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Baugenehmigung: Tennisclub darf wachsen

Wo heute noch Lehmhügel und Gebüsch das Bild prägen, sollen im nächsten Frühjahr die gelben Filzkugeln fliegen: Nach acht Jahren zähem Genehmigungsprozess hat der Tennisclub Königstein endlich die Baugenehmigung für „Platz 5“ erhalten.
Jörg Meyer und Jürgen Scherer (rechts) vor dem Gelände, auf dem der neuen Tennisplatz gebaut werden soll. Foto: Jochen Reichwein Jörg Meyer und Jürgen Scherer (rechts) vor dem Gelände, auf dem der neuen Tennisplatz gebaut werden soll.
Königstein. 

Nicht nur bei einheimischen Tennisspielern gilt die Anlage des TC Königstein als eine der schönsten in der Region. So idyllisch die Lage am Rande der Wiesen oberhalb des Opel-Zoos ist, den Verantwortlichen des Tennisvereins bereitet sie Sorgen. Denn der Club braucht dringend Expansionsfläche. Derzeit drängen sich mehr als 680 Mitglieder auf nur vier Plätzen. Gemessen an der Mitgliederzahl sind die Königsteiner der zehntgrößte Verein des Bundeslandes.

„Der Hessische Tennisverband empfiehlt eine Quote von einem Platz für 50 Mitglieder“, weiß Vereinschef Jörg Meyer. Davon ist man in Königstein weit entfernt. Wenn im Sommer der Medenspiel-Betrieb läuft und Punktspiel nach Punktspiel auf den Plätzen stattfindet, haben „normale“ Mitglieder, die keiner Mannschaft angehören, nahezu keine Chance auf eine private Tennispartie auf ihrer Clubanlage.

So sehr sich die Vereinsführung über ein anhaltend hohes Interesse und immer neue Mitglieder freut, so sehr drängt das Platzproblem. Aktuell wurde bereits ein Tennisplatz im benachbarten Fischbach fest für den TC Königstein reserviert, weitere Trainingseinheiten finden in Bad Soden-Altenhain statt, und zur Not wird sogar in Eschborn ein Platz hinzu gebucht. Seit acht Jahren bemüht sich der Verein um die Erweiterung seiner Anlage. Zwei neue Plätze sollten es ursprünglich werden; jetzt sind die Verantwortlichen froh, zumindest für einen die Genehmigung erhalten zu haben. Auch sieben neue Parkplätze sollen im Zuge der Baumaßnahmen entstehen.

Langwieriger Prozess

Jürgen Scherer, Technischer Leiter des Vereins, hat den langwierigen Prozess von Anfang an begleitet: Planungen, Abstimmung mit der Stadt (auf deren Gelände die Anlage in Erbpacht errichtet wurde), dem Kreis und der Unteren Naturschutzbehörde, Förderanträge, Ausschreibungen. Alleine neun Gutachten zur Flora und Fauna auf dem benachbarten Wiesengelände musste der Verein in Auftrag geben – und aus eigener Tasche finanzieren. Angeblich sollte dort beispielsweise ein schützenswertes Fledermaus-Habitat sein, erinnert sich Jürgen Scherer; eine Annahme, die sich als nicht richtig erwies.

Neben dem Naturschutz gibt es weitere Kostentreiber: Eine zentrale Gasleitung der Mainova musste auf Vereinskosten verlegt werden und die Hanglage erfordert zusätzlich Aufschüttungs- und Sicherungsmaßnahmen. Während ein Tennisplatz auf ebenem Baugrund für rund 70 000 Euro zu haben ist, rechnen die Königsteiner mit Baukosten in Höhe von etwa 300 000 Euro. „Das dürfte einer der teuersten Plätze Deutschlands werden“, vermutet Jörg Meyer.

Kredit aufnehmen

Der Vereinschef ist froh, dass er kürzlich einen Landeszuschuss in Höhe von 50 000 Euro von Innenminister Peter Beuth (CDU) entgegennehmen durfte. Weitere 10 500 Euro steuert der Landessportbund Hessen bei. Für ein Drittel der veranschlagten Bausumme wird der Verein einen Kredit aufnehmen. Bis zum Jahr 2030 will man die Schulden wieder abbezahlt haben.

Seit sieben Jahren leitet Jörg Meyer die Geschicke des TC Königstein. Einen Aufnahmestopp zu verhängen oder eine Warteliste zu eröffnen, war für ihn zu keiner Zeit eine Option. Trotz der beengten Verhältnisse ist der Vorstand darum bemüht, neben dem Breitensport auch leistungsorientierte Spieler zu fördern. Gerade im Jugendbereich sieht der Vorsitzende seinen Verein auf einem guten Weg: „Es trägt Früchte, dass wir vor einigen Jahren die Tennisschule gewechselt haben und jetzt jeder dreimal pro Woche in einer Mannschaft trainieren kann, wenn er es möchte.“ So werden in der kommenden Saison nicht nur die Teams der Damen 40, der Herren 40, der Herren 70 und der Herren 75 (die aktuell aufgestiegen sind) in der jeweils höchsten Hessischen Liga aufschlagen, sondern auch die Jungen der Altersklassen U 10 und U 12.

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