.

Hofstaat ist ein gutes Stichwort – denn auch der ist hochkarätig besetzt. Als Hofmarschall fungiert kein Geringerer als Benjamin Müller alias Ex-Prinz Benjamin I. Der 36 Jahre alte Steuerberater, Geschäftsführer und passionierte Karnevalist ist dem BCV von jeher in Treue verbunden: Mit acht Jahren war er BCV-Kinderprinz, um nur ein Highlight seiner närrischen Laufbahn zu nennen. Heute ist er stellvertretender Vorsitzender und im Elferrat aktiv, außerdem Beisitzer und Pressesprecher im Vorstand des Orscheler Narrenrats. „Jetzt mein Hofmarschall zu sein, ist natürlich der Höhepunkt seiner Karriere“, scherzt Rüdiger I. Gern denkt er daran zurück, dass es der Freund und Ex-Prinz war, der ihn davon überzeugte, das Amt, von dem er schon länger schwärmte, in dieser Saison zu bekleiden.

Des Prinzen Pagen, das war ihm wichtig, entstammen beiden Heimatvereinen: Die Stierstädterin Daniela Dobbertin (37), Versicherungskauffrau und Mutter von zwei kleinen Kindern, engagiert sich seit 2006 im BCV, zurzeit unter anderem als stellvertretende Schriftführerin.

Page Nummer zwei ist die städtische Angestellte (Bereich Stadtmarketing und Tourismus) Sandy Mohr (30). „Den Karneval habe ich quasi mit der Muttermilch aufgesogen“, erzählt sie lächelnd. Schon mit drei Jahren stand Mohr mit den Minis auf der Frohsinn-Bühne. Mittlerweile unterstützt sie den Verein bei verschiedenen Veranstaltungen, zum Beispiel der Hausparty. Den Prinzen fahren werden Heinz-Jürgen Müller und Thomas Schumbert. Der royale Dank galt gestern aber nicht nur dem Hofstaat – sondern auch Rüdiger Kochs Gattin, die ihn sowohl in der Geschäftsführung unterstützt als auch voll hinter der Kampagne steht, wie er stolz berichtet. Dafür gab es ein besonderes Geschenk: ein Handtäschchen, abgestimmt auf den Stil seines Ornats.

Und als der Prinz, seine Familie, sein Hofstaat und rund 60 Schaulustige am Marktplatz die Kampagneneröffnung begossen hatten, blieben noch des Prinzen Wünsche – ganz viele Kinder und Eltern beim Rathaussturm, ganz viele Freunde des Karnevals und solche, die es werden wollen, bei allen Veranstaltungen der Vereine und des Narrenrats und schließlich zahlreiche Teilnehmer, volle Straßen und schönes Wetter beim Taunus-Karnevalszug am 26. Februar.

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