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Ab ins All wie Thomas Reiter

Von Der zweite Raketen-Workshop traf auf eine große Resonanz. Mit den Raketentagen sollen auch die Leistungen des Neu-Isenburger Weltraumfahrers Thomas Reiter gewürdigt werden. Der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur hatte dazu eingeladen.
Die Kinder bastelten während eines Workshops ihre eigene Rakete jeweils selbst. Bilder > Die Kinder bastelten während eines Workshops ihre eigene Rakete jeweils selbst.
Neu-Isenburg. 

Mit einem lauten Zischen erhebt sich die Rakete aus dem Qualm der Startrampe und schießt hoch in den stahlblauen Himmel. Nach nur wenigen Sekunden ist der Antrieb, ein Feststoff, verbraucht und die Rakete kehrt um. Am Fallschirm baumelnd schwebt sie der Erde zu. "Der haben wir etwas mehr Feuer unter dem Hintern gegeben", sagt Markus Rehberger und verfolgt die Rückkehr auf den Sportplatz Buchenbusch.

Normalerweise werden die von den Teilnehmern des Raketenbauer-Workshops selbst gebastelten Raketen mit einem A-Motor abgeschossen, er nimmt diesmal einen B-Motor. "Hier ist die Brennstoffzelle bis zur Hälfte mit Schwarzpulver gefüllt, beim normalen Motor nur zu einem Drittel", erklärt der Raketenspezialist den Unterschied. Bei sportlichen Wettbewerben der Hobby-Raketenbauer gibt es gar noch die volle Ladung, also den C-Motor, dann fliegt die Rakete allerdings bis in Höhen, die am Wochenende im Buchenbusch nicht erlaubt waren. "Wir müssen bei maximal 100 Metern Schluss machen", so Rehberger.

Nachbarn verschreckt

Der Verein für Geschichte, Heimatpflege und Kultur (GHK) hatte zu den zweiten Raketentagen von Neu-Isenburg eingeladen. "Das soll eine Würdigung unseres Weltraumfahrers Thomas Reiter sein, der ja hier aufgewachsen ist, es als Bub selbst öfter mal im Garten seiner Eltern krachen ließ und die Nachbarn verschreckt hat", sagt der Bürgermeister und Vorsitzende des GHK, Herbert Hunkel.

Nachdem die ersten Raketentage vor zwei Jahren auf Anhieb ein großer Erfolg waren, wird nun diese Veranstaltung fortgesetzt.

"Wir haben rund 40 Voranmeldungen, aber da kommen bestimmt noch viel mehr", ist sich Ferdinand Stegbauer, der für die Organisation verantwortlich zeichnet, ziemlich sicher. "Ich will auch mal Astronaut werden", meint der neunjährige Fedor und hält das gerade zusammengeklebte Raketenteil mit beiden Händen fest, damit die Verbindung trocknet. Bis "das Ding" wie er seine Raketenteile nennt, endlich mal fliegt, muss er noch Geduld haben. "Ihr müsst alles sehr sorgfältig machen, damit die Rakete auch richtig fliegt", mahnt denn auch Barbara Rehberger, Mutter des Workshop-Leiters. Leses Sie weiter: Sterne am Himmel

Sterne am Himmel

Auch seine Frau Michaela und seine Schwester Daniela hat Markus Rehberger mit eingespannt. Der MaschinenFeinfertigungs-Mechaniker kam über sein Interesse zur Astronomie zur Raketentechnik. "Wer die Sterne am Himmel bewundert, überlegt auch schon mal, wie er da hinkommen könnte", beschreibt Rehberger seinen Einstieg. Im Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht, das nach dem Lehrmeister von Werner von Braun benant ist, fand Rehberger schließlich seine Basis. Heute leitet er den Raketenmodellsportverein, in dem sich Hobby-Raketenspezialisten organisiert haben.

"Hurra, meine Rakete ist fertig, jetzt gehe ich zum Startplatz", ruft Hendrik, der mit Hilfe seiner Mutter den Orbit-Launcher, wie so eine Weltraumrakete genannt wird, zusammengebastelt hat. An der Raketenbasis entnimmt Markus Rehberger aus einer sicheren Metallbox den A-Motor. Diesen darf Hendrik in seine Rakete einsetzen. Dann gehen beide zur Startrampe, die Rakete wird an der kleinen Halterung eingehängt und die Zündschnur angezündet. "Countdown! Drei-Zwei-Eins-Null! Initiation", ruft Markus Rehberger, und schon schießt die Rakete in den Himmel.

Hoch oben stoppt sie plötzlich und fällt vom Himmel. Zufällig vorbei kommende junge Fußballspieler versuchen, die am Fallschirm baumelnde Rakete noch in der Luft abzufangen. "Aua, das Ding ist ja heiß", so die erste Erfahrung. Bei der Verbrennung des Schwarzpulvers, das die Rakete auf rund 300 Kilometer pro Stunde beschleunigt, entstehen im Inneren des Geschosses nämlich kurzfristig Temperaturen bis 1900 Grad. Neben den erlebnisreichen Erfahrungen für junge Raketenbauer, allein das Technische Hilfswerk (THW) Neu-Isenburg ist mit einer Gruppe von 14 Jugendlichen dabei, gibt es aber auch zwei fundierte Fachvorträge über die Weltraumfahrt.

Ferdinand Stegbauer schlägt den Bogen von der Schifffahrt zur Raumfahrt. "Nicht nur der Name ,Raumschiff' weist auf den Ursprung hin, sondern auch heute noch wird die Schiffsglocke geläutet, wenn eine neue Crew an Bord der Raumstation geht", so Stegbauer. Der Weltraumspezialist Rainer Kresken, vom European Space Operation Center (ESOC) in Darmstadt, erklärt gut verständlich, wie Satelliten und Astronauten ins Weltall kommen.

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