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Verstärkte Schutzmaßnahmen: Zwei Einbrüche in wenigen Tagen: Sicherheitsprobleme im Rathaus

Von Tage der offenen Tür im Bad Homburger Rathaus: Innerhalb nur weniger Tage haben gleich zwei Mal Einbrecher die Verwaltung heimgesucht. Noch ist unklar, wie genau die Täter in das Gebäude eingedrungen sind.
Symbolbild Foto: sdecoret; Fotolia Symbolbild
Bad Homburg. 

Es gereicht jedem Rat- oder Stadthaus zur Ehre, wenn es den Bürgern seine Pforten weit öffnet. Bürgernähe nennt man das. Doch selbst Bürgernähe sollte, nein muss ihre Grenzen haben. Denn wer beispielsweise nachts im Rathaus vorbeischaut, hat meist nichts Gutes im Sinn. Also sollten die Pforten der Rathäuser in dieser Zeit gut verschlossen sein. Das war in Bad Homburg in jüngster Zeit nicht immer der Fall: Seit Mai 2016 ist es zu vier Einbrüchen ins Rathaus gekommen, zwei davon allein in den vergangenen sechs Tagen.

Spaß bei Seite – Tatsache ist, dass das Homburger Rathaus ein Sicherheitsproblem hat. Hinzu kommt, dass die „undichte Stelle“ – sprich der Weg, über den die Täter ins Gebäude eindringen – noch nicht zweifelsfrei identifiziert ist. Bereits im Oktober 2016 und im Mai 2017 waren Einbrecher ins Rathaus eingedrungen.

Info: Gibt es eine Verbindung zu den ...

Der Verdacht ist unglaublich: Die Polizei schließt einen Zusammenhang zwischen den Einbrüchen im Rathaus und den Jugendlichen, die kürzlich auf der Flucht vor der Polizei mit einem Auto in ein Casino

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Und jetzt die beiden spektakulären Einbrüche innerhalb weniger Stunden. Am vergangenen Sonntagvormittag sind mehrere Jugendliche oder junge Erwachsene ins Rathaus eingedrungen und verschafften sich Zugang zur Poststelle. Dort erbeuteten sie nicht nur geringe Mengen an Bargeld und den Süßigkeitenvorrat der Mitarbeiter, sondern auch die Schlüssel zu drei Fahrzeugen der Stadtverwaltung. Zwei davon wurden gestohlen, das dritte demoliert in der Tiefgarage zurückgelassen. Zum Glück für die Verwaltung blieben Stempel oder offizielle Dokumente unangetastet.

Ein Loch in der Wand

Und kaum hatten sich die Mitarbeiter von diesem Schock erholt, drangen in der Nacht von Montag auf Dienstag erneut Täter in die Stadtverwaltung ein. Auch sie hatten es auf die Poststelle in der vierten Etage abgesehen, gingen allerdings nicht so filigran vor, wie die Täter vom Sonntag, die die Tür aufgehebelt hatten. Die Dienstags-Einbrecher brachen recht schlicht ein Loch in die Wand der Poststelle und drangen so ein.

Nun stellt sich die Frage, wie die Täter überhaupt in die Flure des vierten Stockwerks gelangen konnten. Denn eigentlich sollten sie zwei verschlossene Pforten daran hindern: die Zugänge im Erdgeschoss beziehungsweise in der Tiefgarage sowie die zentralen Türen zu den einzelnen Etagen. „Wie genau die Täter in das Rathaus gelangten, ist zumindest im ersten Fall nicht abschließend nachvollziehbar“, sagt Polizeisprecher Volker Hammann. Am Dienstag drückten die Einbrecher eine Hauptzugangstür auf. Auch im Rathaus weiß nicht genau, welche Wege die Täter genommen haben. Stadtsprecher Andreas Möring: „Wir können den Weg erst verfolgen, wenn die Täter von den Kameras erfasst sind. Auf welchem Weg sie ins Treppenhaus gelangt sind, wissen wir nicht.“ Prinzipiell, so Möring weiter, sollen die Haupteingänge verschlossen sein.

Bevor mit der momentan stattfindenden Renovierung sollen die Zugangstüren nach 17 Uhr stets verschlossen gewesen sein. Das soll jetzt nicht immer der Fall sein, so ein Rathausmitarbeiter. Auch Möring verweist auf die im Haus stattfindenden Arbeiten und darauf, dass das neue Schließsystem erst zum Schluss eingebaut werde. Denn Schließanlage sowie ein Sicherheitsdienst gehören zum Sicherheitskonzept des Rathauses. So sind Hausmeister und die Security dafür zuständig, abends zu kontrollieren, ob alles Türen ordnungsgemäß verschlossen sind. Allerdings halten sich auch nach den Öffnungszeiten für die Bürger – zum Teil bis in die späten Abendstunden – nach Mitarbeiter und der Politbetrieb im Haus auf.

Geklärt ist zumindest die Frage, wie die Einbrecher am Sonntag mit den gestohlenen Fahrzeugen aus der Tiefgarage herausfahren konnten: Die ganz offensichtlich praktisch veranlagten Täter hatten nach bisherigem Stand der Ermittlungen nicht nur die Autoschlüssel entwendet, sondern auch gleich noch ein paar Ausfahrtkärtchen aus dem Büro eingesteckt.

Täter auf Video

Die Chancen die Täter zu schnappen stehen nicht schlecht, schließlich existieren von beiden Einbrüchen Videoaufnahmen. Unklar ist, ob die Einbrecher auf den Aufnahmen auch mal unmaskiert zu sehen sind. Hammann: „Es existieren Videoaufnahmen, meines Wissens nach aber sind die Täter darauf zu keinem Zeitpunkt unmaskiert zu sehen.“ Dass es sich bei den Tätern um Jugendliche handelt, soll sich anhand der Statur ergeben. „Aufgrund ihrer körperlichen Erscheinung ergaben sich erste Verdachtsmomente, aber die Ermittlungen dauern an“, so Hammann weiter. Neue Erkenntnisse erhofft sich die Polizei von den am Tatort zurückgelassenen DNA-Spuren. Denn die Sonntags-Täter waren so dreist und fühlten sich wohl so sicher, dass sie während ihres Einbruchs in einer Teeküche auch noch Getränke konsumierten. Die Polizei geht davon aus, an den benutzten Bechern eventuell Spuren zu finden.

Und wie sollen weitere Einbrüche in der Zukunft verhindert werden? „Leider kann man Einbruchsversuche nicht generell ausschließen“, sagt Stadtsprecher Möring. Allerdings wolle man die Hürden künftig höher legen. Dazu sollen die bereits vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen erneut auf ihre Tauglichkeit hin überprüfen und gegebenenfalls verändert werden. Möring: „Sollten sie als unzureichend betrachtet werden, ergänzen wir sie. Wir werden mit der Polizei über das Thema Prävention sprechen.“ Konkrete Ergebnisse oder Vorhaben gebe es noch nicht. Dass in den Fluren des Rathauses bereits mehrere Kameras hängen, sei eine Reaktion auf die Einbrüche der vergangenen Jahre gewesen.

Und zum Schluss stellt sich ja auch noch die Frage, warum die Täter so gut über die Begebenheiten im Haus informiert waren. Nicht wenige vermuten, allerdings hinter vorgehaltener Hand, dass die Täter Informationen eines Insiders genutzt haben könnten.

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