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Bezahlbarer Wohnraum: Wohnen über dem Discounter

Aldi plant in Berlin Wohngebäude mit Discounter-Verkaufsfläche im Erdgeschoss. Das gefällt der Friedrichsdorfer FDP.
Wohnblock mit Discounter im Erdgeschoss: Das plant Aldi Nord im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Bild: Aldi Nord Wohnblock mit Discounter im Erdgeschoss: Das plant Aldi Nord im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Bild: Aldi Nord
Friedrichsdorf. 

Eine Idee, wie möglichst schnell und viel bezahlbarer Wohnraum entstehen könnte, hat der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Guido Bartels in Berlin abgeschaut. Dort würden Discounter wie Aldi bei ihren neuen Lebensmittelmärkten Wohnungen aufs Dach bauen. Im Rhein-Main-Gebiet fehlten bis zu Jahr 2030 fast 40 000 Wohnungen, so Bartels. „Die Verwaltung ist gefordert, unkonventionelle Wege zu gehen.“

Der Liberale stellte daher den Antrag, der Magistrat möge prüfen, ob die planungsrechtlichen Voraussetzungen für „Aldi-Wohnungen“ gegeben seien oder mit vertretbarem Aufwand geschaffen werden könnten. Wenn das der Fall sei, dann sollte bei den ortsansässigen Discountern und Supermärkten angefragt werden, ob sie auf den Dächern ihrer Märkte kostengünstige Wohnungen bauen würden. Auch ob auf die Dächer anderer Gewerbeimmobilien Wohnungen gesetzt werden könnten, solle geprüft werden.

Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) gab zu bedenken, dass es da statische Probleme geben könne. Für das Einkaufszentrum Taunus-Carré etwa sei vor dem Bau die zuerst geplante Statik geändert worden, als klar wurde, dass dort kein zusätzliches Stockwerk für die Milupa-Verwaltung gebraucht werde. Auch sei es, unter anderem wegen des Lärmschutzes, problematisch, Wohnungen in Gewerbegebiete zu bauen.

Konflikte in Sachen Lärm

Vor Nachbarschaftskonflikten in Sachen Lärm warnte auch FWG-Fraktionschefin Claudia Schlick. Sie erinnerte an die acht Meter hohe Schwimmbadmauer, die als Lärmschutz beinahe quer durch das Freibad hätte gebaut werden müssen, damit die Bewohner neu geplanter Häuser in Schwimmbadnähe nicht gestört würden. Die Änderung eines Bundesgesetzes hatte das geplante Mauer-Ungetüm voriges Jahr aber – zum Glück für die Friedrichsdorfer – beseitigt, bevor es gebaut werden konnte. Andererseits gebe es in Friedrichsdorf bereits Wohnungen über Geschäften, beispielsweise über den Bäckerei in der Bahnstraße.

„Wir begrüßen jede Idee, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Birgit Brigl. Sie wies aber auf Folgendes hin: „Aldi baut in Berlin Wohnungen, weil das Unternehmen Gewerbeflächen haben will.“ Auf seiner Internet-Seite teilt Aldi-Nord mit, dass das Unternehmen an mindestens 30 Standorten in Berlin mehr als 2000 kostengünstige Wohnungen bauen will. Die ersten 200 Wohnungen sollen in den Stadtteilen Neukölln und Lichtenberg entstehen. Im Erdgeschoss der Immobilien sind jeweils Aldi-Märkte vorgesehen. Der Friedrichsdorfer FDP-Antrag wurde schließlich in den Bauausschuss überwiesen.

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