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Schwierige Ablösung von der Kindheit

Von Samstag Ruhetag? Fehlanzeige diesmal! Einen ganzen freien Tag vom frühen Morgen bis zum Abend kam die 8. Klasse der Freien Waldorfschule mit großem Verantwortungsbewusstsein ihrer besonders herausfordernden Aufgabe nach.
Oberursel. 

Erziehung zur Freiheit ist der Leitspruch der Waldorfpädagogik. In diesem Sinne heißt es für die Schüler der 8. Klasse Farbe zu bekennen. Ein ganzes Jahr lang haben sie Zeit, sich mit einem Thema ihrer Wahl theoretisch und praktisch zu beschäftigen.

Aus eigener Entscheidung sind die Schüler dann mit ihrem Thema verpflichtend verbunden. Und was das neben dem Interesse auch an Zweifeln mit sich bringt, hat die Klassenlehrerin Renate Schimschack-Gräf in diesem Jahr mit ihren Schülern erlebt, durchgestanden und ihnen Mut zugesprochen, aus eigener Kraft die Klippen zu überwinden. „Verwandlungsprozesse in ungeahntem Ausmaß finden da statt“, sagt sie, „die Ablösung von der Kindheit hin zu selbstbestimmter Willensleistung.“

Die Ergebnisse der ganzen Mühen waren jüngst in der Schule zu hören und bestaunen. Da hatten manche Schüler ihr Hobby weiter ausgebaut auf einem Gebiet, das ihnen bereits vertraut war, wie Constantin, Frederick, Max, Charlotte und Joshua mit Rudern, Surfen, Fechten, Ballett oder Segelfliegen. Andere hatten Liebgewordenes aus der Kindheit mit Theorie unterlegt wie Lucas, Christian und Jannis mit Dinosauriern, Lego sowie Pfeil und Bogen. Das Interesse von David, Tobias und Tim lag bei geschichtlichen Themen mit Reich der Inka, Leonardo da Vinci und Antikes Rom. Geografische Themen mit der jeweils besonderen Problematik behandelten Henrik, Pauline und Kim mit dem Meer, Ostfriesischen Inseln und Küstenschutz auf Sylt. Seifenkisten und Gyrocopter waren die eher technischen Themen von Mathies und Jacob. Über die Polizei berichtete Svenja, für die Hühnerklappe hatte sich Maxim entschieden und über Träume informierte Julius. Mia-Lina zeigte die Geschichte der Frisur auf, Janina die des Theaters, sie verbindet damit auch schon ihren Berufswunsch. Sehr nahrhaft ging es zu bei Phileas im Land der Crêpes. Naomi schrieb ein ganzes Buch, das sogar gedruckt wurde.

Nachdem Celine die Entwicklung von der Camera obscura bis zur digitalen Spiegelreflexkamera aufgezeigt hatte, berichtete Johanna über den Weg von der Idee zum fertigen Film. Alles, was sie sich über einschlägige Literatur und einen Kurs an Theorie über Einstellungen, Licht und Schatten, Übergänge, Schwenks und Nahaufnahmen an Kenntnissen erworben hatte, setzte sie in einem kleinen Film mit eigenem Drehbuch und vier Darstellern sehr anschaulich um. Zwei sehr zukunftsweisende Themen behandelten Hannah mit Mode und Recycling und Tom mit Recycling und Earthship. Gemeinsam war jedoch allen Arbeiten die schriftliche Darstellung des Projekts mit Theorie und Arbeitsergebnissen und die Herstellung eines Objekts. Die Krönung des Ganzen waren die frei gehaltenen Vorträge eines jeden zu seinem Thema. Bravourös lösten die Schüler diese Aufgabe. Kompliment, kann man da nur sagen, für die Schüler, aber auch die Lehrer, die solch eine Entwicklung fördern!

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