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Scharfer Protest gegen Kirchenumbau

Während die protestantischen Glaubensbrüder und -schwestern in diesen Tagen den 500. Jahrestag der Reformation feiern, treibt die Katholiken – zumindest in Schloßborn – eine Renovierung um. Der geplante Umbau der katholischen Kirche St. Philippus und Jakobus sorgt für Zoff.
Die alte Voigt-Orgel soll verkauft und durch ein neues Instrument ersetzt werden. Der Heimatverein lehnt das entschieden ab. Die alte Voigt-Orgel soll verkauft und durch ein neues Instrument ersetzt werden. Der Heimatverein lehnt das entschieden ab.
Schloßborn. 

Die gute alte Orgel durch eine neue ersetzen, den Altarraum, samt Altarbild und Kirchenfenstern abreißen – das sind schon erhebliche Eingriffe in die katholische Kirche St. Philippus und Jakobus. Da mag es kaum verwundern, dass der Aushang der Umbau-Pläne im Kirchenraum und die Veröffentlichung im Pfarrbrief schnell eine Opposition in Form des Heimat- und Geschichtsvereins auf den Plan gerufen hatten.

Die Folge: Im nächsten Glashüttener Amtsblatt wird sich der gesamte Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins mit Linda Godry an der Spitze „auf Wunsch mehrerer Mitglieder“ und im Auftrag „vieler gläubiger Schloßborner und vieler Bürgerinnen und Bürger“ öffentlich gegen die Pläne wenden und eine Befragung starten.

„Viele sind entsetzt“

„Viele Gläubige in der Gemeinde sind entsetzt über die bekannt gemachten Umbaupläne der Pfarrkirche“, erklärt die Vereinsvorsitzende in einem offenen Brief an Pfarrgemeinderat, Verwaltungsrat und Generalvikar Wolfgang Rösch und fordert: „Wir bitten Sie, die Verantwortlichen in den Gremien der katholischen Kirche, diese Pläne zu überdenken. Wir, die Unterzeichner, sprechen uns ausdrücklich gegen den bisher aktuellen Entwurf zum Kirchenumbau aus!“

Grundsätzlich bezweifeln die Unterzeichner dabei die Notwendigkeit des Umbaus – „dem ,neuen’ Kirchenschiff von 1956 aus Stahlbeton sind nach gründlicher in Augenscheinnahme weder außen noch innen Risse anzusehen“ – gegen zwei Details wendet sich der Unmut der Ortshistoriker speziell. Dies unterstreicht der beigefügte Fragebogen: Jeweils mit ja, nein oder Enthaltung sollen die Bürgerinnen und Bürger aus Glashütten über den Abbau und Verkauf der Voigt-Orgel von 1869 und den Abriss des Altarraumes mit Altarbild und Kirchenfenstern urteilen. Frage drei beinhaltet die Forderung nach einer alternativen Planung zur Renovierung der Pfarrkirche.

„Vor allem der geplante Abbau und Verkauf der Orgel habe Entrüstung in der Gemeinde hervorgerufen, heißt es: „Diese Orgel wurde 1990 aufwendig restauriert. Dazu wurden 16 Jahre lang die Pfarrfeste abgehalten, um den Gewinn dafür zu verwenden, sowie Geld durch Türkollekten, Kuchenverkauf-Aktionen und Spendenaufrufe gesammelt“, erinnert Linda Godry und schimpft: „Diese alte Voigt-Orgel von 1869 soll durch ein neues, 30 000 Euro teures Gerät ersetzt werden.“

Seit 2014 im Gespräch

Verwaltungsratsmitglied Benno Hofmann ist über die Eskalation überrascht. Auf Nachfrage unterstreicht er: „Es war nie davon die Rede, die alte Orgel zu entsorgen. Seit 2014 wird das Thema Umbau in den Gremien und der Pfarrgemeinde diskutiert. Es fanden vier Informations-Veranstaltungen in dieser Zeit statt, bei denen über den Sachstand ausführlich unterrichtet wurde. Alle Fragen, die an die Kirchengemeinde gerichtet wurden, sind beantwortet worden.“ Auch der Bitte des Gemeindevorstands um Information werde in einer weiteren Veranstaltung Ende Oktober/Anfang November Rechnung getragen.

Linda Godry kontert: Viele ältere Gläubige seien emotional so betroffen, dass sie bewusst mit Rücksicht auf ihre Gesundheit bei der Informationsveranstaltung geschwiegen hätten. „Es hatte ihnen regelrecht die Sprache verschlagen.“ Überdies dürften nicht nur die Katholiken Interesse an diesem Thema haben: „Das Gotteshaus wird auch ökumenisch genutzt. Wir halten es in der heutigen Zeit für zwingend erforderlich, auch die evangelische Kirchengemeinde rechtzeitig in die Umbaupläne einzubinden.“

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