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Imker wollen die Bürger informieren: Damit sich die Bienen wohlfühlen

Von Der Lebensraum für Bienen, Hummeln und Co. wird immer kleiner. Susanne Stroh und Britta Dietz vom Bienenzuchtverein wollen das Bewusstsein für die Insekten schärfen und sie in den Fokus rücken.
Britta Dietz (l.) und Susanne Stroh werben für bienenfreundliche Bepflanzung in den  Gärten. Im Kräutergarten gibt es bereits eine  Bienenwiese. Britta Dietz (l.) und Susanne Stroh werben für bienenfreundliche Bepflanzung in den Gärten. Im Kräutergarten gibt es bereits eine Bienenwiese.
Dreieich. 

Susanne Stroh und Britta Dietz sind fasziniert von ihren fleißigen Haustieren. Die Bezeichnung Haustier passt natürlich nicht so ganz zu den Bienen. Die Vorsitzende und die Schriftführerin des Bienenzuchtvereins Dreieich halten ihre Bienenstöcke wie alle anderen Imker auch außerhalb der Häuser, im Garten oder auf zur Verfügung gestellten Grundstücken in der Nachbarschaft. Leider haben die fleißigen Arbeitsbienchen, die so engagiert den Honig sammeln, durchaus ihre Schwierigkeiten.

Die Landwirtschaft ist mit Pestiziden belastet, durch die Varroa-Milbe sind sie durch eine Seuche bedroht und auch wenn die Stadtimkerei gerade boomt, wird es für die Bienen außerhalb der Städte mit den Wiesen und landwirtschaftlich betriebenen Flächen mit nur noch wenigen Blühpflanzen sehr hart zu überleben.

Ökologisches Verständnis

„Das trifft durchaus auch schon bei uns zu, wenn man in Feld und Wald geht, ist die Fläche doch oft nur grün oder eben Getreide angebaut. Aber große Blühflächen gibt es für die Bienen auch hier bei uns nicht unbedingt“, weiß Stroh. Für die Wildbiene bedeutet dieser Umstand sogar oftmals das Aus. Von 700 bis 800 Wildbienenarten stehen gut die Hälfte auf der Liste der bedrohten Tiere. Für sie und auch die eigenen Bienen will der Bienenzuchtverein jetzt mehr tun.

Durch die Angebote der Probeimkerei konnte in den vergangenen Jahren Nachwuchs gewonnen werden. „Aber Bienen zu halten bedeutet eben sehr viel mehr, als Honig zu ernten“, betont Britta Dietz. Es gehört Naturschutz, ökologisches Verständnis und natürlich auch Sorgfaltspflicht und Verantwortung für die Tiere dazu. „Nicht jeder muss Imker werden, aber wir wollen das Bewusstsein der Menschen für die Bienen schärfen“, sagt auch Susanne Stroh. Denn jeder könne mithelfen, dass der Lebensraum für die Bienen und die anderen Insekten wieder vergrößert wird. Im öffentlichen Raum sei die Umsetzung von bienenfreundlichen Wiesen nicht immer ganz so einfach. „Es sieht eben nicht wie ein akkurat gemähtes Wiesenstück aus. Man muss die Blühpflanzen auch schon mal ein bisschen stehen lassen, damit sie sich wieder aussähen. Das versteht dann auch nicht jeder“, weiß die Vereinsvorsitzende.

Aber sie und ihre Mitglieder versuchen im privaten Raum möglichst gute Bedingungen für die Bienen zu schaffen. Im vergangenen Jahr haben die Mitglieder des Bienenzuchtvereins in Zusammenarbeit mit dem Kräutergarten eine große Blühwiese in den Baierhansenwiesen angelegt. „Leider ist sie nicht ganz so angegangen, wie wir das erhofft haben“, meint Susanne Stroh bedauernd. Aber die Imker geben der 450 Quadratmeter großen Fläche eine zweite Chance und jetzt sei es schon etwas besser. Dazu sind weitere 150 Quadratmeter im Kräutergarten selbst entstanden und eine zweite 150 Quadratmeter Fläche auf einem Seitenstreifen am Rande der benachbarten Familiengärten.

„Da können wir jetzt auch schon sehen, wie die Tiere die Blüten annehmen. In dem Beet ist jetzt schon einiges los. Gerade im Zusammenhang mit den Kräutern, die meist ja sehr spät blühen, ist das eine sehr gute Kombination“, erklärt Britta Dietz zufrieden.

Aktionswoche geplant

Die Dreieicher Bienenzüchter möchten die Bürger gerne auch persönlich informieren. Deswegen wird es zur großen Aktionswoche „Bienenfreundliches Hessen“ des Landesverbandes der hessischen Imker mit Umweltministerin Prisca Hinz auch eine Aktion in Dreieich geben. Am Samstag, 26. August, laden die Bienenzüchter in den Kräutergarten in den Baierhansenwiesen ein. Dann wird es von 14 Uhr an vier Führungen durch die bienenfreundlichen Wiesen geben.

Die Imkerinnen werden erklären, was Bienen brauchen und wie jeder dazu beitragen kann, dass sich die fleißigen Insekten bei uns wohlfühlen. Es wird Kleinigkeiten zum Essen und Trinken geben, Fachsimpelei über das Imkern und auch ein kleines Kinderprogramm. Zum 3. Oktober und dem Stadtfest mit dem Stadtjubiläum werden sich die Bienenzüchter ebenfalls beteiligen. Dann rufen Susanne Stroh und ihre Mitglieder zu der Aktion „Dreieicher Bürger pflanzen 40 Zwiebeln“ auf. Wer jetzt direkt helfen möchte, kann beim Bienenzuchtverein auch Saatgut für fünf Quadratmeter „Blühendes Dreieich“ bekommen. Das Saatgut kann im Garten oder auch im Blumenkasten gesäht werden.

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