Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Deutliche Worte zur CDU-Haltung

Von Lisa Süß (Grüne) hielt es für eine gute Idee, alle Parteien zu einem parteiübergreifenden Wahlstand für der Moschee einzuladen. Hartmut Honka (CDU) sah das anders.
Uta Zapf (SPD) im Gespräch mit Sefa Sahin, Vorsitzender des türkisch-islamischen Vereins, im Hof der Moschee. Uta Zapf (SPD) im Gespräch mit Sefa Sahin, Vorsitzender des türkisch-islamischen Vereins, im Hof der Moschee.
Dreieich. 

Im Innenhof der Dreieicher Moschee waren die Wahlstände aufgebaut, pünktlich zum Freitagsgebet informierten die Dreieicher Parteien die Muslime über die Wahlprogramme. Alle Parteien, die SPD mit den beiden Spitzenkandidaten Corrado Di Benedetto und Dirk Gene Hagelstein, die Linken, Grünen Kandidatin Lisa Süß mit ihrem Team, die Vertreter der Piraten und sogar Axel Vogt als Kandidat der FDP, waren vertreten, um kurz vor der Wahl Werbung in eigener Sache zu machen. Alle - bis auf Hartmut Honka und die CDU, deren Spitzenvertreter diesen Termin ablehnte, weil die türkische Gemeinde im Dachverband Ditip ist, den Honka als den verlängerte Arm der türkischen Regierung von Recep Tayyip Erdogan bezeichnete.

Auf den Schlips getreten

„Das ist ein bewusstes Ansprechen der niederen Instinkte von islamophoben Menschen - das widerspricht jeder christlich-ethischen Vorstellung“, kritisierte Corrado Di Bendetto die Veröffentlichungen Honkas aus den vergangenen Tagen. Ganz zu schweigen davon, dass er mit diesen Aussagen Menschen, die in Dreieich integriert seien und eine Heimat gefunden haben, auf den Schlips getreten habe.

Solidarität der Parteien

Auch die Piraten mit Kevin Culina fanden deutliche Worte: „Statt in Zeiten von stärker werdendem Rassismus und Rechtspopulismus Wahlkampf auf dem Rücken von Muslimen zu machen, sollten wir daran interessiert sein, alle Menschen in politische Prozesse einzubeziehen und dadurch Menschenverachtung zu begegnen.“

„All diese Diskussionen vorher und die Haltung von Herrn Honka, die ich nicht gut finde, die wir aber akzeptieren müssen, hat der Veranstaltung keinen Schaden gebracht“, sagte Sefa Sahin, Vorsitzender des türkisch-islamischen Vereins. Er sei sehr zufrieden gewesen, über das große Interessen seiner Gemeinde, und der Imam habe nach der Predigt dazu aufgefordert, an die Wahlurnen zu gehen und von dem demokratischen Recht Gebrauch zu machen. „Wir haben uns über die Solidarität der Parteien nach dieser Diskussion gefreut“, sagte Sefa Sahin. Er betonte, dass es bei der Veranstaltung weder um Religion, noch die Ditib als Dachverband der Gemeinde oder gar um die politische Situation in der Türkei gehe.

Lisa Süß, die den Anstoß zu der Wahlkampfveranstaltung an der Moschee gegeben hatte, war letztlich auch zufrieden. „Es war gut, hierher zu kommen. Es gab viele gute Gespräche über Integrations- und Bildungspolitik.“

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse