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Sperrung der K 168: Das Fürstliche Gartenfest hat auch Schattenseiten

Von Das Fürstliche Gartenfest in Schloss Wolfsgarten lockt jährlich rund 20 000 Besucher an. Um dem Verkehrsaufkommen und der Parkplatznot beizukommen, wird während des Festes die K 168 gesperrt – zum Leidwesen vieler Egelsbacher. Doch zumindest für dieses Jahr zeichnet sich eine Lösung ab.
Das Fürstliche Gartenfest im Park von Schloss Wolfsgarten zieht jedes Jahr scharenweise Besucher an.  Archivfoto: Nicole Jost Das Fürstliche Gartenfest im Park von Schloss Wolfsgarten zieht jedes Jahr scharenweise Besucher an. Archivfoto: Nicole Jost
Egelsbach. 

Das Fürstliche Gartenfest in Schloss Wolfsgarten ist Jahr für Jahr ein riesiger Besuchermagnet. Seit 2006 flanieren jährlich rund 20 000 Gartenfreunde durch den idyllischen Park des Anwesens von Landgraf Donatus und erfreuen sich an den rund 180 Ausstellern, die Pflanzen, Gartenmöbel oder Lifestyleprodukte verkaufen.

Aber dieser große Besucherandrang hat auch seine Schattenseiten: Die Prinzessin-Margaret-Allee (Kreisstraße 168) wird für die drei Gartenfesttage gesperrt und mit Hilfe einer Einbahnstraßenregelung zum einseitigen Parkplatz umfunktioniert. Damit ist die Kreisstraße aus Richtung Egelsbach kommend für die Festtage nicht mehr befahrbar. Wer dann in Richtung Mörfelden möchte oder auf die A 5 will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Daran stören sich einige Egelsbach, insbesondere die im Westen der Gemeinde.

Uwe Hesse und Michael Sarnecki von den Grünen haben sich schon im September dem Problem angenommen. „Die beiden haben innerhalb von zwei Wochen ohne großen Aufwand die angestrebten 300 Unterschriften zusammenbekommen“, berichten die Grünen in ihren „Egelsbacher Nachrichten“. Mit den Unterschriften forderten die Unterzeichner eine Aufhebung der Straßensperre ab 2018 oder eine Abschaffung des Festes. Begründet wurde die Forderung damit, dass es sich um eine Privatveranstaltung zum Geldverdienen handele und der Allgemeinheit einiges zugemutet werde.

Die Prinzessin-Margaret-Allee führt am Schloss Wolfsgarten vorbei und ist für Egelsbacher der Zubringer nach Mörfelden. Bild-Zoom
Die Prinzessin-Margaret-Allee führt am Schloss Wolfsgarten vorbei und ist für Egelsbacher der Zubringer nach Mörfelden.

„Wir haben das natürlich etwas pointiert formuliert. Das Fürstliche Gartenfest ist ein schönes Fest, wir wollen es nicht abschaffen. Aber wir haben das Gefühl, dass es in den Planungen nur darum geht, möglichst viele Gäste vor das Tor des Schlosses zu bringen. Es wird keine Rücksicht darauf genommen, dass die Egelsbacher westlich der Bahnlinie für ein komplettes Wochenende abgeschnitten sind“, sagt Michael Sarnecki.

Aufwendige Sanierung

Bürgermeister Jürgen Sieling (SPD) hat indes gute Nachrichten. Gestern trafen sich die Vertreter der Stadt Langen und der Gemeinde Egelsbach mit den Organisatoren des Festes. „Wie aufwendig die Verkehrsplanung für eine solche Großveranstaltung ist, beweist die Tatsache, dass wir uns schon am 15. Januar treffen, um die Regelungen für Ende September zu besprechen“, sagt der Rathauschef auf Anfrage dieser Zeitung.

Aber er hat gute Neuigkeiten für die Egelsbacher. Aufgrund der aufwendigen Sanierungsarbeiten der Brücke über die Südliche Ringstraße in Langen, muss die Verkehrsführung in diesem Jahr sowieso komplett anders funktionieren. „Eine Sperrung der K 168 ist dann sehr schwierig, weil die Umgehung zum Teil über die Prinzessin-Margaret-Allee läuft“, kündigt Jürgen Sieling an. Er ist zum jetzigen Zeitpunkt sehr optimistisch, dass es 2018 keine Sperrung der Straße gibt und so die Bürger in beide Richtungen über die K 168 nach Egelsbach rein- und wieder herausfahren können.

„Es sind noch viele Details zu klären und es wird noch viele Gespräche geben. Wir wollen sehen, dass wir langfristig die bestmögliche Lösung für das Fest und die Egelsbacher erreichen können“, so der Rathauschef. Denn eines sei klar, durch die Neubaugebiete in Langen stehen dort künftig sowieso nicht mehr so viele Parkflächen an bekannter Stelle zur Verfügung.

Die Unterschriftenliste der Grünen hatte dennoch ihre Wirkung: Die Partei brachte einen dreiteiligen Antrag ins Gemeindeparlament ein. Die Gemeindevertretung hat beschlossen, dass der Bürgermeister sich gegenüber Kreis und Stadt Langen dafür einzusetzen soll, dass geeignete Lösungen der Verkehrsprobleme identifiziert und möglichst umgesetzt werden, mit denen beim Fürstlichen Gartenfestes ab 2018 die Sperrung der K 168 vermieden wird. Ideen lieferten die Grünen gleich mit: Dies könne über einen starken Ausbau des Shuttleservices funktionieren, der aus verkehrstechnischer und ökologischer Sicht „wünschenswert“ sei. „Der Shuttleservice und die außerhalb liegenden Parkplätze werden vermutlich nicht genügend beworben“, vermutet Sarnecki.

An einen Tisch setzen

Außerdem beschlossen die Parlamentarier, dass der Bürgermeister vor der nächsten Veranstaltung in einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses das Verkehrskonzept rund um das Gartenfest vorstellen soll. Dazu sollen auch Vertreter der Stadt Langen und des Kreises eingeladen werden. „Ob sie diese Einladung auch annehmen, ist natürlich alleine ihre Entscheidung. Gerade diesen Teil des Beschlusses halten wir für wichtig, denn wir sind überzeugt, dass mehr Transparenz immer auch für eine größere Akzeptanz sorgt“, so die Grünen.

Michael Sarnecki sieht es als ein wichtiges und gutes Zeichen, wenn sich Langen und der Kreis Offenbach mit den Egelsbachern an einen Tisch setzen und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen würden. „Eine solch offene Diskussion würde die Akzeptanz des Festes erhöhen und die betroffenen Egelsbacher würden sich ernstgenommen fühlen. „So entsteht immer nur der Eindruck, alles wird über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden“, so der Kommunalpolitiker.

Mit dem letzten Teil des Antrags scheiterte die Grünen: Sie hatten einige konkrete Veränderungen der Parksituation gefordert. Falls eine Sperrung sich als unvermeidbar erweisen sollte, sollte eine Prüfung zeigen, ob die Egelsbacher nicht einen Anliegerausweis und eine Durchfahrtsberechtigung bekommen könnten. Sie haben zudem angeregt, dass die Zufahrt zum provisorischen Wiesenparkplatz am hinteren, südlichen Schlossgarteneingang nicht mehr durch das Wohngebiet „Auf der Trift“ und im Kammereck erfolgt, sondern über einen vorhandenen asphaltierten Wirtschaftsweg direkt zur K 168.

„Das ist ein expliziter Wunsch der Bürger im Kammereck und An der Trift. Dort fahren die Gartenfestbesucher zu einem Depot, um besonders große Gegenstände mit dem Auto abholen zu können. Vielleicht gebe es dafür auch eine andere Streckenführung.“ Dieser Vorschlag scheiterte an der Ablehnung durch SPD und FDP. Die Grünen bedauern, dass die Parteien dazu keine Begründung geliefert haben.

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