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In Ober-Eschbach: Rätsel um das U-Bahn-Unglück: Staatsanwaltschaft ermittelt

Von Man kann es immer noch nicht glauben, dass eine Frau in der vergangenen Woche bei einem tragischen U-Bahn-Unglück in Ober-Eschbach ums Leben gekommen ist. Bislang ging man davon aus, dass die Frau bei Rot über die Schranke gefahren ist. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geben Anhaltspunkte dafür, dass dem vielleicht nicht so gewesen ist.
Beim Zusammenstoß mit einer U-Bahn ist in der vergangenen Woche eine 54 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Foto: Sven-Sebastian Sajak Beim Zusammenstoß mit einer U-Bahn ist in der vergangenen Woche eine 54 Jahre alte Frau ums Leben gekommen.
Ober-Eschbach.  Auch eine Woche nach dem tödlichen Unfall, der sich am Bahnübergang der Haltestelle Ober-Eschbach ereignet hat, ist ungeklärt, wie es überhaupt zu dem tragischen Unglück kommen konnte. Wie berichtet, war eine 54 Jahre alte Autofahrerin gegen 5 Uhr in der Früh unter einen Zug der U-Bahn-Linie U 2 geraten. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge soll die Frau bei Rotlicht und sich schließenden Schranken versucht haben, noch über die Gleise zu kommen. Im Polizeibericht vom 23. Mai, hieß es: „Hier soll die Frau die Bahngleise gequert haben, obwohl die Lichtzeichenanlage Rot zeigte und die Halbschranken geschlossen wurden.“ Jetzt sieht die Sache aber so aus, als könnte der Verlauf möglicherweise ein ganz anderer gewesen sein.

War das Rotlicht an?

Weswegen die ganze Angelegenheit inzwischen auch bei der Staatsanwaltschaft liegt. Deren Sprecherin, Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, bestätigte gestern, dass es ein „Todesermittlungsverfahren“ geben wird, im Rahmen dessen geklärt werden müsse, „ob sich der Anfangsverdacht eines Fremdverschuldens“ bestätigt. Im Klartext: Ob sich der tragische Unfall möglicherweise ganz anders abgespielt hat, als bislang angenommen. Das ist zwar prinzipiell ein Standardverfahren „wenn eine tote Person aufgefunden wird“, wie Niesen sagt.

Bilderstrecke Tödlicher Unfall: Auto unter U-Bahn in Ober-Eschbach eingeklemmt
Bei der Kollision einer U-Bahn mit eine Auto in Bad Homburg/Ober-Eschbach ist eine 54-jährige Autofahrerin ums Leben gekommen. Die Strecke wurde zunächst gesperrt.

Aber nach gesicherten Informationen der TZ soll im Raum stehen, dass der 64 Jahre alte Fahrer der Bahn auf einem gesperrten Streckenabschnitt gefahren sein soll, weswegen er zu früh an der Bahnschranke angekommen sein soll. Wenn dem so gewesen wäre, wäre die Schranke zu diesem Zeitpunkt auch noch oben und auch kein Rotlicht zu sehen gewesen. Die Oberstaatsanwältin mochte sich dazu gestern nicht äußern. Und da der Fall mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft liegt, sagte auch Polizeisprecher Michael Greulich in dieser Angelegenheit nichts.

Menschliches oder technisches Versagen? Die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) hält sich bedeckt. Bernd Conrads, der Leiter Unternehmenskommunikation der VGF, erklärte gestern auf Anfrage der TZ: „Zu laufenden Ermittlungsverfahren äußern wir uns generell nicht.“ Entsprechend war auch der Fahrer der Bahn über die VGF nicht zu erreichen.

Fakt ist: Binnen kürzester Zeit hat es eine regelrechte Serie von Unfällen an Bahnübergängen in Hessen gegeben: Erst gestern Morgen ist die Dreieichbahn im Landkreis Offenbach an einem Bahnübergang mit einem Lastwagen zusammengekracht; die 16 Zuginsassen und der Lkw-Fahrer blieben zum Glück unverletzt.

Ein Autofahrer und ein Radfahrer sind am vergangenen Mittwoch bei Zusammenstößen mit Zügen in Brechen bei Limburg und in Frankfurt verletzt worden. Auch der Autofahrer soll – wovon man ja bislang auch bei der Frau ausging, die in Ober-Eschbach tödlich verunglückte – eine rote Ampel nicht beachtet haben. Gleiches gilt für einen Radfahrer in Frankfurt, der von einer U-Bahn an der Station Bonames-Mitte erfasst und schwer verletzt worden war.

Eine Frau in Nordhessen ist mit dem Schrecken davongekommen. Sie war trotz blinkenden Rotlichts über einen Bahnübergang gefahren. Als sie die sich senkende Halbschranke auf der Gegenfahrbahn bemerkte, setzte die Frau den Wagen zurück und riss dabei die bereits geschlossene Halbschranke ab. Sie sagte, die Sonne habe sie geblendet.

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