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Neue Erkenntnisse: Raubüberfall auf Juwelier: Es gibt einen fünften Täter

Von Die Ermittlungen der Polizei zu dem Überfall auf ein Bad Homburger Juweliergeschäft dauern an – und fördern immer wieder neue Erkenntnisse zutage. So waren die Täter auch andernorts „im Einsatz“.
Nach dem Überfall auf Juwelier Scheurenbrand in Bad Homburg. Foto: Jochen Reichwein Nach dem Überfall auf Juwelier Scheurenbrand in Bad Homburg.
Bad Homburg. 

Die Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass insgesamt doch fünf und nicht wie bislang angenommen vier Täter an dem Überfall auf das Juweliergeschäft Scheurenbrand in der Bad Homburger Fußgängerzone am 10. April beteiligt waren. Vier Männer hatte die Polizei noch am Tattag geschnappt, ein Täter ist derweil noch auf der Flucht. Und auch von der Beute fehlt noch immer jede Spur.

Zur Erinnerung: Ein Mann in einem schwarzen Trenchcoat hatte an jenem Dienstag vor eineinhalb Wochen an der Tür des Juweliers geklingelt. Nachdem ein Angestellter die Tür geöffnet und den Mann reingelassen hatte, zückte dieser ein Pfefferspray, attackierte damit den Angestellten und öffnete die Tür für drei weitere mit Messern und Äxten bewaffnete Täter. Die Männer schlugen mit den Äxten Schaukästen ein und erbeuteten wertvolle Uhren. Nach rund zwei Minuten flüchteten sie, wurden dabei aber von Zeugen verfolgt.

Mann auf dem Rad

Ein Augenzeuge hatte noch am selben Tag beschwören können, dass es sich um mehr als vier Täter gehandelt hatte – das deckt sich nun mit den Ermittlungsergebnissen der Polizei. Demnach hielt sich der fünfte Täter nicht im Geschäft auf, sondern war mit einem Fahrrad in der Louisenstraße unterwegs. Bei der Flucht der Bande hatte der Mann dann etliche Passanten vom Fahrrad aus mit Reizgas besprüht. Das wiederum deckt sich mit der Aussage einer älteren Dame, die nach dem Überfall an den Augen behandelt werden musste. Sie hatte eine volle Ladung Reizgas abgekommen. Noch am Tatort sagte die Frau aus, dass ein Täter auf einem Fahrrad gesessen und Pfefferspray versprüht habe. Der zählt zu den Männern, die bereits festgenommen wurden. Zur Identität des Flüchtigen – wie die übrigen Täter auch aus Litauen stammend – liegen der Polizei ebenfalls einige Hinweise vor. Laut Polizeisprecher Volker Hammann sind die Täter geständig und haben sich bis auf eine Ausnahme zur Sache geäußert.

Bilderstrecke Spektakulärer Raubüberfall auf Juwelier in Bad Homburg
Am Dienstag, den 10. April wurde in der Bad Homburger Innenstadt das Juweliergeschäft Scheurenbrand überfallen. Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot nach den vier flüchtigen Tätern. Es folgen weitere Bilder.Am Dienstag, den 10. April wurde in der Bad Homburger Innenstadt ein Juwelier überfallen.Am Dienstag, den 10. April wurde in der Bad Homburger Innenstadt ein Juwelier überfallen.

Zudem gibt es Hinweise, dass zumindest Teile der Bande, die in Bad Homburg zugeschlagen hat, auch am Überfall auf einen Juwelier Mitte März in Aschaffenburg beteiligt waren. „Ein Täter war definitiv bei dem Überfall in Aschaffenburg beteiligt“, so Hammann.

Parallelen zu Aschaffenburg

In der unterfränkischen Stadt hatten sechs Männer am 12. März ebenfalls ein Juweliergeschäft überfallen und wertvolle Uhren erbeutet. Anschließend waren sie zunächst zu Fuß und später auch mit Fahrrädern geflüchtet. Ende März war dann in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ über den Raub berichtet worden. Der Polizei sind dabei Ähnlichkeiten zu einem vergleichbaren Fall in Aschaffenburg aufgefallen. Denn schon im März 2017 hatten Unbekannte den selben Juwelier überfallen. Und auch damals waren die Täter mit Reizgas bewaffnet, trugen Joggingklamotten und flüchteten per Fahrrad.

Einer der Täter aus Aschaffenburg, ein 42-jähriger Litauer, soll zudem an einer Tatvorbereitung in Lippstadt beteiligt gewesen sein. Prinzipiell weiß man bei der Polizei, dass die Täter in aller Regel in Banden-ähnlichen Strukturen organisiert sind, wobei die Männer, die den eigentlichen Überfall begehen, meistens nicht unbedingt die Hintermänner kennen. Hammann: „Sie werden in ihrer Heimat rekrutiert – mit dem Versprechen an der Beute beteiligt zu werden oder im Fall der Fälle einen Anwalt bezahlt zu bekommen.“ Das Geschäft scheint einigermaßen lukrativ zu sein. Allein in den vergangenen drei Wochen wurden bundesweit rund ein Dutzend Überfälle auf Juweliere registriert. Die vier Täter von Bad Homburg sitzen derweil in Untersuchungshaft in Preungesheim. Sie werden sich wegen schweren Raubes verantworten müssen.

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