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Voraberöffnung der Stadtmitte: Ein neuer Ort der Begegnung

Von Es war ein langer Weg, doch die Stadtmitte ist fertig. Bei einer Voraberöffnung wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert. Die Bürger konnten sich dann dort und im Tegut-Markt umschauen.
Nach dem offiziellen Teil erkundeten die Gäste den neuen Tegut-Markt, wobei ihnen unterwegs kleine Köstlichkeiten als Wegzehrung geboten wurden. Nach dem offiziellen Teil erkundeten die Gäste den neuen Tegut-Markt, wobei ihnen unterwegs kleine Köstlichkeiten als Wegzehrung geboten wurden.
Kelsterbach. 

Vorbei ist es mit den „unhaltbaren Zuständen“, so bezeichnete sie ein Bürger, in der Mörfelder Straße. Von keiner Ampel gebremst fließt dort seit gestern wieder der Verkehr, denn: Die neue Mitte der Untermainstadt ist fertig. Den langen Weg bis zu diesem freudigen Ereignis beschrieb Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) während einer „Voraberöffnung“ für geladene Gäste, die sich in großer Zahl in dem neuen Tegut-Markt eingefunden hatten.

Der Anblick des „schmucken Gebäudes“ auf dem einstigen Sandhügelplatz weckte in Ockel die Erinnerung an das Jahr 2010, als der Wochenmarkt auf den Rathausvorplatz verlegt wurde und der Sandhügelplatz brach und ungenutzt daniederlag. Damals sei der Wunsch nach einem Einzelhandelsangebot und einem Café in der Stadtmitte an den Magistrat herangetragen worden.

„Der Auftrag war klar“, so Ockel, „aber ebenso klar war: Das wird ein hartes Stück Arbeit.“ Denn in anderen Städten sei zu beobachten, dass die Stadtmitten veröden. Dort gebe es Geschäftsaufgaben verbunden mit leerstehenden Läden, weil der Einzelhandel an die Peripherie zieht. „Also keine guten Rahmenbedingungen für Kelsterbach“, folgerte der Bürgermeister.

Dennoch sollte das Projekt in Angriff genommen werden. Die Initialzündung sei von der Kreissparkasse Groß-Gerau ausgegangen, die von der Friedrichshöhe in die Stadtmitte ziehen wollte. Mit Tegut und dem Café Ernst aus Neu-Isenburg seien weitere Interessenten gefunden worden. Zwar sei ein Investor abgesprungen, doch mit Ulrich Scheinert von der Investorengruppe Biskupek-Scheinert-Moog (BSM), sei ein neuer gefunden worden, der sich mit Weitblick und Geschick des Projekts annahm.

Mehr Qualität

Das Besondere an dem Projekt neue Mitte sei gewesen, erläutert Ockel, dass ein Konzeptverfahren zur Anwendung kam, bei dem Investor und Kommune zusammenarbeiteten und der Investor seine Planung auch dem öffentlichen Votum aussetzen musste. Hier habe maßgeblich die NH ProjektStadt mitgewirkt. Ockel hob besonders den Einsatz von Marion Schmitz-Stadtfeld, Leiterin der integrierten Stadtentwicklung bei der NH ProjektStadt, hervor.

Die Entwicklung der neuen Stadtmitte sei allerdings noch nicht abgeschlossen, sagte der Bürgermeister und wies auf die Sanierung der Unterführung Stadtmitte hin. Zugleich erwähnte er eine weitere Zusammenarbeit mit Ulrich Scheinert und hofft, dass sich die Bürger mit der neuen Stadtmitte identifizieren.

Ulrich Scheinert bekannte, dass vor seinem Engagement in der Untermainstadt Kelsterbach für ihn nur eine Autobahnabfahrt gewesen sei. Doch dann habe er entdeckt, dass die Stadt über ungeheure Qualitäten verfügt, etwa verkehrstechnisch. Er habe die Stadt stets ohne Staus erreicht. Mit dem neuen Tegut-Markt, dem eine Fläche von 1900 Quadratmetern zur Verfügung stehe, habe diese Qualität noch zugenommen. Allerdings musste die Kreissparkasse Groß-Gerau darunter leiden, von deren Grundfläche während der Planung immer etwas abgeknapst wurde. Die Kreissparkasse übrigens hatte ihre Hauptzweigstelle in der neuen Mitte bereits eine Woche zuvor eröffnet, um ihre technischen Einrichtungen ausgiebig prüfen zu können.

Scheinert betonte, dass 71 der 78 Wohnungen in dem Gebäude der neuen Mitte bereits verkauft worden seien. Diese Wohnungen seien vor allem für junge Familien interessant, die sich die hohen Frankfurter Preise nicht leisten wollen oder können. Er habe fünf Jahre an dem Projekt gearbeitet, so Scheinert, und aus diesem Grunde habe er fünf Erinnerungssteine angefertigt, Bohrsteine, die während des Baus der Fahrradständer auf dem Vorplatz angefallen waren. Auf diese Steine verewigten sich die Verantwortlichen der beteiligten Unternehmen und Bürgermeister Ockel mit ihren Unterschriften.

Große Erheiterung

Für die Lebensmittel GmbH Tegut, die Teil der Genossenschaft Mogros Zürich ist, war eine große Zahl von Mitarbeitern der Geschäftsführung zur Voraberöffnung erschienen. Dabei tat sich vor allem Lukas Sommer hervor, der betonte, dass von den 29 Mitarbeitern des neuen Marktes 10 aus Kelsterbach kommen. In seinem sympathischen Schweizer Dialekt sorgte er für große Erheiterung unter den Gästen, als er in Manier eines Marktschreiers Tegut-Produkte anpries.

Thomas Gutberlet, gleichfalls aus der Tegut-Geschäftsführung, hob die soziale Bedeutung des Geschäfts hervor. „Märkte sind schon immer auch Orte der Begegnung.“ Zugleich verwies er darauf, dass es viele Orte gebe, in denen die Stadtmitte „ausblute“. Hier geschehe das Gegenteil dank mutiger Unternehmer und mutiger Politiker. Er wünschte Marktleiter Frank Polizzi und seinem Team viel Erfolg.

Während sich beim offiziellen Teil die Gäste in der Obst- und Gemüseabteilung drängten, verloren sie sich während der anschließenden Besichtigung des Marktes schon ein wenig in den Gängen. Ausnahmen bildeten kleine Versorgungsstellen, an denen kleine Köstlichkeiten geboten wurden.

In der benachbarten Sparkasse ging es währenddessen etwas ruhiger zu. Bei den Sparkassenmitarbeitern Tina Berger und Udo Hartung stellten sich dennoch etliche Kunden ein, die an den Automaten ihre Bargeldbestände auffrischten.

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