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Zwaa Schnaadener in Bernem

Von Am heutigen Freitag um 19 Uhr wird in Frankfurt-Bornheim die 409. Bernemer Kerb eingeläutet. Mittendrin statt nur dabei sind die Schneidhainer Claudia Gulde und Horst Gregori – als Kerwepaar.
Horst Gregori und Claudia Gulde freuen sich auf sechs tolle Tage in Bornheim. Horst Gregori und Claudia Gulde freuen sich auf sechs tolle Tage in Bornheim.
Schneidhain/Bornheim. 

Schneidhain hat rund 3000 Einwohner – da sieht und kennt man sich. Und man vergisst sich nicht, auch wenn tatsächlich jemand auf die Idee kommt, den Ort zu verlassen. Claudia Gulde (46) zog vor 20 Jahren nach Frankfurt, sie lebt heute in Bornheim. Dem Internet sei Dank, entdeckte Horst Gregori (61), der Schneidhain treu geblieben ist, sie auf der Plattform wer-kennt-wen wieder.

Nachdem sie sich also fast aus den Augen verloren und wiedergefunden hatten, verabredeten sie sich auf der Bernemer Kerb. Die werden sie auch in diesem Jahr besuchen – in exponierter Position. Denn Gulde und Gregori wurden von den rund 110 Vereinsmitgliedern der Bernemer Kerwe Gesellschaft 1932 zum Kerwepaar gewählt. Beide sind große Anhänger der Veranstaltung. „Es gefällt uns, wie sie das machen“, so Gregori. Gulde ergänzt: „Das Schöne ist, dass man sich sofort aufgenommen und integriert fühlt.“ In der Tat, sonst könnten nun kaum zwei „Schnaademer“ den Ton in Bornheim angeben: Heute um 19 Uhr werden sie die Kerb gemeinsam mit Ortsdiener Dieter Bender in den Gaststätten einläuten. Dann wird bis Mittwoch gefeiert – bereits zum 409. Mal.

Ihre Dienstkleidung stammt vom Theaterkostüm-Verleih Jansen, in der Amtsführung haben sie viele Freiheiten. „Wir haben viele eigene Vorstellungen von dem, was wir machen wollen“, verrät Gregori. Ein großes Anliegen ist es, den Verein in den Vordergrund zu stellen – wie in vielen anderen wären auch hier noch mehr Jüngere gerne gesehen. Nicht unbedingt jung an Jahren, aber jung im Kopf: Menschen, die „die Tradition erhalten wollen und dem Neuen aufgeschlossen sind“, sagen sie.

Heiße Phase

Mittlerweile hat die heiße Phase der Vorbereitung längst begonnen. Gregori ist Schlosser und hat sich Urlaub genommen, „auch noch in der Zeit danach, um mich zu erholen“, fügt er lächelnd an. Gulde ist im Einzelhandel tätig und konnte dank der Kollegen und der Filialleitung bei dm ihre Schichten so einteilen, dass sie das repräsentative Amt und ihre Arbeit unter einen Hut bekommt.

Ob die Menschen in Schneidhain wissen, welche Ehre Gulde und Gregori da fernab der (alten) Heimat zuteil wird? „Einige wenige schon. Spätestens jetzt, wenn es in der TZ steht“, antwortet Gregori. Viele hätten sich darüber gefreut, vereinzelt habe es aber auch kritische Stimmen gegeben. Denn auch Schneidhain hat eine Kerb und andere Feste, bei denen man sich engagieren könnte.

Tatsächlich hat er sich schon oft und lange in die Schneidhainer Vereine eingebracht, war unter anderem Präsident des Elferrats, und von 1978 bis 2000 auch beim Kellerprogramm des Burgfests aktiv. Über die Schnaademer Kerb findet er nur lobende Worte: Sie sei aufstrebend, der Vereinsring leiste gute Arbeit. Für ihn aber sei es Zeit gewesen, etwas Neues auszuprobieren. Und so hofft das Kerwepaar nicht nur auf viele Besucher aus Bornheim und dem Rest der Großstadt, sondern auch auf Freunde und Bekannte aus Schneidhain und den anderen Teilen Königsteins.

Das Programm der 409. Bernemer Kerb vom 12. bis 17. August mit zahlreichen Veranstaltungen und einem großen Festzug ist im Internet auf www.bernemer-kerb.de abrufbar.

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