E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

Hommage an Maria Mucke: Weggefährten erinnern warmherzig an eine ganz „Große“ auf der Bühne

Maria Mucke war in den 1950er Jahren ohne Wenn und Aber ein Schlager-Star. Allerdings einer ohne jegliche Allüren. Und das blieb die große alte Dame der heimischen Kulturszene bis zu ihrem Lebensende am 28. Mai. Mit einem Konzert wurde jetzt an die Sängerin, vor allem aber an den Menschen erinnert.
Die Hommage an ihre Lehrerin und Weggefährtin war für Sabine Fischmann und Alexander Grün ein bewegender Moment. Foto: Jochen Reichwein Die Hommage an ihre Lehrerin und Weggefährtin war für Sabine Fischmann und Alexander Grün ein bewegender Moment.
Kronberg. 

Sabine Fischmann und Alexander Grün sind Bühnen-Profis durch und durch. Unzählige Konzerte haben die beiden bereits gegeben, Vieles bereits erlebt. Und doch war ihr jüngstes Gastspiel im Altkönig-Stift für Fischmann und Grün etwas Besonderes, etwas sehr Bewegendes. Die beiden Künstler nahmen musikalisch Abschied von einer Frau, die ihnen in jungen Jahren so vieles über das Singen und das Agieren auf der Bühne beigebracht hatte. Die ehemaligen Schüler widmeten diesen Abend ihrer Lehrerin – der Sängerin und Schauspielerin Maria Mucke-Grünefeldt.

Am 28. Mai ist Maria Mucke im Alter von 99 Jahren verstorben. Sie war in Kronberg zu Hause und auf der Bühne des Altkönig-Stifts bis zum Schluss ein gerngesehener Gast. Deswegen lag es den Organisatoren des Gedenkkonzerts für Maria Mucke am Herzen, noch einmal in diesem Raum mit ihrer Familie, Freunden und Gästen Abschied zu nehmen. „Es ist sehr emotional, hier oben zu stehen und ihre Lieder zu singen“, gestand Sabine Fischmann unumwunden: „Deswegen bitte ich Sie, ruhig mitzusingen. Dann fällt es mir nicht so schwer.“

Fischmann und Alexander Grün waren Studierende an der Frankfurter Musikhochschule, wo Maria Mucke unterrichtete. Zeitlebens hielt sie Kontakt zu einigen ihrer Studenten. So auch zu Sabine Fischmann und Alexander Grün. Die beiden sangen und spielten nicht nur ihre Lieder, sondern konnten auch viele Geschichten von ihr und über sie erzählen.

Sabine Fischmann schwärmte: „Als ich an die Hochschule kam, wurde mir geraten, Unterricht bei ,einer Frau Mucke‘ zu nehmen. Sie wurde mir als supertolle, großartige Frau beschrieben, die ich unbedingt kennenlernen müsste.“ Im Raum C 301 habe sie dann getroffen. „Ich war 18 Jahre alt, total verklemmt, und jeder, der bei ihr Unterricht nehmen wollte, musste einen Chanson singen. Ich hatte mir ausgesucht ,Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt‘.“ Maria Mucke habe dazu nur gesagt: „Na, ist vielleicht nicht ganz so einfach für so ein junges Ding.“

Sie habe viel von Maria Mucke gelernt. Auch, wenn es mal nicht so gut lief, hatte die lebensbejahende Frau für ihre Schülerin einen guten Rat. „Weißt du Sabine. Ich habe auch Heultage. Tränen reinigen die Seele und das Gesicht.“ Eine passende Geschichte zu einem der Erfolgsschlager Muckes: „Es wird ja alles wieder gut.“ Darin heißt es:: „Es kann nicht jeden Tag die Sonne scheinen. Denn wer lacht, der muss auch hin und wieder weinen.“

Kleine, gewaltige Frau

Auch Alexander Grün erhielt den Tipp, „auf jeden Fall bei Frau Mucke Unterricht zu nehmen“. „Im ersten Semester war allerdings überhaupt nicht daran zu denken. Die Anmeldelisten waren bereits voll. Im zweiten Semester hat es dann endlich geklappt“, plauderte er. Für Alexander Grün war diese Begegnung prägend. Er habe nie eine so warmherzige Dozentin erlebt. Sie sei eine kleine, aber gewaltige Frau gewesen. Dabei sei sie jedem Menschen mit erlesener Höflichkeit und Respekt begegnet. „Das liebevolle Engagement für ihre Studenten war legendär.“

Der Kronberger Hellhof, wo Maria Mucke lebte, wurde das zweite Zuhause von Alexander Grün. Lange Abende, viele Gespräche, gemeinsame Ausflüge habe es gegeben, und später war er oft als ihr Korrepetitor tätig.

Auch die Schauspielerin und Moderatorin Sybille Nicolai erinnert sich gerne an Maria Mucke. Anlässlich des 90. Geburtstages Muckes hatte Sybille Nicolai sie interviewt. Sie höre die Musik und die Geschichten Fischmanns und Grüns und werde „neidisch“. „Ich war auch an dieser Hochschule gewesen. Aber, ich bin zu alt. Frau Mucke war zu dieser Zeit noch keine Dozentin“, erzählte sie. Dabei müsse man bedenken, dass diese Dame ihre Lehrtätigkeit an der Hochschule erst im Alter von 73 Jahren aufgenommen habe.

14 Jahre unterrichtete sie dann noch an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Schlager und Chanson. Ein Gedenkkonzert an einem Freitag, dem 13. sei passend, so Nicolai. Denn, für Maria Mucke spielte die Zahl 13 eine große Rolle. „An einem Freitag, den 13. hatte sie um 13 Uhr ihre erste Tonaufnahme beim Hessischen Rundfunk.

Ihre Erfolge „Heut ist ein Feiertag für mich“, „Kauf dir einen bunten Luftballon“, „Wenn du in meinen Träumen bist“ (Somewhere over the Rainbow) sind immer noch so bekannt, dass das Publikum Sabine Fischmann gerne unterstützte.

Zu einer Reihe von Fotos von Maria Mucke, von der Kindheit bis ins hohe Alter, spielten Alexander Grün und Sabine Fischmann ein von Grün geschriebenes Arrangement. Zum Schluss ist Maria Mucke selbst noch einmal zu hören – mit ihrem größten Erfolg „Lalelu“.

Ein großartiger Abend voller Emotionen und der Verneigung vor einer großartigen Frau. juba

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen