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Außergewöhnliches Projekt: Einmalig in Deutschland: Die Wärme kommt aus der Lärmschutzwand

Die Grube für das Blockheizkraftwerk, das in der Lärmschutzwand an der Nordumgehung verschwindet, ist ausgehoben. Jetzt konnte der Grundstein für das außergewöhnliche Projekt gelegt werden.
Bauleiterin Sandra Weinz, Kommunale Betriebe (von links), Bauunternehmer Wilhelm Schweinhardt, Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski, Technischer Leiter Gerd Fitterer und Bürgermeister Frieder Gebhardt bei der Grundsteinlegung. Bauleiterin Sandra Weinz, Kommunale Betriebe (von links), Bauunternehmer Wilhelm Schweinhardt, Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski, Technischer Leiter Gerd Fitterer und Bürgermeister Frieder Gebhardt bei der Grundsteinlegung.
Langen. 

Blockheizkraftwerke (BHKW), die Fernwärme und Strom erzeugen, sind in Langen dank des Engagements der Stadtwerke nichts Neues. Und doch verdient die Anlage, für die das Unternehmen nun den Grundstein an der Nordumgehung gelegt hat, das Prädikat „außergewöhnlich“. Denn das BHKW entsteht bis Mitte nächsten Jahres nicht über, sondern unter der Erde. Genauer: Es verschwindet im Lärmschutzwall. „Das ist nicht nur einmalig in Langen. Das ist einmalig in Deutschland“, sagt Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski.

Der Energieanbieter investiert rund 800 000 Euro in das Kraftpaket für die neuen Wohnungen, die jetzt nördlich der Elisabeth-Selbert- und in der Hans-Kreiling-Allee gebaut werden. Das in der Nähe existierende BHKW am Sportzentrum Nord, das vor fünf Jahren ans Fernwärmenetz ging, hat dafür keine Kapazitäten.

Um auch die künftigen Einwohner im Langener Norden effizient und umweltfreundlich zu versorgen, hatten die Stadtwerke abermals Pläne für ein BHKW geschmiedet. Die dabei gefundene Lösung überzeugt. Über die moderne Technik hinaus bietet der spezielle Standort zum einen den Vorteil, dass nicht wertvoller Platz für die Wohnbebauung verloren geht. Zum anderen wird von der Anlage bis auf einen Schornstein, den Eingang und ein Lüftungsgitter nichts mehr zu sehen und praktisch nichts zu hören sein.

Das BHKW in einen Erdhügel zu integrieren, brachte für Bauleiterin und Planerin Sandra Weinz von den Kommunalen Betrieben Langen eine Reihe von Herausforderungen mit sich. Nach oben ist das Gebäude durch die Höhe des Walls begrenzt. Genau unter der Mitte verläuft ein ein Meter breiter Regenwasserkanal, der bei starken Niederschlägen Wasser in ein offenes Staubecken leitet. Um den begrenzten Raum optimal nutzen zu können, entstehen zwei Ebenen.

Auf ihnen werden im Wesentlichen die zwei Erdgasmotoren und für die kalte Jahreszeit ein Heizkessel untergebracht. Die erzeugte Wärme ist ausreichend, um bis zu 500 Wohnungen zu heizen. Zugleich entsteht eine Strommenge, die für die gleiche Anzahl reicht. Erstmals wollen die Stadtwerke nun zwei BHKW miteinander vernetzen: das neue im Lärmschutzwall und das am Sportzentrum Nord, was die Wirtschaftlichkeit und die Versorgungssicherheit erhöht, wie Pusdrowski erklärte.

Insgesamt werden dann bis Ende 2019 etwa 1000 Wohnungen im Langener Norden Fernwärme erhalten. Nicht zuletzt spricht die deutlich bessere Umweltbilanz dafür, Wärme zentral zu erzeugen und ortsnah zu verteilen. Ein weiterer Vorteil ist, dass in einem BHKW neben Wärme gleichzeitig auch Strom entsteht und ins Netz der Stadtwerke eingespeist wird.

(red)

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