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Unterschriftenaktion: Die SPD kämpft für einen barrierefreien Bahnhof in Walldorf

Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs in Walldorf und die Auseinandersetzungen mit der Deutschen Bahn sind seit langem ein für die Stadt sehr unerfreuliches Thema. Aktuell haben die Jusos Mörfelden-Walldorf eine Petition an die Bahn gestartet.
Die Jusos Mörfelden-Walldorf, links Vorsitzender Maximilian Gegenheimer, sammelten mit der Unterstützung von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (5. von links) und des Landtagsabgeordneten Gerald Kummer (4. von links) Unterschriften für einen barrierefreien Bahnhof Walldorf. Die Jusos Mörfelden-Walldorf, links Vorsitzender Maximilian Gegenheimer, sammelten mit der Unterstützung von Bürgermeister Heinz-Peter Becker (5. von links) und des Landtagsabgeordneten Gerald Kummer (4. von links) Unterschriften für einen barrierefreien Bahnhof Walldorf.
Mörfelden-Walldorf. 

Wohl kaum ein anderes Thema ist für die Kommunalpolitik in Mörfelden-Walldorf ähnlich ärgerlich wie die angestrebte, aber immer noch nicht von der Deutschen Bahn (DB) umgesetzte Barrierefreiheit am Bahnhof Walldorf. Die DB ist dafür zuständig, dass die Unterführung und der Mittelbahnsteig, an dem die Züge in Richtung Frankfurt abfahren, barrierefrei erreicht werden können. Dies ist aber nicht der Fall: So ist der mittlere Bahnsteig nur über eine Treppe erreichbar. Dieser Zustand ist nach Meinung der Stadt für mobilitätseingeschränkte Menschen, Radfahrer, Reisende mit schwerem Gepäck oder Eltern mit Kinderwagen unzumutbar.

„Frustrierendes Thema“

Der Schriftwechsel der Kommune mit der DB füllt inzwischen zahlreiche Aktenordner. Viele Ortstermine oder Planungsansätze führten bislang zu keinem Ergebnis. Zum zehnten Dienstjubiläum im August 2017 gab Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) dieser Zeitung ein Interview, in dem er neben Erfolgen auch nicht erledigte Ziele reflektierte: „Ein frustrierendes Thema ist die von uns angestrebte Barrierefreiheit am Bahnhof Walldorf, wenn man nach Frankfurt fahren möchte. Hier kommen wir leider bei der Bahn nicht weiter.“

Inzwischen haben die Fraktionen in einem einstimmigen Beschluss eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe zum Thema eingesetzt. Vorsorglich war zudem in den Doppelhaushalt 2018/19 Geld für eine Rechtsberatung für eine mögliche Klage gegen die DB eingestellt worden.

Am gestrigen Morgen starteten die Jusos Mörfelden-Walldorf mit einer Aktion am Walldorfer Bahnhof eine Unterschriftensammlung für eine Petition an die DB. Diese trägt den Titel „Bahnhof Walldorf – jetzt barrierefrei!“ und kann auch auf der Internetseite für Online-Petitionen „openPetition“ abgerufen werden. Zusätzlich will die örtliche SPD an ihren Infoständen auf den Wochenmärkten beider Stadtteile Unterschriftenlisten auslegen. Zum Auftakt haben die Jusos laut ihres Vorsitzenden Maximilian Gegenheimer gestern mehr als 120 Unterschriften gesammelt. Hierbei konzentrierten sie sich schwerpunktmäßig auf Pendler, die auf dem Weg nach Frankfurt waren.

Für alle nutzbar

Mit der Petition soll der Druck auf die DB erhöht werden, den Mittelbahnsteig in Walldorf endlich barrierefrei zu gestalten. Diesbezüglich verweisen die Jusos auf den 1994 ins Grundgesetz aufgenommenen Satz: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Doch auch 24 Jahre später ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) an vielen Orten noch immer nicht barrierefrei – so wie am Bahnhof Walldorf. Hierzu sagt Gegenheimer: „Die Deutsche Bahn beschneidet hiermit mobilitätseingeschränkte Menschen in ihrem Grundrecht und schränkt sie in ihrer Mobilität zusätzlich ein. Aus diesem Grund solidarisieren wir uns mit allen betroffenen Personen, damit der ÖPNV künftig für alle vollständig nutzbar ist.“

Die Aktion des Parteinachwuchses wurde von mehreren SPD-Mitgliedern unterstützt. Hierzu zählten Fraktionschef Alexander Best, Bürgermeister Becker sowie Landtagsabgeordneter und Direktkandidat für die Landtagswahl am 28. Oktober, Gerald Kummer. Der Abgeordnete sagte zu dieser Zeitung, dass er sich seit Jahren dafür verwende, dass entlang der S-Bahnlinie 7 endlich die Bahnhöfe in Walldorf und Goddelau barrierefrei ausgebaut würden. Auch zum hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe er diesbezüglich bereits Kontakt aufgenommen. Allerdings vertrete die schwarz-grüne Landesregierung die Interessen von Walldorf und Goddelau gegenüber der DB nicht mit dem notwendigen Nachdruck. Das würde sich laut Kummer bei einer SPD-geführten Landesregierung ändern.

Becker erklärte, dass die rechtliche Prüfung der Stadt inzwischen ergeben habe, dass ein Klageweg nicht erfolgversprechend sei. Die vielen Gespräche mit der DB hätten bislang aber zu keinem Ergebnis geführt. Nach Auskunft des Rathauschefs habe diese keine praktikablen Vorschläge gemacht und gleichzeitig Lösungsansätze renommierter Planungsbüros abgelehnt. Becker setzt daher auf politischen und öffentlichen Druck auf die DB, wozu auch die Petition der Jusos einen Beitrag leisten soll.

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