E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

Ruhestand: Siegrun Haselwander-Both beendet nach 23 Jahren in der Dornbachschule ihren Dienst

Es gibt Talente, die werden uns in die Wiege gelegt. Vielleicht war es bei Siegrun Haselwander-Both so, dass sie einfach ein Händchen für Schüler hat, auch wenn die Kinder mal schwierig sind. Die Pädagogin, die seit 23 Jahren an der Dornbachschule in Oberstedten unterrichtet, bringt jedenfalls so schnell nichts aus der Ruhe. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie als Lehrerkind, beide Eltern waren Pädagogen, in der Frankfurter Innenstadt aufwuchs. Doch am Freitag, 22. Juni, hat sie nach 42 Jahren als Lehrerin ihren letzten Schultag und verabschiedet sich in den Ruhestand.
Siegrun Haselwander-Both verabschiedet sich von der Dornbachschule. Foto: Jochen Reichwein Siegrun Haselwander-Both verabschiedet sich von der Dornbachschule.
Oberstedten. 

„Dass ich einmal Lehrerin werden wollte, das stand für mich eigentlich schon als kleines Mädchen fest“, erzählt Siegrun Haselwander-Both. „Wenn ich selbst schulfrei hatte, bat ich meinen Vater immer darum, dass er mich mit in seinen Unterricht nimmt. Dort parkte er mich dann auf einem Stühlchen und ich verfolgte die Stunde gespannt mit“, erinnert sich die 64-Jährige. Als Schulkind mochte sie Sport und besonders Schwimmen am liebsten. „Aber auch in Deutsch hatte ich damals eine tolle Lehrerin, die sehr viel von ihren Erfahrungen am Schöffengericht in den Unterricht einfließen ließ. Das war sehr spannend“, verrät die Bommersheimerin.

Mangelware-Fächer

Also studierte Siegrun Haselwander-Both an der Uni Frankfurt Deutsch, evangelische Religion und Sport und machte ihr Referendariat an der Theobald Ziegler-Schule in Frankfurt-Preungesheim. „Sport und Religion waren damals Mangelware-Fächer und sind es auch heute noch“, so Haselwander-Both. Daher bekam die junge Lehrerin 1976 auch gleich eine Anstellung an der Schule.

Bald lernte sie ihren ersten Mann kennen. Eine Tochter und drei Söhne kamen auf die Welt, was Siegrun Haselwander-Both nicht davon abhielt, als Lehrerin weiterzuarbeiten. Zu unterrichten sei damals anders gewesen. „Die Kinder waren früher leichter zu nehmen, haben besser auf uns Lehrer gehört. Vielleicht deshalb, weil sie heute manchmal weniger Grenzen von den Eltern gesetzt bekommen und wir das in der Schule aber einfordern müssen“, vermutet sie, fügt aber gleich hinzu: „Aber meine Klasse ist, die 3 a, ist einfach toll und auch die Eltern sind unkompliziert und nett. Mir tut der Abschied wirklich weh“, gesteht Haselwander-Both. Eigentlich habe sie „ihre“ Kinder ja noch bis zur vierten Klasse begleiten wollen, erzählt sie, doch dann kam es doch anders. Nach schwerer Krankheit musste Haselwander-Both 2011 für immer Abschied von ihrem Mann nehmen. Auch da gab ihr der Beruf Halt in schweren Zeiten. Und dann begegnete ihr noch einmal die Liebe. „Ich habe meinen Mann Bernhard getroffen. Er hat seine Frau verloren und im Dezember vergangenen Jahres haben wir geheiratet. Meine Schulkinder kamen zur Hochzeit und standen mit Rosen Spalier. Das war ein wunderschöner Moment“, erzählt sie. Nun wollen die beiden die Zeit nutzen und gemeinsam Dinge unternehmen, die bisher aus beruflichen Gründen zu kurz kamen. „Wir haben uns vorgenommen, zu reisen und wollen beide Spanisch lernen“, verrät Haselwander-Both.

Fußball-Fan

Als Lehrerin sei es ihr immer wichtig gewesen, die Kinder in ihrer Kompetenz zu stärken, Dinge auch allein zu regeln. „Als Schiri kann ich meine Augen im Sportunterricht nicht immer überall haben, deshalb fälle ich vielleicht auch mal eine ungerechte Entscheidung. Die Kinder sollen dann aber in einem ruhigen Ton diskutieren, niemanden verletzen und andere Meinungen respektieren“, so die Pädagogin. Sie sei ein großer Fußball-Fan und verfolge treu die Spiele des EFC Kronberg. Und als Deutschland 2014 Weltmeister in Brasilien wurde, da gabs am nächsten Tag eine Party in der Dornbachschule und ausnahmsweise keine Hausaufgaben.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen