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Karriere: Was Ex-Bürgermeister Karl Heinz Krug heute macht

Von Berater, Bürgermeister, Berater – nach einem kurzen Abstecher ins Wahlamt ist Karl Heinz Krug jetzt wieder in der freien Wirtschaft angekommen. Neuland ist seine Tätigkeit für ihn nicht.
Ex-Bürgermeister Karl Heinz Krug (Mitte) im Gespräch mit zwei seiner neuen Mitarbeiter beim Beratungsunternehmen Capgemini Ex-Bürgermeister Karl Heinz Krug (Mitte) im Gespräch mit zwei seiner neuen Mitarbeiter beim Beratungsunternehmen Capgemini
Bad Homburg. 

Nein, dass Karl Heinz Krug (SPD) der Stadt Bad Homburg eine Finanz-Software verkauft ist eher unwahrscheinlich. Stand jetzt. Allerdings entwirft und vertreibt der neue Arbeitgeber des ehemaligen Bürgermeisters und Stadtkämmeres, das Beratungsunternehmen Capgemini, unter anderem Standardsoftware, bietet individuelle Lösungen bei der Haushaltsplanung und entwickelt Lösungen im Big-Data-Bereich.

Vor fünf Monaten hat Krug das Rathaus verlassen, sein neuer Schreibtisch steht jetzt an der Mainzer Landstraße in Frankfurt. Halt stopp, stimmt nicht ganz: „Feste Arbeitsplätze gibt es bei uns im Büro gar nicht“, erklärt Krug. Wenn er im Großraumbüro arbeitet, sucht er sich einen freien Schreibtisch. „So hätte ich im Rathaus auch gerne gearbeitet – den gesamten Finanzbereich im Blick. Solche Büros sind viel kommunikativer“, schwärmt er von seinem neuen Arbeitsumfeld.

Nur selten im Büro

Es gibt einen Wintergarten und einen Raum mit einem Tischkicker. Krug: „Es wurden verschiedene Arbeitsumfelder für verschiedene Bedürfnisse geschaffen.“ Sein Lieblingsstandort in Deutschland ist das Büro in Köln: „Ein Traum!“ Doch das Beratergeschäft bringe es mit sich, dass man ohnehin eher selten im Büro sei. Er sei häufig unterwegs und manchmal arbeite er auch von zu Hause aus. Meetings finden dann vor dem geteilten Bildschirm statt. Es wird geskyped und nicht telefoniert.

Weg aus der Verwaltung, hin zu einem großen Unternehmen – für Krug ist das wie ein „Comeback in meiner alten Welt“. Bevor er 2012 zum Bürgermeister gewählt wurde, war er bereits als selbstständiger Unternehmensberater tätig gewesen und später bei der AXA Konzern AG für die Finanzkommunikation verantwortlich. „Das ist jetzt also kein großer Kulturschock für mich, schließlich war ich bereits viele Jahre als Berater tätig“, sagt der 47-Jährige. Allerdings musste er sich bei Capgemini erstmal in die Technologien einarbeiten. „Das ist eine ganz neue Welt für mich, aber es war auch mein Ziel, eine neue Herausforderung annehmen.“

Nur noch am Rande

Die Kommunalpolitik verfolgt er nur noch am Rande. „Ich bekomme Zuhause natürlich ein wenig mit“, sagt er und grinst. Seine Frau, die Landtagsabgeordnete Elke Barth, ist schließlich immer noch SPD-Vorsitzende in Bad Homburg und sitzt im Stadtparlament. Aber er genieße den Abstand und nicht zu wissen, was sich aktuell im Parlament abspielt. Krug: „Ich bin aus der Politik raus. Aber ich hatte ja auch angekündigt, dass ich mich zurücknehmen will. Da muss ich jetzt schon Wort halten.“

Etwas anderes kann man sich momentan auch nicht vorstellen, dafür klingt er zu begeistert, wenn er über seine neue Arbeit spricht. Sein Arbeitsfeld ist Public Finance. Dazu gehört die Beratung von Finanzministerien in Steuer-, Zoll- und vor allem in Haushaltsangelegenheiten. Allerdings sind Rathäuser – wie schon gesagt – nicht die vornehmliche Zielgruppe von Capgemini, sondern eher große Finanzbehörden der öffentlichen Hand wie die des Bundes oder der Länder. „Das Haushaltswesen steht in allen Bereichen vor großen Herausforderungen, fußt aber häufig noch auf Systemen aus dem vergangenen Jahrhundert“, so Krug. Die Kunden können auf eine Standardsoftware, implementiert von Capgemini, zurückgreifen oder werden mit einer individuellen Lösung für ihre Haushaltsplanung versorgt. Dabei kann es unter anderem um eine detaillierte Datenauswertung gehen, mittels derer die Zukunftsplanung exakter gesteuert werden kann.

Für Krug ist all das nach beinahe sechs Jahren als Kämmerer natürlich kein Neuland. Er verbindet vielmehr seine berufliche Vergangenheit mit den Herausforderungen im neuen Job. Seine Leidenschaft gilt dabei „dem tiefen Verständnis der Finanzprozesse und deren Wirkung für eine nachhaltige Haushaltspolitik“. Und wer weiß, vielleicht verkauft er dann doch irgendwann noch eine Finanz-Software an seinen Nachfolger Meinhard Matern . . .

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