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Kaufangebote bis 6. August: Wer den Bahnhof haben will, muss sich beeilen

Von Ein elfseitiges Exposé über das Bahnhofsgebäude hat die Stadt Kronberg ins Netz gestellt und damit auf eine Forderung der Stadtverordneten reagiert, sich nicht nur auf ein Konzept zu fixieren. Wer Interesse an dem denkmalgeschützten Gebäude hat, muss sich sputen: Kaufangebote müssen bis zum 6. August vorliegen.
Das Bahnhofsgebäude vom Bahnsteig aus. Als die Zeichnung entstand, schrieb man Kronberg noch mit „C“. Das Bahnhofsgebäude vom Bahnsteig aus. Als die Zeichnung entstand, schrieb man Kronberg noch mit „C“.
Kronberg. 

Wer sich des Bahnhofsgebäudes annehmen möchte, der braucht vermutlich einen langen Atem. Jetzt aber ist Sprintstärke gefragt, denn Kaufinteressenten haben nur bis zum 6. August Zeit, ihr Angebot abzugeben. Die Stadt hat die Unterlagen jetzt öffentlich gemacht.

Das hatten die Stadtverordneten nach der Präsentation des vom Magistrat favorisierten (Kronberger) Investors bei der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vor den Ferien deutlich gemacht – und per Plenumsbeschluss dem Magistrat aufgetragen.

Neben der Exklusivität der Verhandlungen erzürnte einen Teil der Stadtverordneten, dass plötzlich vom Verkauf die Rede war. Ein Erbpachtverhältnis kommt nicht mehr in Frage.

Von dieser veränderten Bedingung habe kein potenzieller Interessent erfahren können, deshalb sollte die Verwaltung das Objekt bekannter machen. Veröffentlicht wird das Exposé auf der Internet-Seite der Stadt und bei Immo-Scout.

Interessenten müssen ein Nutzungskonzept vorlegen. Als die Stadt vor sieben Jahren ihr Vorkaufsrecht ausübte und das Bahnhofsgebäude, das 1914 gebaut wurde, erwarb, sollte dort ein Reisezentrum hinein. Zudem sollte eine Nutzung für kulturelle Zwecke dort Platz finden. Entsprechend der Rahmenplanung für das Bahnhofsquartier, in dem unter anderem ein Konzertsaal und ein Hotel entstehen sollen.

„Inzwischen wurden diese Vorstellungen um die Möglichkeiten der Nutzungen als Gastronomiefläche, Büro- oder Gewerberäume, Kiosk und Betriebsleiterwohnung erweitert“, heißt es im Exposé. Die Möglichkeit der Unterbringung eines Reisezentrums oder Fahrkartenverkaufs sowie der Versorgung mit Reisebedarf werde prioritär gesehen. Diese Nutzungen könnten aber auch eventuell außerhalb des historischen Bahnhofsgebäudes realisiert werden.

Sanierungsstau

Nur wer das Gebäude saniert (der Instandhaltungsrückstand wird mit 1,4 Millionen beziffert) und ein nachhaltiges Nutzungskonzept vorlegt, wird bei der Verkaufsentscheidung der Stadt berücksichtigt. Erwartet werden zudem Aussagen zum Stellplatzbedarf (und Vorschläge zu seiner Umsetzung) und ein Finanzierungskonzept. Bei Nichteinhaltung werde der Verkauf wieder rückgängig gemacht.

Beim Kaufpreis werden entsprechend der aktuellen Bodenrichtwertkarten 810 Euro pro Quadratmeter angesetzt, die ausgeschriebene Fläche wird mit 738 Quadratmetern angegeben. Das entspricht knapp 600 000 Euro.

Bei einer Präsentation vor der HFA-Sitzung hatte Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) den Ertragswert des Gebäudes mit 280 150 Euro angegeben. Die Stadt hatte seinerzeit bei der Ausübung ihres Vorkaufsrechts 277 000 Euro für den Bahnhof und die Fläche am Gleis 3 bezahlt.

Wer den Bahnhof kauft, wird sich also mit der Stadt arrangieren, die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllen und der Deutschen Bahn Wege-, Wartungs- und Unterhaltungsrecht einräumen müssen. Interessenten gibt es dennoch. Laut Stadtpressesprecher Andreas Bloching habe sich bereits „der eine oder andere gemeldet, der sich das Objekt anschauen möchte“.

Die Verwaltung wird die Angebote sichten. Die Konzepte werden dann am 28. August in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt vorgestellt.

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