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Sportveranstaltung in Egelsbach: Das war der 40. Koberstädter Waldmarathon

Von 830 Sportler gingen beim 40. Koberstädter Waldmarathon auf die Strecke. Die Organisatoren berichteten während dessen, was sie in vier Jahrzehnten schon so alles erlebt haben.
Rainer Neumann mit der Startnummer 1301 gehört zum Orga-Team des Koberstädter Waldmarathons und war selbst am Start. Rainer Neumann mit der Startnummer 1301 gehört zum Orga-Team des Koberstädter Waldmarathons und war selbst am Start.
Egelsbach. 

Das hätte Horst Bernau wohl nicht gedacht: Als er vor 40 Jahren den Lauftreff Egelsbach gründete, gelang es ihm gleich im ersten Jahr mit seinen Mitstreitern den Koberstädter Waldmarathon zu organisieren. Gestern, vier Jahrzehnte später, gingen am Sonntag rund 830 Sportler auf die Strecke durch den hügeligen Koberstädter Wald. 149 von ihnen rannten die 42 Kilometer über die Marathon-Distanz, 447 Läufer waren auf der 21-Kilometer-Strecke am Start, und 214 Sportler wählten mit der Zehn-Kilometer-Variante einen eher entspannten Sonntagvormittag.

Corinna Saß und Sven Jarczok laufen für die gute Sache: Sie unterstützen mit ihrem Rennen den Verein „Laufen gegen Leiden“. Bild-Zoom
Corinna Saß und Sven Jarczok laufen für die gute Sache: Sie unterstützen mit ihrem Rennen den Verein „Laufen gegen Leiden“.

„In den 90er Jahren hatten wir zum Teil weit über tausend Sportler am Start“, erinnert sich Horst Müller vom Organisationsteam der SGE Leichtathletik Abteilung. Aber auch mit den über 800 Sportlern seien sie sehr zufrieden. 40 Jahre bedeuten auch viele Neuerungen und Entwicklungen. „Die ersten 20 Jahre mussten wir die Zeitnahme noch mit der Hand machen und haben mit Stoppuhren hantiert. Aber auch noch lange danach haben wir mit 25 Mann im Zelt gesessen und die Zeiten mit der Hand ausgerechnet“, erinnert sich Horst Müller.

Start in der Pfütze

Auch manch ein Wetter-Fiasko gab es in all den Jahren. Vor nicht allzu langer Zeit starteten die Läufer mal aus zehn Zentimeter tiefen Wasserpfützen, und in einem anderen Jahr hatte es zu dem Lauf fast 40 Grad: „Da stand die Feuerwehr im Wald und hat die Sportler mit Wasser aus den langen Schläuchen erfrischt“, so Müller weiter.

Zum Glück waren zum Geburtstagslauf die Bedingungen perfekt. Das ist ein Segen für die Sportler, denn der Marathon gilt als durchaus anspruchsvoll. „Die ersten zwei Kilometer geht es nur bergauf, danach wird das Streckenprofil im Wald wellig. Das ist sicher nicht jedermanns Ding“, weiß Müller.

Gegen Tierleiden

Corinna Saß mag genau das: „Das ist nicht so langweilig, es geht mal hoch, mal runter. Auch das Laufen im Wald finde ich sehr viel schöner als die Stadtmarathons“, sagt die junge Sportlerin mit dem auffälligen T-Shirt. „Laufen gegen Leiden“, ist darauf zu lesen. „Das ist ein bundesweiter Verein, der sich gegen Tierleid engagiert“, erklärt die Frankfurterin, die schon mehrere Marathons absolviert hat und in Egelsbach beim Halbmarathon am Start ist. Tiertransporte, Nutztierrettung, aber auch Meerestiere und Schutz für Haustiere hat der Verein im Visier.

Logisch, dass sich Corinna Saß auch vegan ernährt. „Das steht keinesfalls im Widerspruch zum Ausdauersport“, betont die junge Frau. An den insgesamt fünf Verpflegungsstationen kann sie sich dennoch bedienen: Im Wald gibt es vor allem Äpfel, Bananen und Apfelsaftschorle – eine schnelle Stärkung für die Läufer.

Für die komplette Organisation des Waldmarathons opfern rund 150 Helfer ihren Sonntag. Einige geben die Startnummern raus, sie sind an den Streckenposten im Wald, oder sie gehören zur Feuerwehr, die die Straßensperrung übernommen hat.

Einer aus dem Organisationsteam ist auch Rainer Neumann. Er steht beim Halbmarathon selbst am Start. „Das geht, weil meine Arbeit für den Lauf heute schon fast erledigt ist. Ich mache die Ausschreibung, kümmere mich um die Werbung und die Läuferpräsente, die jeder Sportler von uns bekommt“, erklärt Neumann. Er habe schon Dutzende Marathons beendet, heute gibt er sich mit der halben Distanz zufrieden. „Ich laufe Mitte Oktober in München wieder die 42 Kilometer“, erklärt er.

Rainer Neumann fällt es auch leicht, den Reiz des Rennens zu beschreiben: „Ich bekomme dabei den Kopf frei, es entspannt mich und war immer mein perfekter Ausgleich für den Job.“ Schnell ist er dabei auch noch, denn in seiner Altersklasse M 65 siegt er souverän in 1:39:49 Stunden auf 21 Kilometern.

Den Gesamtsieg musste er einem jüngeren Sportler überlassen: Belachef Kifle von der SG Egelsbach sorgte aber dafür, dass der Halbmarathon-Sieg in Egelsbach bleibt. Er brauchte 1:12:05 Stunden. Bei den Marathonläufern war Christoph Lux aus Augsburg mit 2:48:32 der schnellste, bei den Damen siegte Andrea Simonis aus Kelkheim mit 3:40:02.

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