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„Da.Sein“: Ausstellung bringt Flüchtlingsschicksale näher

Von Einblicke in die Existenz geflüchteter Menschen, die in der Hugenottenstadt eine neue Heimat gefunden haben, gewährt zur Zeit das Stadtmuseum. Interviews, Fotos und sogar Kochrezepte helfen dabei.
Geflüchtete Musiker eröffneten gemeinsam mit Björn Kessler (zweiter von links) die Schau „Da.Sein“ im „Haus zum Löwen“. Foto: Leo F. Postl Geflüchtete Musiker eröffneten gemeinsam mit Björn Kessler (zweiter von links) die Schau „Da.Sein“ im „Haus zum Löwen“.
Neu-Isenburg. 

Wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen und sie irgendwo, zufällig oder auch gezielt, ankommen, dann ist manches in der neuen Heimat anders als gedacht. In Neu-Isenburg sind Menschen aus unterschiedlichen Ländern angekommen, in den vergangenen zwei Jahren vor allem Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien.

Aber was bedeutet die neue Situation für diese Menschen? Das fragte Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel bei der Eröffnung der Ausstellung „Da.Sein“ im Stadtmuseum „Haus zum Löwen“ in der Löwengasse 24, die Antworten darauf gibt. Geflüchtete berichten, wie sich ihr „Dasein“ in der Hugenottenstadt darstellt. Von vertrauten Menschen geführte Interviews und Fotos aus Neu-Isenburg, von den Geflüchteten selbst aufgenommen, sind die Basis der Ausstellung. Komplettiert wird sie durch Kunstwerke syrischer Künstler und Gedichte aus ihren Heimatländern.

Mehran A. aus Afghanistan war zu Besuch im Stadtmuseum. Bild-Zoom Foto: Leo F. Postl
Mehran A. aus Afghanistan war zu Besuch im Stadtmuseum.

„Ja, die haben sich hier ganz gut eingelebt“, ist oft von alteingesessenen Mitmenschen zu hören. Doch ist es wirklich so oder haben sich die Neubürger nur arrangiert? Wie viel Anpassung kann man, wie viel Freiheit ihrer Identität muss man ihnen lassen, damit sie sich angekommen fühlen? „Wenn Menschen nach ihrer Flucht endlich in Neu-Isenburg einen Ort gefunden haben, in dem sie sich wohl fühlen, bedeutet dies mehr als nur ein Dach über dem Kopf“, so Hunkel. Er verwies auch auf die Herausforderungen der gesellschaftlichen Integration.

Dr. Bettina Stuckard, Leiterin des Kulturbüros in der Hugenottenstadt, betonte, wie wichtig es den Initiatoren war, mit den geflüchteten Menschen ins Gespräch zu kommen.

Der Türöffner sei meist das Essen gewesen. „Ich kann dir das mal kochen“, beschrieb Stuckard das Angebot vieler – und so kam ein Vertrauensverhältnis zustande. Deshalb gibt es auch eine Rezeptsammlung im Begleitbüchlein zur Ausstellung.

„Neu-Isenburg ist ja seit seiner Gründung mit dem Thema Flucht und Ankommen vertraut. Was einst über hundert Jahre gedauert hat, bis aus dem Welschen Dorf eine Kommune geworden ist, das haben wir in ganz wenigen Jahren geschafft“, hob Museumleiter Christian Kunz hervor. Die Interviews habe man wenig redigiert, um die Kernaussage nicht zu sehr zu verwischen, so Kunz.

Die Texte der Interviews finden sich auf grünem Untergrund, dazu meist noch ein Foto, das von der Person aufgenommen wurde. „Die Identifikation beschränkt sich nur auf den Vornamen, da viele von den Sicherheitskräften ihrer Heimatländer noch gesucht werden“, betonte Christian Kunz. Die begleitenden Kunstwerke stammen aus der Vermittlung des syrischen Kunstschaffenden Jabbar Abdullah in Düsseldorf. Sie zeigen wie syrische Künstler die Grausamkeit des Bürgerkrieges zu verarbeiten versuchen.

Die Ausstellung „Da.Sein“ ist noch bis zum 25. Februar 2018 im Stadtmuseum „Haus zum Löwen“, Löwengasse 24, zu sehen. Öffnungszeiten: freitags von 14 bis 17 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Die Bezahlung ist freiwillig, die Höhe im eigenem Ermessen.

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