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Tag der Nationen: Die halbe Welt am Rosenauplatz

Von Es war ein fröhliches Miteinander beim Tag der Nationen, der wieder auf dem Rosenauplatz stattfand. Nicht nur Musik und Tänze gab es dort zu sehen und zu hören, man konnte auch mit Essen und Getränken eine kleine Weltreise unternehmen.
Marija (links) mit einer historischen Kopfbedeckung und Iva vom Kroatischen Verein hatten sich in landestypische Trachten gewandet. Bilder > Foto: Leo F. Postl Marija (links) mit einer historischen Kopfbedeckung und Iva vom Kroatischen Verein hatten sich in landestypische Trachten gewandet.
Neu-Isenburg. 

In Neu-Isenburg leben Menschen aus mehr als 120 Nationen – dies ist einerseits unübersehbar und andererseits ist es dennoch eine friedliche Gemeinschaft. Mit der Woche der Toleranz will die Hugenottenstadt auf diese Vielfalt aufmerksam machen, aber auch für das vertrauensvolle Miteinander werben. Der Tag der Nationen ist dabei ein besonderer Höhepunkt, denn hier können sich die verschiedenen Nationen oder Volksgruppen mit ihren Traditionen präsentieren.

Für Sarantis Biscas, den Vorsitzenden des Ausländerbeirates der Stadt Neu-Isenburg, war es schon mal ein großer Erfolg, die Veranstaltung „Tag der Nationen“ aus der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße wieder ins „pulsierende Herz“ der Stadt, auf den Rosenauplatz zurückzuholen. Diese Veranstaltung sollte eigentlich dazu beitragen, die City, hier ist die Bahnhofstraße gemeint, zu beleben. „Dort waren einfach zu wenig Leute, hier kommen auch Gäste spontan aus dem Isenburg-Zentrum und wollen sehen, was hier los ist“, beschreibt Sarantis Biscas.

Zur Eröffnung des Multi-Kulti-Festes hatte sich wieder einmal viel Prominenz angesagt. So konnten Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel und der Vorsitzende des Ausländerbeirates, Sarantis Biscas, nicht nur den Generalkonsul der Republik Kroatiens, Vladimir Duvnjak, und die griechische Generalkonsulin Maria Zissi, sondern auch den türkischen Vizekonsul Özkan Durmaz Duvnjak begrüßen. „Wir setzen die gute Tradition unserer Gründer, die als Fremde hierherkamen, fort und leben sie auch in unserer Gemeinschaft“, betonte Hunkel. Auch von den Konsulatsvertretern gab es großes Lob für das gelebte friedliche Miteinander in Neu-Isenburg.

Spanferkel am Spieß

Viele Vereine der ausländischen Mitbürger nahmen wieder einmal die Gelegenheit wahr, sich mit ihren lukullischen Spezialitäten, aber auch kulturellen Beiträgen den anderen Nationen zu präsentieren. Beim „Klub Srbija“ drehte sich wieder ein Spanferkel am Spieß und verströmte verlockende Düfte über den Rosenauplatz. Beim Griechischen Verein gab es traditionelle Speisen in Traubenblätter gewickelt, dazu leckeres Schafsfleisch – und „zur Verdauungsanregung“ noch einen Ouzo. So empfahl es zumindest Sarantis Biscas. „Und außerdem tanzt es sich hinterher viel besser“, wusste er noch. Köfte oder Börek, Halva oder Baklava mit Pistazien, dazu einen frisch gebrühten Pfefferminztee – nur das Flair der türkischen Mittelmeerküste fehlte zum erlebten Traum. Auch Spezialitäten von den Philippinen oder aus Thailand fehlten nicht. Richtig herzhaft ging es wieder beim Kroatischen Verein zu. Heinrich Schmidt als Vorkoster mundete alles perfekt.

Doch auch die Vielfalt des kulturellen Angebotes fehlte nicht. So konnte jeder beim SGID (Soka Gakkai International Deutschland), einer buddhistischen Friedensinitiative, das Falten von Papierkranichen als ein Symbol des Friedens erlernen. Eine ganz besondere Idee, um „unsere Welt“ zu bewahren, hatte die aus dem Iran stammende und in Heusenstamm lebende Künstlerin Parvaneh Sheikh Zeineddin. Sie malte die Weltkugel, getragen von vielen unterschiedlichen Händen, auf einer Leinwand vor, die Kinder sollten dann viele bunte Schmetterlinge darauf ausmalen. „Einheit in der Vielfalt. Auf unserer Erde leben unterschiedliche Menschen auf sieben Kontinenten. Wenn wir uns die Hände reichen und aufeinander zugehen, schaffen wir gegenseitiges Vertrauen und Verständnis. Wir können uns entfalten wie Schmetterlinge und gemeinsam in Frieden und Freiheit leben. Sei dabei und gestalte die Zukunft mit“, so ihre Botschaft. Das fertige Kunstwerk wird im Neu-Isenburger Rathaus einen Ehrenplatz finden.

Von der Schwarzmeerküste

Zur Kultur gehören auch Tänze und Gesänge, diese wurden ebenfalls dargeboten. Die Gitarrengruppe der Flüchtlingshilfe erhielt ebenso großen Beifall wie die Tanzdarbietungen des Kinder- und Familienzentrums Gartenstraße. Nicht nur wegen ihrer Größe erregte die Folkloregruppe des Kroatischen Vereins viel Aufsehen, auch ihre mitreißenden Tänze spiegelten die Lebensfreude dieser Volksgruppe vom Balkan wider. Ganz anspruchsvoll war der Tanz der Gruppe des Islamischen DITIB-Vereins, die einen Tanz von der Schwarzmeerküste zeigte. Am Ende reihten sich alle in den griechischen Nationaltanz „Sirtaki“ ein – und das Bild eines friedlichen Miteinanders der Kulturen wurde wahr.

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