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Gedenktafel: Erinnerung an Sprendlinger Urgesteine

Von Dank der Freunde Sprendlingens und der Stadt erstrahlt das Areal rund um den Hooschebaa-Brunnen nun in neuem Glanz. Auf einer Tafel wird zwei Menschen gedacht, die eng mit der Hooschebaa-Figur verbunden sind.
Wilhelm Ott, Vorsitzender der Freunde Sprendlingens, berichtete  aus dem Leben von Hermann Will und Arno Baumbusch. Wilhelm Ott, Vorsitzender der Freunde Sprendlingens, berichtete aus dem Leben von Hermann Will und Arno Baumbusch.
Dreieich. 

Ein schön angelegtes Holzdeck, ein Kieselbeet und neue Sitzbänke: Der Platz vor dem Sprendlinger Hooschebaa-Brunnen ist neu gestaltet und renoviert. Dazu enthüllten die Freunde Sprendlingens auf der kleinen Anlage am Rande des Lindenplatzes vor der Erasmus-Alberus-Kirche am Freitagmorgen einen Gedenkstein für Arno Baumbusch und Hermann Will.

Der Platz war in die Jahre gekommen und den Sprendlingern schon länger ein Dorn im Auge. Die Freunde Sprendlingens mahnten den Zustand oft bei der Stadt an. Das Holz der Bänke war verwittert, die Wurzeln der Bäume drückten an die Oberfläche und der Boden war so stark verdichtet, dass dort keine Pflanzen mehr gedeihen konnten. Lisa-Marie Schmandt, Gärtnermeisterin bei den Dienstleistungsbetrieben Dreieich und Neu-Isenburg (DLB), entwarf ein neues Konzept für den markanten Platz.

Optisch aufgewertet

„Wir haben das stark verwurzelte Beet vor dem Brunnen mit einem Holzdeck abgedeckt und das Areal rund um den Baum mit einer Kiesschüttung optisch aufgewertet“, erläutert die junge Gärtnerin. Der wassergebundene Weg wurde überarbeitet, die Bänke erneuert und die alte Feuerdornhecke durch eine Staudenbepflanzung ersetzt. Ein neuer Baum hinter dem Brunnen, eine kugelförmige Blumenesche, soll die unschönen Fassaden der angrenzen Gebäude verdecken. Rund 10 000 Euro hat die Stadt Dreieich in die Neugestaltung investiert.

Begleitendes Buch

Zu dem Gedenkstein für Arno Baumbusch publizieren die Freunde Sprendlingens auch die „Jugenderinnerungen“ des vor zwei Jahren gestorbenen Ehrenmitglieds.

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Eigentlich war die Einweihung des neuen Platzes schon für den 6. März geplant – das war der zweite Todestag von Arno Baumbusch, Ehrenmitglied der Freunde Sprendlingens. Die kalten Temperaturen hatten diesen Termin verhindert. Mit dem Gedenkstein wollen die Freunde Sprendlingen eine bleibende Erinnerung schaffen für zwei sehr bedeutende Vereinsmitglieder. Der gebürtige Sprendlinger und Künstler Hermann Will hat die so beliebte Hooschebaa-Figur 1977 als Auftragsarbeit für den Verein entworfen, die heute auf der Brunnensäule steht. Hermann Will starb 1981, und es gab die ganzen Jahre über schon eine weiße Marmor Gedenktafel, die an ihn erinnern sollte. Diese wurde jetzt durch die schöne Sandstein-Tafel ersetzt.

Der Stein ist ein Fund aus dem Kirchgarten der Erasmus-Alberus-Kirche, wo er jahrzehntelang unbeachtet lag. Arno Baumbusch war bei der Sicherung des Steins noch selbst dabei. Die Sprendlinger Firma Burkhard hat die Tafel als Spende an den Verein professionell gesäubert, mit der Inschrift versehen und auch aufgestellt.

Identität stiften

Mit Will zusammen wird künftig nun also künftig am Hooschebaa-Brunnen auch an Arno Baumbusch gedacht. Der leidenschaftliche Heimatforscher, in Neu-Isenburg geboren und schon als Bub nach Sprendlingen gekommen, hatte als Steinmetz einst den Hooschebaa-Brunnen entworfen und gebaut.

Wilhelm Ott, Vorsitzender der Freunde Sprendlingens, erinnerte daran, dass sich Arno Baumbusch sehr intensiv mit den Schicksalen der Sprendlinger Juden auseinandersetzte. „Als die Mikwe ausgegraben wurde, war er dabei, er arbeitete außerdem intensiv bei der Publikation über die Sprendlinger Juden mit“, berichtete Ott. Er führte Interessierte über den Jüdischen Friedhof in Sprendlingen und hielt Vorträge über das alte Sprendlingen. „Es ist schön, dass es jetzt diese Erinnerung an unseren Vater gibt“, sagte Gabi Schinko, die zu der Einweihung des Gedenksteins ebenso gekommen war, wie ihr Bruder Andreas Baumbusch.

Bürgermeister Dieter Zimmer bedankte sich für das Engagement des Vereins: „Es ist ein schöner Ort, um sich zu erinnern. Wir brauchen die Freunde Sprendlingens, denn Traditions- und Heimatpflege stiften Identität.“ Auch Erster Stadtrat Martin Burlon bedankt sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Verein, dem DLB und der Stadt. „Der Platz ist erheblich aufgewertet und wird vielen Bürgern Freude bereiten“, so Burlon. Beide Vertreter der Verwaltungsspitze äußerten die Hoffnung, dass der Platz und der Gedenkstein von Vandalismus verschont bleiben und sich alle Besucher rund um den Hooschebaa-Brunnen friedlich verhalten.

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