Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 20°C

Beispielhafte Bürgerbeteiligung

Die CDU hebt hervor, die Stadt sei beim Stadtquartier Süd einen völlig neuen Weg der Bürgerbeteiligung gegangen. Dies finde weit über die Kreisgrenzen hinaus Beachtung. Dagegen kritisiert die Montagsrunde die Verkehrspolitik der Stadt.
Neu-Isenburg. 

Viel Lob kommt von der CDU zu den Planungen für das künftige Stadtquartier Süd. Die Transparenz sei vorbildlich. CDU-Fraktionsvorsitzende Christine Wagner sagt: "Die Stadt ist einen völlig neuen Weg der Bürgerbeteiligung gegangen, der weit über die Kreisgrenzen hinaus Beachtung findet." Seit Mitte 2011 seien die Bürger mit Ortsbegehungen, Informationsveranstaltungen und den Webdialog in den Planungsprozess mit eingebunden. Eine weitere Bürgerbeteiligung sei für Donnerstag, 11. April, geplant. Dann können die Bürger weitere Vorschläge für die Vorgaben der Rahmenplanung einbringen. Auch mit den bisherigen Empfehlungen der Fachleute in der Entwurfswerkstatt zeigt sich die CDU zufrieden. Parteichef Thorsten Klees sagt: "Die vorgeschlagene Aufteilung in 60 Prozent Wohnbebauung und 40 Prozent Gewerbenutzung halten wir für richtig." Mit Schließung des Risikobetriebes der Branntweinmonopolgesellschaft sei zukünftig auch Wohnbebauung in direkter Umgebung des Gebäudes möglich.

Zusätzliche Freiflächen

Ausdrücklich begrüßen die Christdemokraten den Vorschlag, keinen Durchgangsverkehr im Inneren des Quartiers zuzulassen. Auch seien zwei Straßen für die Erschließung mehr als ausreichend. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Patrick Föhl ergänzt: "Wir freuen uns, dass über einen kleinen Platz nachgedacht wird und Wert auf zusätzliche Freiflächen gelegt wird. Die Betonung einer Wegverbindung vom Stadtquartier Süd zum Isenburg-Zentrum zeigt, dass kein separates und vom Rest der Stadt abgetrenntes Quartier entstehen soll."

Derweil kommt von der den Grünen nahe stehenden Montagsrunde grundsätzliche Kritik an der Stadtplanung. Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) könnten durchaus Visionen zur Stadtentwicklung bescheinigt werden. Diese scheiterten aber "an der wahrhaft konservativen Haltung der politisch dominanten CDU". Der öffentliche Raum werde noch immer dem uralten Ideal der autogerechten Stadt geopfert. Eine urbane Atmosphäre könne deshalb nicht entstehen, das "eigentümliche Ambiente" der Frankfurter Straße hinterlasse einen "fragwürdigen Eindruck".

Eine Innenstadt fehle immer noch und könne auch nicht von einem "Konsumtempel" wie das IZ kompensiert werden. Mit "vielen drögen Fassaden und noch mehr Autos" werde aus dem Alten Ort kaum eine "wahrhaftige Alt-Stadt". Werner Geiß von der Montagsrunde kritisiert: "Die CDU konserviert, was geändert werden muss. Dringend braucht Isenburg ein städtisches Profil, die Aufenthalts- und Lebensqualität muss deutlich verbessert werden, auch um die kommunale Selbständigkeit zu bewahren." Ein Marktplatz als zentraler Ort der Begegnung wäre durchaus sinnvoll.

Überfällige Verkehrswende

In diesen Tagen öffneten sich Chancen, dass Bürger und Politik gemeinsam den Strukturwandel schaffen. "Im künftigen Quartier Süd könnte die neue Stadtmitte entstehen, verknüpft mit einem umfassenden Konzept für die überfällige Verkehrswende." Auch die CDU sollte endlich begreifen, dass Quell-, Ziel-, Innerorts- oder Durchgangsverkehr nicht grundsätzlich mit dem Auto abgewickelt werden müsse. Nicht verhindern werde sie die von der EU von 2050 an gültige Verkehrswende, die konventionelle Autos aus den Städten verbanne. Dann werde die Haltestelle der Regionaltangente, die mit Straßenbahnzügen bedient werde, nicht Endpunkt, sondern Schnittstelle eines Tramnetzes sein. Da wäre es nur fair, wenn Neu-Isenburg fortschrittliche Verkehrsangebote fördere statt die Autoinfrastruktur noch weiter auszubauen.

(Manfred Wawra)
Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse