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Fastnacht: Elferräter erzählen Anekdoten aus einem närrischen Leben

Bei Fastnachtssitzungen läuft beileibe nicht immer alles nach Plan und auch sonst birgt die Narretei so manche Kuriosität. Klaus-Peter Engel und Klaus Peter Lechner von den Sandhasen können davon ein Lied singen.
Die Elferräter Klaus-Peter Engel (links) und Klaus Peter Lechner von den Sandhasen sind immer zu Scherzen aufgelegt. Foto: red Die Elferräter Klaus-Peter Engel (links) und Klaus Peter Lechner von den Sandhasen sind immer zu Scherzen aufgelegt.
Mörfelden-Walldorf. 

Die Fastnacht ist eine ernste Sache. „Unten sitzen die Fastnachter, die feiern, und oben die Karnevalisten, die arbeiten“, sagen Klaus Peter Lechner (67) und Klaus-Peter Engel (66) vom Carneval Verein „Die Sandhasen“ in Mörfelden. Seit vielen Jahren genießen die beiden Elferräter die Sitzungen auf der Komiteebank von einem anderen Blickwinkel aus als das Publikum. Vor der Sitzung am Samstag, 20. Januar, im Bürgerhaus kramten sie in der imaginären Schatztruhe ihrer Erinnerungen und förderten Kurioses, Spaßiges sowie Pleiten, Pech und Pannen aus vergangenen Jahren zutage. Niemand aus dem treuen Auditorium weiß, was sich heimlich hinter der Kulisse auf einer Elferratsbank bei den Sandhasen alles abspielte, ohne dass es ein einziger Gast bemerkte.

„Eigentlich bin ich gar kein Fastnachter. Ich kam vor mehr als 30 Jahren durch eine verlorene Wette zum Verein“, lacht Lechner. Gleichwohl wurde er zum Sitzungspräsidenten gewählt und verharrte 24 Jahre in diesem Amt. „Anfangs saßen noch die alten Gründungsmitglieder am Komiteetisch, denen damals reichlich spendiert wurde.“ Einmal kam es vor, dass ein angesäuselter Elferräter einschlief und vom Stuhl fiel.

Lautstarke Kommandos

Damals gab es laut Engel, kaufmännischer Angestellter, Ehemann, Vater eines Sohnes und Opa zweier Enkel, auch eine Art Kommandeur im Komitee. Mit seiner Trillerpfeife gab er lautstark Kommandos, ob rechts- oder linksherum, nach vorne oder hinten geschunkelt wurde. Es sei wichtig gewesen, dass etwas Leben auf der langen Bank herrschte, denn Gäste der Sitzung hatten zuvor beklagt, dass die Elferräter dort wie starre Leichen säßen.

Ab und zu fielen laut Vertriebskaufmann, Familienvater und Ehemann Lechner auch mal die Lautsprecher am Komiteetisch aus. Folglich mussten sich die elf Herren auf die Reaktionen des Publikums verlassen. Wenn es lachte, lachten auch die Elferräter, wenn es klatschte, klatschten sie auch, um für Stimmung zu sorgen.

Wem es noch nicht aufgefallen ist: An Engels Komiteemütze fehlt seit etwa 20 Jahren die goldene Bommel, die mit einer Kordel an der Stirnseite befestigt war. Damals beugte er sich während einer Sitzung zu seinem Nachbarn – und die beiden Kordeln mit den Bommeln verhedderten sich. „Wir mussten die Mützen abnehmen, um sie wieder zu entwirren.“ Doch das sollte Engel nicht noch einmal passieren. Nach dem Malheur fiel die Bommel der Schere zum Opfer.

Nasse Hosen

Gewiss fielen öfter auch gefüllte Gläser um, so dass manches Komiteemitglied in nassen Hosen ausharren musste. Die Zeiten der „Süffelei“ im Komitee sind nach Angaben von Lechner aber lange vorbei. Nicht verwunderlich, weil fast jedes Elferratsmitglied bei den Sitzungen auch auftreten muss und auf ungetrübten Verstand angewiesen ist.

Stets präsentierte sich das Komitee an einem anders gestalteten Tisch – unter anderem als Burg, Himmel oder Pariser Straßencafe. Wie sich die Kulisse unter dem diesjährigen Motto „Las Vegas“ gestaltet, bleibt bis Samstag geheim. Verraten wird nur, dass es sich bei dem Komiteetisch um ein etwa 30 Zentimeter hohes Podest handelt, dessen Aufbau von mehr als 20 Helfern stets neu kreiert wird.

Vorbei sind auch die Zeiten, in denen der Regisseur ausschließlich über handgeschriebene Zettel mit dem Sitzungspräsidenten kommunizierte und es dabei auch mal zu Missverständnissen und Kommentaren von anderen Elferrätern kam, bis der Zettel beim Präsidenten ankam. „Heute läuft das alles über Funk, und Absprachen werden direkt mit der Regie getroffen.“

(red)

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