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Ehemaliges Jugendhaus als Unterkunft: Wann kommen die Flüchtlinge?

Von Offiziell muss Steinbach bis Ende April noch über 140 Flüchtlinge unterbringen. Das wird nichts, denn die Container-Unterkunft auf dem Sportplatz wird wohl erst später fertig. Im ehemaligen Jugendhaus hingegen können die Asylsuchenden vermutlich bald einziehen – sogar mehr als ursprünglich geplant.
Symbolbild Symbolbild
Steinbach. 

Es musste flott gehen seinerzeit: In ihrer Sitzung am 7. Dezember vergangenen Jahres hatten die Stadtverordneten einstimmig dafür votiert, dass auf dem ehemaligen Hartplatz des Sportgeländes an der Waldstraße eine Containerunterkunft für 120 Flüchtlinge errichtet wird. Erst am Tag der Sitzung war die entsprechende Vorlage fertig und der Dringlichkeit wegen auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Seitdem ruht der See still. Zwar hat der Hochtaunuskreis im Januar die jüngsten Zahlen verkündet, wie viele Asylsuchende die Kommunen bis Ende April noch aufnehmen müssen – nach Steinbach, wo schon gut 60 Flüchtlinge dezentral Obdach gefunden haben, sollen noch 147 kommen. Aber was den Stand der neuen Unterkünfte betrifft, gibt sich der Kreis wortkarg.

Auf eine ganze Reihe von Fragen in Bezug auf die Container lässt Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD) mitteilen: „Der Kreis prüft gerade mit Hochdruck die Unterlagen der Stadt und die potenziellen Angebote. Wir gehen davon aus, dass der Start im Frühjahr stattfinden kann.“ Nach TZ-Informationen sollen die Container bis Ende Mai bezugsfertig sein. Dann könnte Steinbach sein Aufnahme-Soll erst verspätet annähernd erfüllen.

Mit den Angeboten sind die Offerten potenzieller Investoren gemeint. Fünf haben mittlerweile ein Angebot abgegeben. Mit allen hat die Stadt laut Bürgermeister Dr. Stefan Naas (FDP) Gespräche geführt, außerdem haben sie sich das Grundstück angesehen. Vorgesehen ist bekanntlich ein etwa 4000 Quadratmeter großes Teilstück des Hartplatzes. Es habe noch mehr Interessenten gegeben, aber nicht alle hätten die Bedingungen der Stadt akzeptieren wollen.

Wie berichtet, hatten die Stadtverordneten auch beschlossen, dass für die Unterbringung die Standards der Liga der freien Wohlfahrtsverbände Richtschnur sein und dass die Investitionen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterbringung möglichst nachhaltig der städtischen Infrastruktur zugute kommen sollen. Heißt: Der Investor muss das Sanitär- und Umkleidegebäude am Sportplatz so sanieren und energetisch ertüchtigen, dass es später von Vereinen genutzt werden kann. Den Flüchtlingen sollen dort Sanitäranlagen und Möglichkeiten zum Wäschewaschen zur Verfügung stehen. Etwa 400 0000 Euro sind laut Stadtverwaltung an Investitionen nötig.

„Wir wollen daran nichts verdienen“, betont Bürgermeister Naas. Er gibt aber auch zu bedenken, dass die Stadt das Grundstück für sieben Jahre kostenfrei zur Verfügung stelle. Der Investor wiederum schließt einen Vertrag mit dem Kreis.

Dießner zollt Respekt

Schon deutlich weiter ist man im ehemaligen Jugendhaus an der Eschborner Straße, das von einem Investor zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut wird. Auf die Frage der TZ, ob der zuletzt kommunizierte Eröffnungstermin 1. März noch aktuell sei, gibt es aus dem Landratsamt keine konkrete Antwort: „Hier befindet sich der Kreis ebenfalls noch in Bearbeitung der vorliegenden Unterlagen.“

Norman Dießner, Geschäftsführer beim Internationalen Bund, welcher für die Sozialbetreuung in dieser Unterkunft auserkoren ist, ist allerdings guten Mutes, dass das Haus im Lauf des März in Betrieb gehen kann. Er hat sich mit Mitarbeitern bereits an Ort und Stelle umgesehen und ist angetan vom Ergebnis. „Respekt“, sagt er in Bezug auf das, was geschaffen wurde. War diese Unterkunft ursprünglich für 20 Menschen konzipiert, soll sie nun 24 Asylbewerbern Platz bieten, da auch das Dachgeschoss ausgebaut wurde. Die Hilfesuchenden werden in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht, in größeren Räumen können aber auch Familien unterkommen.

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