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Autobahn: Drama um Gänsefamilie auf A661 zwischen Egelsbach und Langen

Von Eine Nilgansfamilie hat sich gestern auf die A 661 verirrt. Für zwei Küken endete dieser Ausflug tödlich. Die Eltern und ein drittes Küken konnten dank des beherzten Eingreifens zweier Frauen gerettet werden.
Nathalie Farber (links) und Rosita Dombrowski sorgten dafür, dass nicht auch der Rest der Nilgansfamilie  ihr Leben lassen musste. Bilder > Nathalie Farber (links) und Rosita Dombrowski sorgten dafür, dass nicht auch der Rest der Nilgansfamilie ihr Leben lassen musste.
Egelsbach/Langen. 

Ein trauriger Wochenauftakt an der A 661 zwischen Egelsbach und Langen: Ein Nilganspärchen hat sich mit seinen drei noch sehr kleinen Babys auf die Autobahn verirrt. Um 8.25 Uhr geht die Meldung im Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach ein. Die Rettungsleitstelle informiert die Beamten über die Tiere auf der Fahrbahn. Ein Autofahrer hatte sie gemeldet. Nur wenig später läuft die Nachricht auch über den Hessischen Rundfunk im Radio und ruft die Verkehrsteilnehmer zur besonderen Vorsicht auf.

Für zwei der drei Tierkinder verläuft der Ausflug auf die Autobahn aber tödlich. Sie konnten den heranrasenden Autos nicht ausweichen. Die Eltern und das überlebende Küken rennen aufgeregt schnatternd am Fahrbahnrand auf und ab. Nathalie Farber aus Egelsbach, gegen 9.30 Uhr auf der Autobahn gerade auf dem Weg zur Arbeit, und Rosita Dambrowski aus Rödermark, sie war gerade mit ihrem Hund in der Tierklinik in Egelsbach und wieder auf dem Heimweg, zögern nicht. Beide Frauen parken ihre Autos – nicht ganz ungefährlich – auf dem Standstreifen. Sie wollen wenigstens die verbliebene Familie noch retten. „Die Tiere sind so aufgeregt, es ist gar nicht ersichtlich, ob sie zu den Küken wollen oder ob sie die Autobahn überqueren möchten“, fragt sich Nathalie Farber.

Beherzt zieht die junge Frau ihre Jacke aus und scheucht das Trio auf den Grünstreifen. Immer noch schnatternd, rennen die Eltern und ihr Baby durch das Dickicht in den Wald. Eine große Gans vorneweg, das Kind dahinter, die zweite erwachsene Gans bildet die Nachhut. „Ich hoffe sie kommen nicht zurück“, sagt Rosita Dambrowski. Um zu verhindern, dass die Tiere wieder auf die Autobahn geraten, um nach den getöteten zu suchen, heben sie die Kadaver mit Hilfe von viel Küchenpapier vom Asphalt auf. Glücklicherweise ist die Autobahn auf diesem Abschnitt bei Egelsbach um diese Uhrzeit nicht sehr stark befahren. Gefährlich ist diese Aktion natürlich trotzdem

Die Küken finden im hohen Gras am Rand der A 661 ihre letzte Ruhe. „Es ist mal wieder ganz typisch, dass es die Frauen sind, die für so eine Rettungsaktion stehen bleiben“, sagt Rosita Dambrowski, während sie durch das hohe Gras zu ihrem Auto zurück stapft. Auch wenn es gelungen ist, zumindest einen Teil der Gänsefamilie zu retten, ist diese Aktion nicht zur Nachahmung empfohlen: Die Autobahn ist einfach ein lebensgefährlicher Ort zur Tierrettung.

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