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Demo gegen AfD-Bundessprecherin: 250 Demonstranten beim Auftritt von Frauke Petry in Neu-Isenburg

Von Die einen kamen, um zu zeigen, dass sie die Politik der „Alternative für Deutschland“ (AfD) für bedenklich halten, die anderen spendeten den AfD-Rednern Applaus.
Vor der Halle versammelten sich die Demonstranten. Alice Blum (Mitte) neben Corrado Di Benedetto (links) und Tuna Firat (rechts.) Vor der Halle versammelten sich die Demonstranten. Alice Blum (Mitte) neben Corrado Di Benedetto (links) und Tuna Firat (rechts.)
Neu-Isenburg. 

„No AfD“ – die brauchen wir nicht. Rund 250 demonstrierende Bürger, viele mit T-Shirts „Refugees welcome“, hatten sich vor dem Zugang zur Hugenottenhalle versammelt, um ihren Protest gegen die politische Ideologie der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) optisch und auch akustisch zum Ausdruck zu bringen. „Ich habe extra mein Refugee-Shirt wieder ausgekramt und falsch herum angezogen, damit man den Aufdruck Refugees welcome lesen kann,“ meinte Gerhard H. Gräber, der sich unter die Protestierenden gemischt hatte. Viele waren aber auch ganz normal gekommen, um einfach dabei sein zu wollen. „Ich will zeigen, auf welcher Seite ich stehe – und wo nicht“, meinte eine Teilnehmerin.

Es ist die „heiße Phase“ des Bundestagswahlkampfes und wenn Angela Merkel oder Martin Schulz nach Frankfurt kommt, dann ist es der AfD der Region Frankfurt-Offenbach nur Recht, dass sie ihre Spitzenkandidatin, Dr. Frauke Petry zur Wahlkampfveranstaltung in die Hugenottenhalle nach Neu-Isenburg einlädt. Ein großes Polizeiaufgebot vor der Hugenottenhalle verwies die Demonstranten auf den mit Drängelgitter abgegrenzten Boule-Platz, was zu Diskussionen führte. „Hier vor der Stadtbibliothek ist ein öffentlicher Platz, da kann sich jeder aufhalten“, reklamierte Inge Manus. Dort machte die Organisatorin der Demonstration, Alice Blum, per Megaphon Stimmung. Es ist bei den Auftritten der AfD-Politikern im Umkreis meist das gleiche Bild: Demonstrationen, an denen sich auch die etablierten Parteien beteiligen, wollen den Polit-Promis aus dem AfD-Lager zeigen, dass sie in ihrer Stadt nicht willkommen sind. Wie auch in Neu-Isenburg.

350 in der Halle

In der Halle hieß dann AfD-Kreissprecher Dr. Robert Rankl die rund 350 Gäste und Mitglieder willkommen. Und präsentierte drei Kernaussagen: Schicksalswahl 2017. „Wenn sie einen dynamische Opposition haben wollen, dann müssen Sie AfD wählen. Heute früh war ich im Odenwald und habe von der SPD-Kandidatin gehört, dass vieles umsonst sein soll – das soll rund fünf Milliarden kosten. Als ich gesagt habe, dass wir 44 Milliarden für Integration ausgeben, dann bin ich als Rassist beschimpft worden“, so Rankl.

Endspiel um Deutschland: „Wir haben 38 Mandate in Kreis und hören von der Politik immer wieder, dass die Integration optimal läuft. Aber wenn wir vor Ort nachfragen, dann hören wir ganz was anderes“, betonte Rankl. Obergrenze oder Untergang: „Ein hartes Wort, aber wir haben mitbekommen, dass derzeit die Familienzusammenführung läuft. Da kommt nochmal was nach.“

Arno Gros verwies auf die Situation im öffentlichen Leben aus seiner Sicht. „Man kann nicht mehr ohne Angstgefühl auf der Zeil spazieren gehen. Und gehen sie mal in einen Krankenhaus, dort braucht man mittlerweile Sicherheitsdienste um einigermaßen für Ruhe zu sorgen.“ „Dieser Staat hat doch mittlerweile fast völlig die Kontrolle verloren“, sagte Gros unter Beifall. An die Bundeskanzlerin gerichtet: „Betreutes Wohnen für ältere Bürger ist uns ja bekannt, doch sie will auch betreutes Denken durchsetzen.“

Dr. Frauke Petry stellte auch die Zuwanderung und auch illegale Migration an die Spitze ihrer Rede. „Wir wurden als Fantasten abgetan und wenn wir jetzt auf bestimmte Fakten im Zusammenhang mit der Zuwanderung verweisen, dann werden wir als Rassisten abgetan“, kritisierte Petry. „Ich käme nicht im Traum auf die Idee eine Veranstaltung der Linken, Grünen oder anderer Partei durch Brüllen oder sonstige Aktionen zu stören.“ In Deutschland gebe es Zonen und Areale, in die sich nicht einmal mehr die Polizei hineintraue.

Bedenklich

Doch wenn die Polizei nicht mehr das tun kann, was sie gemäß Gesetz tun sollte, dann ist das mehr als bedenklich, gab Frauke Petry zu bedenken. „Es jährt sich nun zum zweiten Mal der Tag, an dem Frau Merkel sagte „unsere Grenzen sind offen“, was zu einer unkontrollierten Massenzuwanderung geführt hat“, sagte Petry.

Und auch der Dieselskandal sei keiner, der auf den Rücken der kleinen Individualnutzer ausgetragen werden müsse. Lastkraftwagen, Busse, große Schiffe trügen mehr zur Luftverschmutzung bei als vermutet. Frauke Petry forderte das Recht aller Bürger ein, sich frei zu äußern, ohne gleich als Rassisten oder gar Nazis hingestellt zu werden. „Parteien sind nicht um ihrer selbst willen da, sondern um die Wünsche der Bürger zu bündeln.“

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