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„Der Winterspeck muss weg“

Ein Besuch im Zoo ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr lehrreich. Diese Erfahrungen machten die Schüler der Klasse 4 c der Dreieicher Ludwig-Erk-Schule, die zusammen mit ihrer Lehrerin Daniela Stoll der Robbenfütterung zuschauten.
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Dreieich/Frankfurt. 

Zwergseebär Ole springt aus dem Wasser und holt sich seinen großen, leckeren Fisch. Die kleine Nelly versucht ebenfalls einen Fisch zu ergattern, und Bella springt hoch und will an den Eimer mit Fischen. Das Schauspiel ist um 11 Uhr im Frankfurter Zoo an den Robbenklippen zu sehen. Nicht nur wir, die Klasse 4 c der Ludwig-Erk-Schule, sondern auch viele andere Besucher stehen oben auf den „Klippen“ und schauen hinunter ins Robbenbecken.

Die erste Fütterung ist im Becken der Zwergseebären. Schon bevor sich ein Tierpfleger zeigt, sitzen die Tiere vor der Tür und warten auf ihren Fisch. Einer der Zwergseebären ist der drei Jahre alte Bulle Ole. Er wiegt 200 Kilogramm und ist ein kleiner Frechdachs. Im Gegensatz zu ihm ist Peppels Fell noch ganz trocken und braun. Ole ist schwarz und glänzt, weil er ja schon im Wasser war und nass ist. Wir erfahren von Tierpflegerin Kristina Hoffmann, dass der Papa von Ole vom Training mit den Zuschauern ausgeschlossen ist. Er hat mal einen Tierpfleger gebissen. Das tut weh. Aber uns wird erklärt, dass es viel schlimmer ist, dass Zwergseebären Keime im Speichel haben, die dann in die Wunde übertragen werden können. Das kann sich ganz schön entzünden.

 

Verdienter Fisch

 

Nach der Fütterung der Zwergseebären geht Tierpflegerin Kristina Hoffmann zu den Seehunden. Die schauen schon hungrig und ungeduldig aus dem Wasser. Die Tierpflegerin wirft einen gelben Ring ins Wasser, in der Hoffnung, dass Fridolin ihn holt. Aber Fridolin scheint keine Lust zu haben. „Na ja, nicht so schlimm, dann hole ich den Ring“, sagt Kristina Hoffmann. Jetzt wirft sie einen bunten Ball in die Nähe von Fridolin. Auf einmal springt Fridolin wie eine Fontäne aus dem Wasser. „Platsch!“ Das Wasser spritzt in alle Richtungen. Viele Besucher kriegen einen Spritzer ab. Diesen Fisch hat sich Fridolin wirklich verdient.

Die Tierpflegerin erklärt, wieso dieses Training mit den Robben gemacht wird: „Die Tiere brauchen es, um zu lernen, wie man jagt. Außerdem sollen die Robben ihren Winterspeck loswerden. Wir machen Sachen, die für Robben nicht natürlich sind. Keine Robbe würde springen, einen Ring oder einen Ball holen. Aber es schadet den Tieren nicht und dient der Beschäftigung.“ Aus dem Wasser kommen die Seehunde im Gegensatz zu den Zwergseebären nicht. „Seehunde haben kurze Flossen, die nur fürs Schwimmen geeignet sind. Die Zwergseebären sind dagegen viel schneller und können sehr gut klettern“, sagt uns die Tierpflegerin. Ein Zwergseebär zeigt uns sogar einen Handstand.

„Seehunde können 35 bis 40 Jahre alt werden“, berichtet Kristina Hoffmann. Der älteste Seehund im Frankfurter Zoo ist Herta mit 31 Jahren. Bei der Fütterung hat die Seehündin Herta noch keinen Fisch bekommen. Sie dreht sich auf Kommando wie ein Karussell im Kreis. Aber was ist das? Seehund Henry versucht, Herta ihren wohlverdienten Fisch zu stehlen. Doch Tierpflegerin Kristina Hoffmann hat Henry durchschaut und lockt ihn weg. Jetzt bekommt auch Herta ihren Fisch. Wer ebenfalls die Fütterung an den Robbenklippen erleben will, kann täglich um 11 oder 15.30 Uhr zuschauen.

 

Graureiher willkommen

 

Der Zoo wurde 1858 von Frankfurter Bürgern gegründet und befindet sich in der Innenstadt. Die Robben haben hier viel Platz. Sie leben im Zoo in einem der größten Tiergehege. In der Natur können die Seehunde etwa 200 Meter und die Zwergseebären rund 250 Meter tief tauchen. Natürlich sind die Robbenbecken im Frankfurter Zoo nicht so tief. Dort liegt die Wassertiefe zwischen 2,5 und 4 Meter.

Caroline Liefke, Pressesprecherin des Frankfurter Zoos, erklärte uns: „Auch wildlebende Tiere sind hier willkommen.“ Und das können wir gut beobachten. An den Robbenklippen befinden sich viele Graureiher, die ebenfalls auf einen Fisch hoffen. Sie haben sich schon einige Minuten vor der Fütterung hier versammelt.

Die Graureiher können in den Zoo fliegen. Doch wie kommen die anderen Tiere eigentlich in den Zoo. Wir erfahren, dass der Frankfurter Zoo viele Tiere züchtet. Zudem tauschen die Zoos auch untereinander Tiere aus. Daher arbeiten dort sechs Wissenschaftler, die sich um das Erhaltungszucht-Programm kümmern. Auch Enten und Ziegen werden im Zoo geboren. Beim Verlassen des Zoos sehen wir, wie die Küken hinter ihrer Mutter her watscheln und die noch sehr jungen und kleinen Ziegen süß mähen.

Paul Arnold, Nele Gawehn, Sarah Geiger, Stella Kern, Franziska König, Tom Metzelthin, Robin Riedl, Elisabeth Sarrazin, Tamara Schmidt, Tobias Schmitt, Lasse Schneider, Hannes Schulz, Benedict Schwarz, Maximilian Seidl, Timon Wilczek

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