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Brandschutz: Die Feuerwehr muss erweitert werden

Von Die Stadt Kelsterbach muss und will das Feuerwehrhaus umbauen und erweitern. Aber auch beim Personal muss bei den Brandbekämpfern nachgelegt werden.
Die Fahrzeughalle der Kelsterbacher ist voll belegt. Sie soll saniert und erweitert werden. Foto: Leo F. Postl Die Fahrzeughalle der Kelsterbacher ist voll belegt. Sie soll saniert und erweitert werden.
Kelsterbach. 

Brandschutz ist in Hessen generell eine Angelegenheit der Kommunen. Um einen adäquaten Brandschutz zu gewährleisten, schreibt die Landesregierung viele Bedingungen vor, leistet aber auch – sofern diese beachtet werden – finanzielle Unterstützung. Im Fokus stehen die Hilfsfrist, die Ausstattung und das Personal. Bisher musste alle fünf Jahre ein Statusbericht und ein Bedarfsentwicklungsplan vorgelegt werden. Jetzt ist eine solche Fortschreibung nur noch alle zehn Jahre erforderlich, außer es ändern sich maßgebliche Faktoren. Genau dies trifft für Kelsterbach zu: Die Stadt ist bezüglich der Anzahl und Typen von Gebäuden, aber auch was die Bewohnerzahl betrifft beträchtlich gewachsen. Die Feuerwehr jedoch nicht. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan für den Brandschutz aus dem Jahr 2011 muss nun angepasst werden.

Künftige Entwicklung

Im Feuerwehrhaus stellte Nicole Wörpel vom städtischen Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz dem Magistrat und den Mitgliedern der politischen Gremien den aktualisierten Bedarfs- und Entwicklungsplan der Kelsterbacher Wehr vor. „Ein solcher Bedarfsentwicklungsplan ist die Grundlage für die künftige Entwicklung der Feuerwehr – aber auch Voraussetzung für Zuschüsse“, erklärte Wörpel. Gemäß rechtlicher Grundlagen obliegen den Wehren folgende Aufgaben: Abwehrender Brandschutz, Allgemeine Hilfe, Mitwirkung an der Brandschutzerziehung und -aufklärung, Gefahrenvorbeugung, Brandsicherheitsdienst sowie Beratung des Magistrats. Entsprechend des Gefahrenpotenzials in der Kommune (Struktur der Bebauung, Einwohnerzahl, Verkehrswege und Umgebung) ist die Feuerwehr mit Personal und Fahrzeugen auszustatten. In Kelsterbach sind hier besonders Bundesstraße, Autobahn, Schienen- und Wasserweg, Flughafen und Industriepark zu nennen,

Hilfsfrist überschritten

Als Voraussetzung für das Erreichen der Schutzziele ist das Einhalten der Hilfsfrist von zehn Minuten ab Alarmierung ein wichtiger Faktor. „Die Ausrückzeit, also die Zeit vom Alarm über die Anfahrt und das Umkleiden bis zur Ausfahrt vom Gelände, hat sich im vergangenen Jahr von vier auf fünf Minuten verlängert – somit bleiben uns nur noch fünf Minuten, um alle Einsatzorte in der Stadt zu erreichen“, konstatierte Wörpel. Im ersten Quartal dieses Jahres habe es bei 36 Einsätzen sechs Überschreitungen der Frist gegeben.

Ähnlich sieht die Situation bei der Zahl der verfügbaren Einsatzkräfte aus, die besonders tagsüber problematisch ist. „Gemäß unseres Einsatzspektrums sind 19 Einsatzkräfte vonnöten, in der Praxis waren meist nur 14 verfügbar“, schilderte Wörpel, die auch Feuerwehrfrau ist. Um die Einsatzreserve zu erreichen, müsste die Zahl der derzeit verfügbaren Feuerleute der Einsatzabteilung von 64 auf 76 erhöht werden. Für eine Lösung der Personalproblematik gibt es mehrere Ansätze. Vorrangig will die Stadt Kelsterbach über die Wirtschaftsförderung bei ansässigen Unternehmen für die Feuerwehr werben. Im Idealfall könnten Mitarbeiter von außerhalb, die in anderen Wehren engagiert sind und in Kelsterbach arbeiten, bei Alarmen tagsüber in der Untermainstadt eingesetzt werden.

Neben diesem personellen Mehrbedarf steht auch eine Erneuerung der Einsatzfahrzeuge an. Im nächsten Jahr soll die schon überfällige Ersatzbeschaffung für den Rüstwagen 2 erfolgen – dafür soll ein Gerätewagen Logistik 1 kommen. Im Jahr 2020 steht dann noch der Austausch von zwei Mannschaftstransportwagen und des betagten Mehrzweckbootes im Plan. Zudem ist die Fahrzeughalle voll ausgelastet. „Die Fahrzeuge werden immer größer und sie stehen jetzt schon viel zu eng in der Halle“, betonte Nicole Wörpel.

Größter Brocken wird deshalb der erforderliche Umbau mit Erweiterung und Sanierung des Bestandgebäudes. „Wir haben jetzt das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung für das zu beauftragende Planungsbüro, diese Entscheidung soll in der Stadtverordnetenversammlung im November getroffen werden“, erklärte Bürgermeister Manfred Ockel (SPD). Hier geht es um eine relativ kleine Summe von 400 000 bis 500.000 Euro. Umbau und Erweiterung schlagen dann allerdings mit 4,5 bis 5 Millionen Euro zu Buche.

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