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Wochenmarkt: Wegen Marktumzug: Angst vor Umsatzeinbußen

Der voraussichtlich ab September geplante Umzug des Wochenmarktes zum Taunus-Carré sorgt bei den Händlern am Landgrafenplatz für schlechte Stimmung. Sie befürchten, auch mit Blick auf die folgenden Umbauarbeiten im kommenden Jahr, massive Umsatzeinbußen, weil die Wochenmarktkunden wegbleiben.
Friedrichsdorf,Landgrafenplatz,Markt Foto: Jochen Reichwein Friedrichsdorf,Landgrafenplatz,Markt
Friedrichsdorf. 

„Ehrlich gesagt, ich bin frustriert, und ich fühle mich von der Stadt alleingelassen“, sagt Bäckereiinhaber Rolf-Dieter Hembd. Und mit diesem Gefühl ist er am Landgrafenplatz nicht alleine. Wegen der voraussichtlich für September von der Stadt angekündigten Verlagerung des Wochenmarktes von hier ans Taunus-Carré machen sich auch viele seiner Händlerkollegen am Ort Sorgen. Für sie alle sei der mittwochs und samstags stattfindende Wochenmarkt umsatzmäßig wichtig.

Fürchten Umsatzeinbußen von 30 Prozent

„Der Markt bringt uns Kunden. Und ich glaube nicht, dass wenn diese demnächst vor dem Taunus-Carré auf den Markt gehen, danach mit ihren vollen Einkauftaschen noch den Weg zum Landgrafenplatz finden“, so Hembd. Das werde er massiv in seiner Kasse spüren, ist er sich sicher. Ähnlich sieht das Metzgermeister Thomas Seitz, der mit Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent rechnet.

Möchte mit seinem Wochenmarkt-Stand nur möglichst kurz weg vom Landgrafenplatz: Rainer Schneider. Bild-Zoom Foto: Jochen Reichwein
Möchte mit seinem Wochenmarkt-Stand nur möglichst kurz weg vom Landgrafenplatz: Rainer Schneider.

Bauarbeiten sind schuld

Hintergrund für die Marktverlenung sind, wie berichtet, die Bauarbeiten für den neuen Verkehrskreisel an der Kreuzung von Homburger Landstraße und Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße, für die derzeit noch die Ausschreibung läuft. Sollte sich demnächst eine Baufirma finden und mit den Arbeiten beauftragt werden, könnten die Arbeiten im September starten. Dafür wird die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße an der Einmündung zur Homburger Landstraße gesperrt werden müssen, der Anliegerverkehr wird über den Landgrafenplatz geleitet. Diese Möglichkeit als Zu- und Abfahrt muss offen sein, auch damit etwaige Rettungseinsätze schnell ohne Hindernisse gefahren werden können. Der Wochenmarkt, so heißt es bei der Stadt, könne deshalb in der Zeit der Bauarbeiten hier nicht stattfinden und muss verlegt werden.

Hinzu kommen weitere Belastungen

Die anliegenden Händler bewerten das als weitere Belastung. Denn zu den wochenlangen marktlosen Zeiten wegen des Kreiselbaus kommen im nächsten Jahr die Umbauarbeiten am Landgrafenplatz selbst, während der der Markt hier ebenfalls nicht stattfinden wird. „Das ist alles schlecht organisiert“, moniert Thomas Seitz. Besser wäre es gewesen, die beiden Baumaßnahmen in irgendeiner Weise zeitlich zusammenzulegen. „Denn so ist der Markt voraussichtlich anderthalb Jahre weg vom Landgrafenplatz.“

Langer Atem gefragt

In so einer langen Zeit ändere sich das Kaufverhalten von Kunden, und es sei fraglich, ob man verlorengegangene Kunden wieder zurückgewinnen könne, so Seitz. Am Ende stellt sich für die Händler die Frage, wer so einen langen Atem hat. „Für uns als Kleinstunternehmer ist das existenziell“, urteilt deshalb Buchhändler Jörg Schieferstein, für den der Wochenmarkt eine wichtige Rolle in seiner Gesamtkalkulation spielt.

Für die Marktbeschicker selbst scheint der Umzug auf den ersten Blick unproblematischer. Aber nur, „wenn es nur für eine gewisse Zeit ist“, schränkt „Bio-Erwin“, so nennen ihn viele, vom Bio-Marktstand ein. Er könne die Sorgen der Händler nur zu gut verstehen, denn das sei hier ein gutes Miteinander. Daher sei es wichtig, dass der Markt nach den Bauarbeiten und der Umgestaltung wieder zurückkehrt. „Der Markt gehört hier hin, der muss bei den Leuten sein.“

Das sieht Rainer Schneider vom Gemüsestand Bauer Schneider genauso: „Das Flair auf diesem Platz passt einfach zum Wochenmarkt.“ Auf dem neu gestalteten Platz müsse man dann allerdings sehen, wie man sich mit den rund 20 Ständen neu verteile. Dass der Markt schon relativ bald wegen der Kreiselbauarbeiten umziehen müsse, gefällt Schneider allerdings nicht. „Da hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht und auch, dass man von der Stadt früher auf uns zugekommen wäre.“ Er mache sich zudem um die Kunden Sorgen, die aus Richtung Dillingen kommen. „Gerade für die Älteren ist die Verlegung wegen des dann längeren Weges nicht unproblematisch.“

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