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Gericht: Sechs Monate Haft für Fahrraddieb

Für einen Fahrraddiebstahl muss ein Mann aus Oberursel ins Gefängnis.
Symbolfoto: dpa Symbolfoto: dpa
Oberursel. 

Wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls sind jetzt ein Oberurseler (44) und ein Frankfurter (45) beim Amtsgericht Bad Homburg zu je sechs Monaten Haft verurteilt worden. Während der Frankfurter mit dreijähriger Bewährung davonkam, muss sein Komplize aus Oberursel die Strafe verbüßen.

Die Männer hatten am 2. Juli vergangenen Jahres gegen 21.15 Uhr am Oberurseler Bahnhof ein Fahrrad gestohlen. Zeugen wurden auf die Täter aufmerksam und alarmierten die Polizei. Und so waren die Diebe wenige Minuten später das Rad wieder los. Nun mussten sie sich für die Tat vor Gericht verantworten.

Die Männer haben einige Gemeinsamkeiten: Beide gehen seit Jahren keiner Arbeit nach. Beide sind oder waren drogenabhängig und beide haben schon etliche Straftaten verübt und auch einige Zeit hinter Gittern verbracht.

„Die Tat wird eingeräumt“, hatte der Pflichtverteidiger des Oberurselers sofort klargestellt. Laut der Aussage seines Mandanten war der Radklau eine Spontan-Tat. Sie hätten das Fahrrad zufällig am Bahnhof entdeckt. Und da beide offenbar auch zufällig Werkzeug dabei hatten, wurde das Schloss, mit dem das Rad angekettet war, sofort geknackt. Welchen Wert das angekettete Rad hatte, wurde im Gericht nicht bekannt.

„Wir hätten es für 50 Euro oder mehr verkauft“, ergänzte der Frankfurter. Vom Erlös wären laut Angaben der Angeklagten Betäubungsmittel gekauft worden. Wem sie denn das Rad hätten verkaufen wollen, fragte die Richterin. Da hätte sich schnell jemand gefunden, bekam sie zur Antwort. „Mir hat noch nie jemand ein Rad zum Kauf angeboten, obwohl auf meinen Klamotten nicht Richterin steht“, sagte sie den Angeklagten. Aber sicherlich können die Täter schon einschätzen, mit wem solche Geschäfte zu machen sind und wo man es besser nicht versuchen sollte.

Etliche Vorstrafen

Die vielen Vorstrafen der beiden Männer wogen bei der Urteilsfindung schwer. Besonders „fleißig“ hatte sich der Oberurseler in der Vergangenheit gezeigt: Einfache und schwere Diebstähle, Sachbeschädigung, Hehlerei, Tierquälerei sowie Verstöße gegen das Waffen- und auch gegen das Betäubungsmittelgesetz füllen sein Vorstrafenregister. Wie in der Verhandlung bekannt wurde, verbüßt der 44-Jährige zurzeit eine längere Haftstrafe, in der er sich wegen seiner Drogensucht einer Therapie unterzieht.

Sein Komplize aus Frankfurt hatte nicht so viel auf dem Kerbholz. Bei ihm waren es „nur“ vier Verurteilungen, darunter Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie eine Diebstahlserie von 18 Taten – unter anderem Wohnungseinbrüche –, die mit zwei Jahren und sechs Monaten geahndet worden waren.

Entgegen der Forderung der Anklagevertreterin wurden ihm die nun verhängten sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt. Damit er anschließend wieder mit dem Zug nach Frankfurt zurückfahren konnte, ließ er sich das Geld für die Rückfahrkarte vom Gericht auszahlen.

(hab)
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