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Von Modefürsten und Rasputin-Mördern

Um Chanel No. 5, russische Mitgiftjäger und einen sagenumwobenen Mord drehte sich der spannende Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Dr. Susanne Buck beim Stammtisch der Deutsch-Russischen Brücke.
Bad Homburg. 

Klatsch und Tratsch sind keine neue Erfindung. Auch in den goldenen 20er und 30er Jahren wurde hinter vorgehaltener Hand eifrig über die Stars und Sternchen geredet. Die Klatschpresse trug ihr Übriges dazu bei, dass die wohlhabenden Damen bestens über Haute Couture, High Society und die zeitgenössische Kunst informiert waren. Einen kleinen Einblick in die Wirren und Intrigen dieser beiden Jahrzehnte lieferte der spannende Vortrag von Dr. Susanne Buck. Die Kulturwissenschaftlerin hatte bei Recherchen durch Zufall entdeckt, dass russische Immigranten einen großen Einfluss auf die Mode und Gesellschaft der 20er und 30er Jahre hatten, und stellte einige herausstechende Persönlichkeiten vor.

Aufgrund der Unruhen in Russland verließen viele zarentreue Russen ihre Heimat und begannen in Frankreich, den USA oder Deutschland ein neues Leben. Paris wurde schnell zum Zentrum dieser „Klassenmigration“, was nicht zuletzt an der Modebegeisterung vieler Russen lag. Innerhalb kürzester Zeit wurden um die 20 russische Modehäuser gegründet, darunter auch IRFÉ. Die Gründer IRFÉs waren Felix und Irina Youssoupoff, die nicht nur durch ihre ausgefallene Mode auf sich aufmerksam machten. Viel spektakulärer war der Mord an Rasputin, einem einflussreichen Wunderheiler mit guten Beziehungen zur Zarenfamilie, den Felix Youssoupoff gemeinsam mit Dimitri Pawlowitch Romanow verübte. Viele Mythen und Geschichten ranken sich um diese Tat. Man munkelt, dass Rasputin zunächst vergifteter Kuchen gereicht, er danach angeschossen und schließlich gefesselt in ein Eisloch in der Newa geworfen wurde.

Doch damit nicht genug: Denn auch Dimitri Pawlowitch Romanow wiederum hatte etwas mit der Modebranche am Hut. Genauer gesagt mit einer der bekanntesten Modeschöpferinnen der Welt. Er lebte den Traum vieler Männer und führte eine einjährige Affäre mit der legendären Coco Chanel. Die beiden blieben bis an ihr Lebensende befreundet und Pawlowitch verhalf seiner Geliebten sogar zu einem ihrer größten Erfolge: ihrem ersten eigenen Parfüm, dem Chanel No. 5.

In diesem Wirrwarr aus Verflechtungen, Intrigen und Machtspielen machte eine weitere russischstämmige Familie von sich reden: die Mdivanis. Sie hatten fünf Kinder, die schon bald in der Klatschpresse als „Marrying Mdivanis“ verschrien waren. Als Mitgiftjäger waren sie auf das Vermögen reicher Stars und Sternchen aus – mit großem Erfolg, denn die fünf hatten etwas, das den Hollywoodgrößen fehlte: einen Adelstitel. Und so war es für die geschäftstüchtigen Geschwister nicht schwierig, heiratswillige Großverdiener zu finden, denen sie ihr Geld durch geschickte Ehe- und Scheidungsverträge abknöpfen konnten. Das Liebesleben der Mdivanis wurde natürlich von der Klatschpresse im Detail beschrieben und bei den Kaffeekränzchen der wohlhabenden Damen genauestens unter die Lupe genommen.

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