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Dagmar Tobias’ Eltern hielten den Orscheler Fastnachtszug im Film fest: Tolles Zeitdokument: Großes Helau anno 1950

Für viele Orscheler ist der Besuch des Taunus-Karnevalszugs ein Muss. Das war 1950 nicht anders. Und auch Besucher aus Bad Homburg lockte das Ereignis an – wie ein Film aus dieser Zeit beweist.
Im Film ist auch Dagmar Tobias zu sehen. Damals war sie 13 Jahre alt. Zum Orscheler Zug ging sie als Ungarin verkleidet. Bilder > Im Film ist auch Dagmar Tobias zu sehen. Damals war sie 13 Jahre alt. Zum Orscheler Zug ging sie als Ungarin verkleidet.
Oberursel/Bad Homburg. 

Als Dagmar Tobias morgens die Taunus Zeitung durchblättert, staunt sie nicht schlecht. Die alten Faschingsbilder, die uns TZ-Leser zugeschickt haben, fesseln sofort ihren Blick. „Alte Fotos vom Orscheler Zug habe ich zwar nicht in der Schublade liegen“, erzählt die Bad Homburgerin, „aber dafür einen alten Normal-8-Film meiner Eltern aus dem Jahr 1950.“

Ein Anruf in der Redaktion genügt, wir sind neugierig geworden auf die bewegten Bilder. Zum Glück hat ihr Mann, Professor Dr. Wolfgang Tobias, das vier Minuten dauernde Filmchen bereits digitalisiert und auf DVD gebrannt, so dass man ihn auf dem PC oder über den Fernseher abspielen kann.

Erna und René Schmidt, die Eltern von Dagmar Tobias, besaßen damals die Markt-Apotheke und Drogerie in der Louisenstraße, dort befindet sich heute das Kaffeegeschäft „Feinsinn“. „Meine Eltern waren beide Hobbyfotografen und auch gefilmt haben beide sehr gern“, erzählt Dagmar Tobias. Fast alle diese Aufnahmen, die ein Stück Stadtgeschichte in bewegten Bildern sind, werden heute im Stadtarchiv Bad Homburg aufbewahrt.

Neues Kostüm

„Meine Eltern haben gern gefeiert und beim Karnevalsumzug musste man einfach dabei sein“, erinnert sich Dagmar Tobias. „Wir Kinder bekamen jedes Jahr ein neues Kostüm. Damals war ich 13 Jahre alt und ging als Ungarin“, erzählt sie. Im Film ist sie zu sehen, beispielsweise gegen Ende, als sie von ihrer „Zuschauertribüne“ – einer Holzbank – herunterspringt. Und man sieht das Orscheler Zuggeschehen in der Vorstadt. Musikzüge, Garde- und Fußgruppen ziehen vorüber – es wird fleißig gewinkt und geschunkelt.

Ein Mann ist zu sehen, der mit einer Kamera durch die Menge eilt. Ein Elferratswagen fährt mit großem Helau vorüber. Krankenschwestern laufen im Zug mit – denn 1950 wurde die Frage, ob Orschel ein eigenes Krankenhaus bekommt, heiß diskutiert.

Die Mottowagen werden noch von Pferdegespannen gezogen. Ein solcher Wagen thematisiert zum Beispiel die Teilung Deutschlands 1949 in zwei Staaten. Zu sehen ist eine geteilte Deutschlandkarte aus Pappe, auf der ein Mann im Spagat steht. Denn politisch und wirtschaftlich gesehen entwickelten sich BRD und DDR damals komplett auseinander.

Die Aufnahmen sind mitunter verwackelt und auch nicht immer scharf. Dagmar Tobias vermutet, dass ihr Vater an diesem Tag gefilmt hat, denn ihre Mutter habe eine bisschen ruhigere Hand gehabt, erzählt sie.

In einem Fastnachtsverein waren ihre Eltern übrigens nicht aktiv. „Aber sie waren mit dem Ehepaar Baldes aus Oberursel befreundet, und so besuchte man sich und ging daher auch nach Orschel zum Zug“, erinnert sie sich. „Da war immer was los, das durfte man auf gar keinen Fall verpassen.“

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