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Tag der Nachhaltigkeit: Wie der Feldhamster gut über den Winter kommt

Sie sind süß. Sie sind possierlich. Der Opel-Zoo hat zum Hessischen Tag der Nachhaltigkeit am Beispiel der Feldhamster gezeigt, wie wichtig Artenvielfalt und Nachhaltigkeit für Mensch und Tier sind.
Dr. Tanja Spengler vom Opel-Zoo (2.v.l.) erklärt dem elfjährigen Tim Luis und seinem Vater, wie viele Körner ein Feldhamster zum Überwintern benötigt. Dr. Tanja Spengler vom Opel-Zoo (2.v.l.) erklärt dem elfjährigen Tim Luis und seinem Vater, wie viele Körner ein Feldhamster zum Überwintern benötigt.
Kronberg. 

Der niedliche kleine Vertreter seiner Art, der von allen Kindern geliebt und bestaunt wird, hat im Opel-Zoo ein artgerechtes Zuhause. Genauer genommen, hat es sich hier sozusagen seine ganze Familie in einer Wohngemeinschaft gemütlich gemacht. Gemeint sind die zehn Feldhamster, die seit einiger Zeit im Zoo leben und deren Nachwuchs ausgewildert wird. Denn der Feldhamster ist vom Aussterben bedroht.

Um darauf einmal explizit aufmerksam zu machen, beteiligte sich der Opel-Zoo jüngst sich am Hessischen Tag der Nachhaltigkeit. „Das ist eine sinnvolle Sache“, sagt der Leiter der Zoopädagogik und stellvertretende Direktor, Dr. Martin Becker. „Wir zeigen am Beispiel des Feldhamsters, der als Tierart berühmt, berüchtigt und inzwischen nahezu ausgestorben ist, was es bedeutet, auf Nachhaltigkeit zu achten.“ Über den putzigen Vertreter könne man kindgerecht den „Bogen zum Thema spannen. Denn der Hamster sammelt zwei bis drei Kilogramm Körnermasse, also alles was sich gut lagern lässt.“, so Becker.

Aus Körnern macht man Mehl und das wird zu Brotherstellung genutzt. Der Mensch esse gerne und viel Brot. In der heutigen Überflussgesellschaft werfe man Brot im Unverstand weg. Kinder müssten, da schließt sich der Kreis, den schonenden Umgang mit Ressourcen lernen. Ein Aktionsstand am Feldhamstergehege gab denn auch Aufschluss darüber, wie viele Körner für einen Laib Brot benötigt werden und wie viele Körner ein Hamster zum Überwintern braucht.

Vom Aussterben bedroht

Tim Luis ist 13 Jahre alt und mit seiner Familie am Tag der Nachhaltigkeit im Opel-Zoo. Gespannt schaut er auf die zwei Behälter voller Körner, die Dr. Tanja Spengler, Biologin des Opel-Zoos, am Stand aufgebaut hat. Er kann nicht verstehen, warum es nur noch wenige Feldhamster gibt. Das lernt er nun, denn: In den 50er-Jahren galt der Feldhamster als Parasit und Feind des Menschen. Er wurde gejagt, da man „dachte, er würde den Menschen das ganze Getreide nehmen“, so Becker. Im Laufe der Jahre hätte man jedoch festgestellt, dass Hamster gar nicht so viel Getreide „hamsterten“ und damit dem Menschen kein nennenswerter Schaden entstünde. „Nur diese beiden Behälter Getreide braucht ein Hamster zum Überwintern. Daraus lässt sich Mehl für zwei Brote mahlen. Und genau diese Menge sammelt ein Feldhamster auf dem Feld“, erklärt Spengler.

Zuchtstationen aufgebaut

Mittlerweile gebe es in freier Wildbahn aber nur noch selten Feldhamster. Vom Aussterben bedroht, werde der Bestand in Zuchtstationen heute wieder mühsam erhöht.

„Heute sehen selbst die Bauern den Feldhamster nicht mehr als Feind. Im Gegenteil, Bauern in der Region Schwanheim ernten Teile ihres Felds bewusst später, um dem Hamster länger Nahrung anzubieten“, erklärt Becker und fügt hinzu: „Die biologische Vielfalt bildet die Grundlage allen Lebens.“ Hauptverursacher des Artensterbens sei der Mensch. „Wir schwächen unser ökologisches Netz und brechen einen Knoten nach dem anderen auf. Irgendwann ist alles kaputt“, sagt Martin Becker.

Der Zoo sieht sich als Botschafter für Tier- und Artenschutz. Nachhaltigkeit übt man dort übrigens auch mit Solar- und Brauchwasseranlagen. Pressfutter, Obst und Gemüse würde vom heimischen Bauern geliefert.

(efx)

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