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Geburtstag: Der Weltladen in Langen bietet seit 15 Jahren fair gehandelte Produkte an

Von Aller Anfang ist schwer – das galt auch für den Weltladen, als er vor 15 Jahren in Langen eröffnet wurde. Inzwischen stößt das Geschäft auf großes Interesse. Ein Verkaufsschlager aber ist immer gleich geblieben.
Doris Kröll (von links), Margret Hölz und Rose Schieber engagieren sich für mehr Gerechtigkeit im Welthandel und im Weltladen in Langen. Das hübsche Porzellan aus Südafrika ist nur ein Verkaufsschlager in dem Laden in der Bahnstraße. Doris Kröll (von links), Margret Hölz und Rose Schieber engagieren sich für mehr Gerechtigkeit im Welthandel und im Weltladen in Langen. Das hübsche Porzellan aus Südafrika ist nur ein Verkaufsschlager in dem Laden in der Bahnstraße.
Langen. 

Ein hübsch dekoriertes Schaufenster lockt in der Bahnstraße 102 die Kunden an. In den Regalen warten kunterbunte Keramik, ausgefallene Taschen und ein großes Sortiment Kaffee, Tee, Schokoladen und Gewürze aus aller Welt. Seit 15 Jahren können die Langener fair gehandelte Produkte im Weltladen kaufen.

Das ist vor allem Margret Rölz zu verdanken. Sie hat schon vorher bestehende Initiativen gebündelt und mit einem ganzen Team den Laden eröffnet. „Fairen Handel gibt es in Langen schon viel länger. Die spätere Pröpstin und damalige Pfarrerin Helga Trösken ist mit einigen Produkten gestartet. Später gab es eine Gruppe rund um Marlies Köhler in der Pfarrei Albertus Magnus“, erinnert sich Rölz.

Kirchen ins Boot geholt

Als der Laden in der Friedrichstraße frei wurde, ging sie das Abenteuer Weltladen an. „Ich habe die Kirchen mit ins Boot geholt. Dekan Reinhard Zincke hat uns sehr geholfen bei allen rechtlichen Fragen, und Marlies Köhler hatte einen immensen Erfahrungsschatz was das Bestellen von Waren anging, das hat uns den Anfang sehr erleichtert“, erzählt die Vorsitzende des Vereins Weltladen.

Das große Geburtstagsfest

Am Samstag, 15. September, feiert der Weltladen sein 15-jähriges Bestehen am Umbach-Brunnen (neben der Albertus-Magnus-Kirche). Eingeladen sind alle Interessierten.

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Zum ersten Öffnungstag gab es Kaffee, Tee, Schokolade und ein bisschen Kunsthandwerk – aber in der ersten Zeit rannten die Langener dem Weltladen nicht die Tür ein. „Es hat schon ein bisschen gedauert,“ räumt Rölz ein. Mit dem Umzug an die Bahnstraße im Jahr 2014 expandierte der Laden, inzwischen läuft er gut.

Eigenes Markenzeichen

Bis heute ist der Kaffee der Verkaufsschlager Nummer eins. Mit pfiffigen Ideen wie dem Langener Stadtkaffee hat sich der Weltladen ein eigenes Markenzeichen gesetzt. „Aber auch das Handwerk wird gerne gekauft, die hübschen Kokoslack-Schalen, die Filzwaren aus Nepal, die Keramik aus Afrika“, zählt Rölz die Bestseller auf.

Die Handelspartner haben sich indes nicht verändert. Die Langener Gruppe arbeitet mit den großen Fairtrade-Unternehmen Gepa, El Puente und der Fairhandelsgenossenschaft DWP aus Ravensburg zusammen. Sie alle haben das Ziel, mehr Gerechtigkeit in den Handelsbeziehungen zwischen den Ländern des Südens und des Nordens zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Produzenten in den südlichen Ländern: Ihnen werden faire Preise, langfristige Verträge und Finanzierungshilfen ermöglicht.

Meist gehen soziale Projekte in den Ländern mit den Verträgen einher. Die sorgen dafür, dass Kleinbauern ihre Kinder in die Schule schicken können und in den Dörfern Bildungsangebote und Infrastruktur ausgebaut werden. „Der Weltladen steht ja nicht nur für den Verkauf fairer Produkte. Das ist nur ein Standbein, die anderen beiden sind die politische Arbeit und unser Bildungsangebot“, erläutert Margarete Rölz.

Allen rund 30 Ehrenamtlichen, die in vielen Schichten im Laden tätig sind, geht es darum, die strukturelle Ungerechtigkeit auf der Welt zu bekämpfen. Um das Bewusstsein für fairen Handel schon bei den Jüngsten zu wecken, arbeitet der Weltladen mit Kindergärten und Schulen zusammen.

Gölz sieht die Supermärkte nicht als Konkurrenz. Der Weltladen könne mit persönlicher Beratung und den Vermarktungswegen punkten.

Daher hofft sie, dass sie noch mehr Helfer für den Laden gewinnen kann. Schließlich müssen die Öffnungszeiten montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 13 Uhr und 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr sowie samstags von 9.30 Uhr bis 13 Uhr immer abgedeckt sein. Vielleicht haben manche Langener, so hofft sie, ja nach dem Geburtstagsfest Lust, sich einzubringen.

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