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Hexensitzung: Starke Vorträge, sexy Männerballetts und fantasievolle Showtänze

Die Taunushalle wurde für einen Abend zum Blocksberg umfunktioniert. Die Hexen hatten das Sagen und ließen kaum ein gutes Haar an der Männerwelt. Die Herren der Schöpfung bekamen das aber nicht mit, denn ihnen war der Eintritt verwehrt.
Welcher Paradiesvogel wohl unter dieser Maske steckt? Bilder > Foto: Jochen Reichwein Welcher Paradiesvogel wohl unter dieser Maske steckt?
Oberstedten. 

Entschuldigung, liebe Männer, aber wenn es darum geht, die Orscheler Fassenacht zu feiern, dann wissen die Frauen eindeutig besser, wie es geht. Die Hexen luden am Freitagabend zur Damensitzung in die Taunushalle in Oberstedten ein, und dort ging die Post ab. Schon beim Einzug der Hexen durfte Sitzungspräsidentin Birgit Zumbroich feststellen: „Mädels, tut das gut, Ihr seid ja schon super drauf.“ Nein, ein Stimmungsproblem hatte die Sitzung nicht. An diesem Abend wurde nicht nur wild geschunkelt, das Publikum zündete diverse Raketen und schrie sich beim Auwauwau-Singen nahezu heiser. Anlässe dazu gab es einige, denn starke Vorträge, sexy Männerballetts und fantasievolle Showtänze wechselten sich ab.

Beate Sturm vom Verein „Freunde des Carneval“ aus Bad Homburg stimmte die Ladys im Saal charmant auf ein Thema ein, das Frauen gerne ausblenden: die Wechseljahre. Und wann weiß Frau, dass sie das entsprechende Alter erreicht hat. „Wenn man in der Apotheke ungefragt die Apotheken Umschau gereicht bekommt“, feixte Sturm. Apropos Sturm.

Von konkav zu konvex

Einen kleinen Orkan mindestens hätte sich die Vortragende wohl gewünscht, als mitten auf der Bühne die Hitzewallungen losgingen und nur ein kleiner Fächer zur Hand war. „Da bekommt das Thema globale Erderwärmung eine neue Dimension.“ Ihr Vortrag war übrigens auch wissenschaftlich fundiert. „Die Statur der Frau wechselt von konkav zu konvex. Daher auch der Name Wechseljahre.“

Aber Männer sind ja auch nicht ohne Fehl und Tadel. Die sympathische Holländerin Antje van der Büx, alias Marc Theis aus Kronberg, wusste als Paartherapeutin so einiges von der Problemzone Mann zu berichten. „Männer muss man nehmen, wie sie sind, aber nicht so lassen“, verkündete sie. Und welchem weiblichen Wesen im Saal sprach sie nicht aus der Seele, als sie erklärte: „Gott versprach uns, dass es an jeder Ecke gute Männer geben wird, und dann hat er die Erde rund gemacht.“

Und wer jetzt noch nicht in Stimmung war, kam beim Auftritt der „Daalbachnixen“, dem Männerballett aus Kronberg, in Wallung, und nun hatte es nichts mit dem Klimakterium zu tun. „Partytime im Altersheim“, so der Titel der Show. Ja, es war nicht alles schön, was man da zu sehen bekam. Ich sage nur Nerzstola zum Katheter und Liebestöter mit Stützstrümpfen. „Time goes by so slowly“, ächzte, pardon, hauchte Madonna dazu ins Mikrofon. Den Zuschauerinnen kam’s eher andersrum vor.

Ein Vortrag ohne Worte? Auf dieses Experiment ließen sich Andreas Meutzsch, Karsten Konrad und Mario Nebenführ vom CV Stierstadt ein. Bei der Nummer blieb kein Auge trocken, auch wenn sie sich „Trockentücher“ nannten. Lediglich mit bedruckten Plakaten bewaffnet, schaffte es das Trio, dass sie die volle Aufmerksamkeit der Ladys und die Lacher auf ihrer Seite hatten. „Seit 11 Jahren stehen wir jetzt schon gemeinsam auf der Bühne. Einige blöde Ideen haben wir noch“, ließen die drei wissen.

Heiß herbeigesehnt von vielen war auch der Auftritt von Olga Orange, die entgegen dem Namen im neuen rosa Dirndl die Bühne eroberte. „Ich hab was mache lasse“, erzählte Olga freimütig. Die Frau steht eben zu ihrer teuren Bauchaufspritzung. „Es sind doch die Männer, die uns zwingen, schön zu sein“, stellte Olga fest. Nur um gleich den Popo einer Zuschauerin auf Formgebung zu untersuchen. „Es ist ein Äpfelchen, aber ein Golden Delicious ist es nicht mehr“, mokierte sie sich mit einem Augenzwinkern und zeigte wieder eindrucksvoll, wie hervorragend sie improvisieren kann.

Tango Americano

Bei den Showtänzen beeindruckten die Maxis vom BCV nicht nur mit ihren wunderschönen Kostümen zum Thema „Troja“, sondern auch mit dem schwungvollen und akrobatischen Tanz an sich. Die Ravens aus Stierstadt standen ihnen in nichts nach und legten einen sehr anmutigen und heißblütigen „Tango Americano“ aufs Parkett.

Zur Hexensitzung gehört natürlich auch die Wahl des schönsten Einzelkostüms und der besten Gruppe. Wie immer, stimmte allein das Publikum ab, wer mit einem Preis nach Hause gehen sollte. Bei den Einzelkostümen belegte „Miss Piggy“ den dritten Platz, gefolgt von einer „Handtasche“. Über Platz eins freute sich eine anmutige Justizia. Ein Haufen bunter Vögel räumte bei den Gruppenkostümen den dritten Platz ab. Die Äbbelwoi- Gläser wurden für ihre Originalität mit dem zweiten Platz belohnt. Die „Nespresso-Ladys“ machten auch ohne George Clooney eine gute Figur und wurden auf Platz eins gewählt.

Natürlich gab es an diesem Abend noch viel mehr zu sehen und zu hören. Die Maxis vom CV Stierstadt entführten das Publikum auf eine Reise nach Paris. Die Bachstelzen vom CluGeHu zeigten ihre Muckis als Footballspieler, während die Gruppe „Sixpack“ aus Wernborn als „Glücksfeger“ gute Laune versprühten. Das Männerballett der Stedter Raale ließ dagegen tief blicken und lüpfte ihre weißen Bademäntel, was zu großem Gejohle seitens des Publikums führte.

„Over the Rainbow“ ging es während des Showtanzes der Maxis vom CluGeHu. Die Showgirls des Vereins präsentierten außerdem einen sehenswerten Showtanz zum Thema „Pantomime“. Bei der Hexensitzung darf selbstverständlich auch der Auftritt der Brassband des KV Frohsinn nicht fehlen, und ohne die Zugabe „Que sera“ durften sie die Bühne nicht verlassen. Dass die Hexen selbst aber auch Showtalente sind, stellten Vanessa Küster, Tanja Volkmann und Stephanie Feest mit einer Playback-Show unter Beweis, bei der alle Mädels im Saal mitsingen konnten. Und nach Mitternacht war noch lange nicht Schluss.

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